Im Umgang mit neuen Herausforderungen, Umbrüchen oder Bedrohungen entscheidet das Zusammenspiel zwischen persönlicher Befähigung, Widerstandsfähigkeit und Spannkraft (Anpassungsungsfähigkeit) darüber, wie gut wir Stress reduzieren können.
Deshalb wird in unserer sich stark verändernden Welt nebst der Kompetenzerweiterung und der Entwicklung von Sozialkompetenzen als Schlüsselkompetenz, das Thema Resilienz (Aufbau der Widerstandfähigkeit und Spannkraft), auch der organisationalen Resilienz, immer wichtiger. Doch was ist unter organisationaler Resilienz zu verstehen und wieso soll die Resilienzförderung für Unternehmen von zentralem Interesse sein?

Digitalisierung und Zunahme psychisch bedingter Arbeitsausfälle

Die Digitalisierung greift umfangreich in unsere bekannten Strukturen und Prozesse ein. Sie verändert unsere Arbeit/Tätigkeit, die erforderlichen Kompetenzen, die Unternehmensstrukturen, die Art der Zusammenarbeit und Teams, die Erwartungshaltung von internen und externen Kunden und nicht zuletzt uns selbst. Kurzum, es ist alles im Wandel und im Fluss. Per se nichts Aussergewöhnliches, denn dies bedeutet Leben und Weiterkommen. Aber das schnelle Wegbrechen bekannter Strukturen erfordert von uns Menschen viel Veränderungsbereitschaft, Energie und inneres Gleichgewicht. Evolutionär betrachtet entspricht die heutige Geschwindigkeit nicht dem menschlichen Rhythmus und Bedürfnis. Grundlegende Entwicklungen verliefen bis zur Einführung der Computertechnologie über den Zeitraum von mehreren Generationen.

Wie die aktuellsten, von der Krankenkasse Swica erhobenen Zahlen belegen, stiegen die Arbeitsausfälle in der Schweiz durch psychische Erkrankungen in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent überproportional an (Steck A., 2018).

Wie Unternehmen ihre Resilienzfelder fördern
(Grafik: Steck, A. (2018). Stress bei der Arbeit: Zahl der psychischen Erkrankungen ist um ein Drittel gestiegen. NZZ.)

Dies wirft die Frage auf, welchen Anteil die Digitalisierung, respektive die Veränderungsgeschwindigkeit und Unsicherheit unserer aktuellen VUKA-Welt an der Zunahme gesundheitsbedingter Arbeitsausfälle hat. Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass der Anstieg psychischer Erkrankungen parallel zu den sich immer schneller drehenden Digitalisierungswellen verlaufen. Die Stressbelastungen durch die veränderte Arbeitswelt nehmen ganz offensichtlich deutlich zu.

Deshalb wird die Stärkung der Resilienz von uns allen, aber ganz besonders die der organisationalen Resilienz, eine Form der Organisationsentwicklung (Drath K., 2016, S. 381) immer wichtiger. Denn gesundheitsbedingte Arbeitsausfälle kosten Unternehmen und Volkswirtschaft immense Summen! Die messbaren direkten Kosten von rund 20 Mrd. Franken (Tages Anzeiger, 2018) sind diesbezüglich nur eine Seite der Medaille. Erkranken Mitarbeitende, schwächt dies ganze Teams und baut weiteren Stress auf, weil KollegInnen in die Bresche springen müssen. Nicht zu vergessen ist das Leiden der psychisch geschwächten Personen und deren Umfeld. Also eine Abwärtsspirale, welche ganz dringend zu durchbrechen ist!

Quellen und weiterführende Informationen

Drath, K. (2016). Resilienz in der Unternehmensführung. Was Manager und ihre Teams stark macht. Freiburg: Haufe-Lexware GmbH & Co. KG.

Steck, A. (2018). Stress bei der Arbeit: Zahl der psychischen Erkrankungen ist um ein Drittel gestiegen.

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