Mann auf Raketenstuhl
Mit einer innovativen Geschäftsidee zum Höhenflug ansetzen (Symbolbild)


Haben Sie eine innovative Geschäftsidee und wollen damit eine erfolgreiche Existenz gründen oder Ihr Unternehmen zukunftsfähig machen? Natürlich kann niemand zu 100 Prozent voraussagen, ob alles nach Plan verläuft. Es besteht immer ein Risiko, dass Ihre Geschäftsidee scheitert. Allerdings sollten Sie sich deswegen nicht davon abhalten lassen. Für eine erfolgreiche Umsetzung brauchen Sie Fach- und Erfahrungswissen, einen Businessplan, strukturiertes Vorgehen sowie Mittel und Menschen, die Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen. Ausserdem viel Leidenschaft und ein bisschen Mut.

Was macht eine Innovation aus?

Der österreichische Ökonom Joseph Alois Schumpeter gilt als Urvater der Begriffsdefinition für Innovation (Borbély, 2008). Innovation hat immer mit etwas Neuem oder einer Erneuerung zu tun, insbesondere von Produkten, Produktionsmethoden, Dienstleistungen, Prozessen oder Märkten. Eine Erfindung oder neue Technologie ist noch keine Innovation. Erst wenn eine neue Idee oder ein Prototyp umgesetzt ist und sich bewährt hat, wird sie zur Innovation.

Heutzutage wird auch ein neuer Verwendungszweck eines Produktes oder einer Technologie als Innovation bezeichnet. Beispielweise wurde der Wirkstoff Botulinumtoxin früher in erster Linie als Arzneimittel zur Behandlung von speziellen Bewegungsstörungen (z.B. Schielen) eingesetzt, inzwischen ist dieser auch als Mittel zur Minderung mimischer Falten zugelassen und weit verbreitet.

Löst Ihre Geschäftsidee ein Problem?

Sollten Sie keine innovative Business-Idee haben, müssen Sie laut Innovationsforscher und Harvard Business School Professor Stefan H. Thomke nicht auf eine spontane Eingebung warten oder eine geniale Erfindung machen, die es dann in irgendeiner Form umzusetzen gilt (t3n, 2021). Vielmehr gilt es, sich nach Problemen umzusehen, für die es keine Lösung gibt – zuhause, im Freundeskreis oder im Arbeitsumfeld. Immer wenn etwas nicht reibungslos funktioniert und Sie denken, dass es etwas Besseres, Einfacheres oder Günstigeres geben sollte, dann sind Sie einer guten Geschäftsidee vielleicht schon ganz nah.

Die Erfolgsstory dazu liefert die Online-Plattform Airbnb: Als Brian Chesky und Joe Gebbia 2007 von New York nach San Francisco umziehen, sind sie ohne Arbeit und haben Probleme, ihre Miete zu bezahlen. Sie suchen nach einer Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen. Gleichzeitig stellen sie fest, dass alle Hotelzimmer in der Stadt ausgebucht sind, da gerade eine Konferenz viele Besucher anzieht. Sie kaufen einige Luftmatratzen, richten schnell eine Website mit dem Namen "Air Bed and Breakfast" ein und bieten ihren Gästen für wenig Geld einen Platz zum Schlafen und ein Frühstück an. Damit lösen sie drei verschiedene Probleme: Sie generieren eine Einkommensquelle, ihre Gäste sparen Geld, Einheimische und Auswärtige kommen miteinander in Kontakt.

Überlegen Sie also:

  • Worüber ärgere ich mich selbst immer wieder?
  • Worüber beschweren sich andere Menschen?
  • Wo wünschen sich Konsumentinnen und Konsumenten eine Veränderung?
  • Für welche Probleme gibt es noch keine Lösung?
  • Ist das Problem nur für mich bedeutsam oder betrifft das auch viele andere Menschen?
  • Warum gibt es für das Problem noch keine Lösung?
  • Kann ich eine geeignete Lösung für das Problem anbieten? Wenn nicht, wer könnte mich dabei unterstützen?

Binden Sie andere in die Ideengenerierung ein

Haben Sie Mühe, eine passende Lösung zu entwickeln, weil Ihnen beispielsweise gewisse Kompetenzen fehlen, können Sie auf Ressourcen anderer zugreifen. Auch kann es sinnvoll sein, gemeinsam in einer Gruppe Ideen zu entwickeln. Wenn viele Personen beteiligt sind, empfiehlt es sich, den Prozess der Ideenfindung zu strukturieren und moderieren sowie ein allen zugängliches Ideenmanagement-Tool einzusetzen. Damit lassen sich die Ideen an einem Ort online sammeln, sortieren, bewerten und überwachen.

