Base Jumper über Stadt
"Augen zu und durch!" (Symbolbild)

Es ist heute unbestritten: Resilienz ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, um in Stresstests und belastenden Situationen (wie z.B. Covid19) zu bestehen. So konnten wir das kürzlich empirisch belegen, als wir in einer Serie von sieben (coronabedingten) Webinars mit zig Führungspersonen aus KMUs diskutierten. Einige dachten, Resilienz brauche es in "normalen" Zeiten ja nicht. Schnell wurde klar, dass diese unterschiedlichen Sichtweisen primär mit unterschiedlichen Definitionen von Resilienz zusammenhängen, von denen wir fast mehr zählten, als Gesprächsteilnehmer. Auch die Art und Weise, wie mit dem Thema Resilienz umgegangen wird, ist sehr verschieden. Viele Gründe also, sich damit ein bisschen näher zu befassen.

"Krisenzeiten sind Offenbarungszeiten."

…ist ein inzwischen bekanntes Zitat aus diesen Diskussionsrunden. Insgesamt herrscht Einigkeit, dass Resilienz…

  • durch Krisen im Bewusstsein vieler Menschen an Bedeutung gewinnt
  • in guten wie in schwierigen Zeiten eingeübt werden kann
  • am besten aber bereits vor einer Krise auf-/ausgebaut werden sollte (je früher und robuster desto besser)
  • sowohl persönlich als auch organisatorisch gefördert werden sollte
  • und damit sowohl ein Thema für die Organisationsentwicklung (OE) als auch für die Personalentwicklung (PE) ist.

Über die Dringlichkeit und Wichtigkeit von Resilienz herrschte auch ein Konsens, dennoch konnten die Ausprägungen der Herausforderungen zu Resilienz unterschiedlicher nicht sein:

  • "Der einzige, der hier was von Resilienz versteht, bin ich." sprach ein CEO allen Ernstes.
  • "Wie fördere ich denn die Resilienzfähigkeit in meinem Team?" war eine häufige Frage.
  •  "Schön und gut, aber wie gebe ich bei 'wenig ausgeprägter' Resilienz denn Feedback?"
  • "Cool wäre es ja, wenn man Resilienz einfach an die Mitarbeitenden weitergeben könnte."
  • “Werden wir mit der Zeit dank zunehmenden Erfahrungen einfach von selbst resilienter?“
  • "Ja okay, Ihr nennt das jetzt Resilienz - ich glaube wir müssen einfach die Ärmel hochkrempeln!"

Jeder und jede soll doch mit Resilienz machen was er oder sie will…?

Wie so oft, wenn es um das Ändern oder Vorleben und Transformieren von Fähigkeiten geht, beginnt der erfolgreiche Weg bei einem selbst. Alle Vorhaben und gut gemeinten Aktionen, das Team oder die Firma resilienter zu machen, scheitern, wenn man als Führungskraft nicht in der Lage ist, seine eigene Resilienzfähigkeit zu hinterfragen und verbessern. Und das ist die Krux an der Sache, denn Leader denken eben auch: "Warum immer bei mir?" "Mir sagt jeder Coach und Berater, das beginnt bei mir…?" "Sollen doch mal die anderen…!"

…oder wenigstens mal darüber nachdenken?

Ja, okay - aber auf dem Weg der Resilienzentwicklung wird man nicht umhinkommen, mit Peers, Freunden, Bekannten zu reden. Dies ist nicht nur lerntechnisch wertvoll, man wird sich zwangsläufig auch überlegen: Wie resilient ist denn die Beziehung zu meinem Gegenüber? Was würde denn unsere gegenseitige Wertschätzung, die Historie und die Tiefen unserer Beziehung im Zweifelsfall aushalten? Spannende Fragen, die man in Krisenzeiten einfacher beantworten kann, da allfällig unter der Oberfläche schlummernde Konflikte schonungslos sichtbar werden… Führt Resilienz - wie bei einem selber - zu einer besseren Beziehung, einer besseren Freundschaft oder einem besseren Auftragsverhältnis?

Der geneigte Leser dieses Blogbeitrags überlegt sich jetzt vielleicht: "Halt, ich finde es schon schwierig genug, meine wichtigste private Beziehung gut zu beschreiben - wie würde ich denn die Resilienz meiner Firma beschreiben? Ist dies vielleicht einfacher?" Was braucht es denn, damit wir uns mit gutem Wissen und Gewissen eine resiliente Organisation nennen können?

Resilienz ist unabdingbar in Krisenzeiten - und lernbar.

Resilienz ist unbestritten ein Erfolgsfaktor - sowohl persönlich als auch für jede Organisation, und sowohl in guten wie in schwierigen Zeiten. Einfach "durch die nächsten Wochen kommen" reicht nicht mehr. Auch nicht das Zurückgreifen auf alte Tugenden wie Befehl & Kontrolle. Die vielen Aussagen und Fragen von Entscheidungsträgern deuten unmissverständlich darauf hin, dass hier Klärungs- und Entwicklungsbedarf herrscht.

Nur schon zu wissen, welche Art und wessen Resilienz (Individuum, Team, Unternehmen) man gerade betrachtet, hilft zu unterscheiden: Was ist nur emotionslose Gelassenheit, was ist Ignoranz und was ist einfach Sturheit oder lockere Leidensfähigkeit?

Das Rad muss man hierfür nicht neu erfinden, aber aus den vielen Rädchen die geeigneten finden, welche integriert helfen, die Widerstandsfähigkeit der Organisation und seiner Mitglieder nachhaltig zu stärken. Herausforderungen gibt es schliesslich genügend.

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Resilienz ist einer der Pfeiler sowohl in moderner Organisations- als auch in Personalentwicklung. Wer an einer ganzheitlichen Thematisierung interessiert ist, wird beispielsweise in den CAS FH in Organisationsentwicklung und -Beratung als auch im CAS FH in Personalentwicklung an der Kalaidos FH auf seine/ihre Rechnung kommen.

Autor
Arnoud Douw

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Zum Profil
Change Management | Führung | HR Management | Leadership | Organisationsentwicklung | Personalentwicklung
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Autor
Adrian Jaeggi

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