Seit einigen Jahren investiert die AXA Winterthur mit gezielten Massnahmen in die Weiterentwicklung ihrer Unternehmenskultur. Im Rahmen der beiden CAS FH in Organisationsentwicklung und –beratung sowie CAS FH in Change Management berichtet der Dozent Peter Shepherd von diesen Massnahmen und ermöglicht es den Studierenden auch, vor Ort Einblick zu erhalten und sich mit AXA-Mitarbeitenden auszutauschen.

Peter Shepherd arbeitete 2007 im Hauptquartier der AXA Gruppe in Paris am Launch einer Kulturinitiative mit und trieb in den letzten Jahren im HR der AXA Winterthur diese Kulturentwicklung weiter voran. Im Interview mit Daniela Disler, Studiengangsleiterin CAS FH in Organisationsentwicklung und –beratung, erzählt Shepherd von seinen Erfahrungen und Learnings aus seiner Arbeit.

Was war für Euch der Auslöser für die intensive Arbeit an der Unternehmenskultur?

Die AXA Gruppe hat 2008 ein weltweites Kulturprogramm lanciert, welches 2009/10 auch in der Schweiz ausgerollt wurde. Absicht dieser strategischen Initiative war die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen AXA-Einheiten zu verbessern und neben der Mitarbeiterzufriedenheit auch die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Die Geschäftsleitung der AXA Winterthur entschied sich damals für ein umfassendes Schulungs- und Coachingprogramm, welches auch heute noch seine Wirkung zeigt.

Was hat Euch in all den Jahren geholfen, das Thema voranzutreiben?

Sicherlich der mächtige Initialschub aus dem Hauptquartier in Paris, dann aber auch das Commitment der Geschäftsleitung und das Verweben der Initiative in den Alltag. Heute finden sich die Kultur-Facetten, welche auf den Modellen und Instrumenten von Human Synergistics basieren, in allen HR-Prozessen und –Tools, angefangen beim Welcome Day, in den Rekrutierungsrichtlinien oder im Performance Management. Übrigens: Wir nennen unsere Unternehmenskultur "Blaue Kultur", weil die Zielkultur die blauen Stile aus dem Circumplex von Human Synergistics anstrebt.

 Kulturentwicklung AXA Winterthur

Was sind für Dich die zentralen Learnings aus den letzten Jahren?

Kulturarbeit ist kein HR-Projekt sondern eine langjährige, strategische Initiative, welche durch das Top-Management unterstützt und vorgelebt werden muss. Und: Es reicht nicht, „top down“ die Führung zu involvieren. Die Kulturthemen müssen parallel auch direkt zur Basis getragen und dort diskutiert werden.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: wie sehen die nächsten Schritte in der Kulturentwicklung bei der AXA Winterthur aus?

Aktuell diskutieren wir auch auf Gruppenebene, inwiefern wir unsere „Blaue Kultur“ weiterentwickeln müssen. Stichworte sind hier das Fördern einer Fehler- und Lernkultur und mehr Unternehmertum, Mut, um sich den digitalen Herausforderungen und dem veränderten Kundenverhalten stellen zu können. Unbestritten bildet die „Blaue Kultur“ aber eine wertvolle Basis, auf der wir weiterhin aufbauen werden.

Was empfiehlst Du Personen, die die Entwicklung der Kultur in einem Unternehmen beeinflussen möchten?

Kulturarbeit darf kein „Schönwetter-Programm“ sein. Es braucht die Überzeugung, dass die Kultur ein echtes Asset des Unternehmens ist, welches differenzierend - nicht nur am Arbeitsmarkt - wirkt. Diese Diskussion gilt es, mit Leidenschaft und Hartnäckigkeit zu führen.

 Studierende der Kalaidos FH bei AXA Winterthur

Abb.: Studierende der Kalaidos Fachhochschule am Unterrichtstag (02.09.16) bei der AXA Winterthur

 

Foto: Peter Shepherd, Dozent in den Studiengängen CAS FH in Organisationsentwicklung und -beratung und CAS FH in Change Management, Kalaidos FH 


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