Möchten Sie Ihre Mitarbeitenden für die Ideenfindung begeistern, ist es wichtig, dass Sie ein Umfeld schaffen, in welchem sie das Gefühl haben, ihre Ideen freiwillig einbringen zu können. Zeigen Sie auf, welchen Nutzen sie davon haben (z.B. Vereinfachung der Arbeit, Optimierung von mühsamen Prozessen, Mitgründung eines neuen Geschäftsfeldes) und bringen Sie zum Ausdruck, dass ihre Ideen geschätzt werden.

Kombinieren Sie bereits erfolgreich umgesetzte Geschäftsideen

Zu einer Innovation können Sie auch gelangen, wenn Sie weder viele Ressourcen haben, noch eine Idee, die bisher noch niemand hatte. Scheuen Sie sich nicht vor kreativer Nachahmung. Das heisst, aus Fehlern von anderen Businessmodellen zu lernen und diese individuell weiterzuentwickeln. Oder lassen Sie sich von anderen Geschäftsideen inspirieren, indem Sie Analogien bilden: Wie könnte eine Geschäftsmodell-Innovation aus einer anderen Branche Ihr Geschäftsmodell erneuern? Was lässt sich nutzen, was verändern – die Zielgruppen, das Angebot, das Nutzenversprechen, die Preise?

Auf diese Weise hat Nespresso den Kaffeemaschinenmarkt und Kaffeemarkt neu aufgemischt. Kaffeemaschinen waren damals nichts Neues, doch entwickelte Nespresso diese weiter, führte Kaffee in portionierten Kapseln unterschiedlicher Geschmacksrichtungen ein und kreierte daraus ein neues Nutzenversprechen: "Jedem zu ermöglichen, die perfekte Tasse Espresso zuzubereiten – genau wie ein professioneller Barista." (Nespresso, 2015). Die Idee von Nespresso hat sich ausgezahlt, nicht nur dank starker Kundenorientierung. Auch das ausgeklügelte Preismodell mit relativ günstigen Kaffeemaschinen und teuren Kapseln trug das Seine dazu bei.

Ziehen Sie auch die Möglichkeit in Betracht, verschiedene digitale Business-Modelle mit Ihrem Geschäftsmodell zu verbinden – sei es ein Online Shop mit physischen Verkaufsstellen (vgl. Ikea), eine Kooperation mit Vertriebspartnern, die ihre Verkaufsplattform zur Verfügung stellen (vgl. Zalando oder Amazon) oder ein Subskriptionsmodell mit Gratis- und Bezahlfunktionen (vgl. Streaming-Dienste oder soziale Netzwerke).

Prüfen Sie die Erfolgschancen Ihrer Business-Idee

Jede neue Business-Idee, die sich langfristig halten und möglichst viele potenzielle Kundinnen und Kunden erreichen soll, muss vor der Implementierung auf seine Erfolgschancen geprüft werden. Hinterfragen Sie also Ihre Idee und passen Sie sie laufend an - insbesondere im Austausch mit potenziellen Kundinnen und Kunden. Thomke vergleicht diesen Vorgang mit einem Experiment in einem Versuchslabor (t3n, 2021):

  • Was ist das Alleinstellungsmerkmal meiner Idee (Lösung eines Problems)?
  • Was halten potenzielle Kundinnen und Kunden von meiner Idee?
  • Suchen potenzielle Kundinnen und Kunden überhaupt nach einer solchen Lösung?
  • Wodurch ist mein Angebot besser als das der Konkurrenz?
  • Ist die Umsetzung realistisch gesehen machbar?
  • Sind genügend Ressourcen (Kapital, erfahrene Leistungsträger) vorhanden?
  • Wie verhält sich die Kostenstruktur?
  • Passt die Innovation zu den Prozessen in meinem Unternehmen? (Organizational Fit)?

Ebenso kann ein (Digital) Business Model Canvas Sie dabei unterstützen, Ihr Geschäftsmodell zu entwerfen, zu evaluieren oder weiterzuentwickeln. Dank der übersichtlichen Visualisierung behalten Sie und Ihre Innovationspartner/innen in jeder Arbeitsphase den Überblick.

Last but not least, nehmen Sie Einwände und Bedenken Ihres Umfeldes immer ernst. Doch erkennen Sie den Unterschied zwischen konstruktiver Kritik, die Ihnen hilft, Ihr Geschäftsmodell weiter zu verbessern und solcher mit destruktiven Absichten. Diese geschieht oft aus purem Neid und dürfen Sie deshalb getrost vergessen. Wenn Sie nun von Ihrer Innovation überzeugt sind, zögern Sie nicht, Ihre Idee auch wirklich umzusetzen.

Autor/in
Irene-Willi

Irene Willi Kägi

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