Pascal Boetsch, Absolvent Kalaidos FH
(Bild: Kalaidos FH)

Wie funktioniert der Arbeitsalltag unserer Studierenden während des Corona-Lockdowns? Wie erleben Sie den virtuellen Unterricht an der Kalaidos Fachhochschule? In dieser vierteiligen Beitragsserie geht es um die aktuellen Lernerfahrungen ebenso wie die Empfehlungen unserer Studierenden für die Online-Lehre. Zum Abschluss haben wir uns mit Pascal Boetsch unterhalten. Er hat den Studiengang CAS FH in Organisationsentwicklung und -beratung im Livestream-Unterricht abgeschlossen. Als Lean Manager und Business Coach bei AXA Schweiz ist er bereits mit virtuellen Besprechungen vertraut.

Hat sich Ihre Arbeitssituation durch die vom Bund angeordneten Massnahmen verändert? Wenn ja, wie organisieren Sie Ihren Alltag?

Bei meiner Tätigkeit geht es darum, Führungskräfte aus der ganzen Schweiz in deren Führungsrolle zu begleiten und zu coachen. Ich bin unter anderem für die Westschweiz zuständig. Meine Begleitungen mache ich nun seit mehreren Wochen via Skype oder Microsoft Teams und es funktioniert ganz gut. Ich bin beeindruckt, wie sich die Leute darauf eingelassen haben, beispielsweise Monats-Einzelgespräche mit Mitarbeitenden digital zu machen und mich als Coach auch akzeptieren.

Für mich persönlich war die Herausforderung, mich an einen gut geplanten Tag zu halten; wenn man von zuhause aus arbeitet, kommt man schnell auf die Idee, beim Feierabend „noch kurz“ etwas erledigen zu wollen, was am Schluss den Arbeitstag um mehr als eine Stunde verlängert.

Wie haben Sie den Online-Unterricht erlebt? Wird das Lernen dadurch einfacher oder schwieriger?

Ich bin vom Geschäft her schon daran gewöhnt; für mich war es nicht speziell. Online-Unterricht verlangt wie virtuelle Besprechungen eine gute Vorbereitung, eine Agenda, klare Ziele und insbesondere eine Disziplin im Gespräch (nicht dass alle gleichzeitig reden); dafür gibt es Möglichkeiten in den meisten Tools (Hand hoch um das Wort zu verlangen). Wenn Studierendende auf Beiträge oder Ergebnisse anderer angewiesen sind, hilft es auch, wenn die/der Dozierende die Studierenden gezielt anspricht und Fragen stellt.

Wie empfanden Sie die Interaktion mit dem Dozierenden?

Sehr gut. Der Dozent hat uns neben dem Plenum auch in Kleingruppen arbeiten lassen. Das setzt voraus, dass man das richtige Tool und dessen technische Möglichkeiten kennt. Bei uns hat es ganz gut funktioniert.

Als frischgebackener Organisationsentwickler kennen Sie die wichtige Rolle des „Contacting“ im Beratungsprozess. Gelingt der Kontaktaufbau zu den Studierenden im Online-Unterricht ebenso gut wie im Präsenzunterricht?

Der Kontaktaufbau ist die Basis von jeder Beziehung. Die physische Präsenz war bis zum Corona-Lockdown ein „Muss“ und niemand konnte oder wollte sich eine andere Art des Kennenlernens vorstellen. Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass das Undenkbare doch machbar ist. Als der Lockdown beschlossen wurde, haben wir uns im Studiergang schon gekannt (inklusive Dozent), somit war das Online-Modul nicht so speziell. Ich bin persönlich der Meinung, dass die physische Präsenz gut durch ein virtuelles „Zusammensein“ ersetzt werden kann. Dies verlangt halt eine gute persönliche wie technologische Vorbereitung.

Wenn Sie den Online-Unterricht gestalten könnten, was würden Sie daran ändern?

Den Teilnehmenden im Voraus die Benutzeranleitung vom gewählten Online-Tool (Webex / Skype) zur Verfügung stellen, so dass jeder sich vor dem Unterricht vorbereiten kann.

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