CV versus LinkedIn
CV versus LinkedIn (Symbolbild)

Im Zuge der Digitalisierung der Personalbeschaffung fragen sich viele Arbeitnehmende, ob es überhaupt noch ein CV braucht. Und wenn, warum soll man sich nicht gleich ein CV bei LinkedIn anllegen?Ja, das klassische CV wird noch immer benötigt. Selbst bei online ausgeschriebenen Stellen wird oftmals noch ein vollständiges CV verlangt. Das heisst aber nicht, dass man bei LinkedIn nicht doch eine ausführliche Präsenz aufbaut und unterhält. Denn gerade die in den letzten zehn Jahren zu beobachtende Verschiebung der Rekrutierungsaktivitäten von Print zu Digital hat auch dazu geführt, dass immer mehr Personalbeschaffende die geeigneten Profile im Internet selber suchen. Diese "Active Sourcing" genannte Methode stellt Arbeitnehmende vor eine neue Herausforderung: Wie kann man sicherstellen, mittels Business-Netzwerken wie LinkedIn gefunden zu werden?

Unterschiedliche Handhabung und Nutzung von LinkedIn und CV

Die richtige Handhabung und Nutzung von LinkedIn unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von einem CV, das optimalerweise auf jede neue ausgeschriebene und beworbene Position angepasst wird. Dabei verlangen die Rekrutierenden immer kürzere und möglichst verdichtete CVs, wohingegen der LinkedIn-Auftritt prinzipiell umfassender gestaltet werden darf.

Soll man demnach ein ausführliches CV in LinkedIn erstellen? Ja und nein. Wird das CV als quasi offizielles Dokument angesehen, das vertraulich ist und eigentlich nur dem Empfänger direkt das Recht zur Einsicht gibt, so ist LinkedIn öffentlich. Damit wird rasch klar, dass man LinkedIn nicht als vollwertigen CV-Ersatz ansehen kann. Im CV können auch den Arbeitgeber betreffende, vertrauliche Informationen untergebracht werden wie verantworteter Umsatz, Budgets, Führung und Projekte. Bei LinkedIn sollte man nur die Informationen anführen, die den ehemaligen oder aktiven Arbeitgebern nicht schaden können. Somit sind bei LinkedIn eher Umschreibungen oder Grössenordnungen anzugeben, aber nur bedingt exakte Beschreibungen dieser Faktoren (das hängt sehr von Aufgabe und Arbeitgeber ab). CV und das LinkedIn-Profil sind sich ergänzende Instrumente und erfüllen spezifische Funktionen im Bewerbungs- und Rekrutierungsprozess. Deshalb ist es nicht empfehlenswert, dem Online-Profil das CV oder gar Diplome und Zeugnisse als Dokument anzuheften.

Keywords sind bei LinkedIn und dem CV Key

Mit der zunehmend in Mode kommenden Matching-Software, die für eine auf Keywords basierende Vorauswahl von Kandidierenden sorgt, haben sich CV und LinkedIn soweit angenähert, als man heute bei beiden die richtigen Keywords verwenden sollte. Im CV werden die Schlüsselbegriffe durch die in der Stellenausschreibung verwendeten relevanten Anforderungen und Kompetenzen bestimmt. Bei LinkedIn geht es mehr darum, so viele Keywords wie möglich unterzubringen. Schlüsselbegriffe sind bei LinkedIn wichtig, damit man von Rekrutierenden gefunden wird. Da man jedoch ein allgemeines Profil erstellt, das nicht auf eine bestimmte Stelle angepasst ist, muss man wesentlich mehr Begriffe unterbringen.Dass sowohl im LinkedIn-Profil als auch im CV ein professionelles Foto zu finden sein soll, versteht sich fast von selbst. Und fehlerfrei sollten beide genauso sein. Unterschiede in der Chronologie oder dem Inhalt der Aufgaben und der Angabe der Arbeitgeber sollten auch keine bestehen.

Grösster Vorteil von LinkedIn: die Zusammenfassung

Der grösste Vorteil von LinkedIn gegenüber dem CV ist die Möglichkeit, bis zu 2000 Zeichen in der Zusammenfassung unterzubringen (immer in der Ich-Form). Wer so im CV vorgeht, hat bei vielen Personalern schon im Vorfeld schlechte Karten; im CV wird nur noch eine kurze professionelle Zusammenfassung toleriert. Bei LinkedIn hingegen ist es die einzige Möglichkeit, das Spannungsfeld zwischen Selbstvermarktung und Wahrheit ein wenig in die erstere Richtung zu lenken. So dient die Zusammenfassung dazu, dem Profillesenden die eigenen Stärken, Kompetenzen und Erfahrungen rasch verständlich zu machen. Man sollte aber immer im Auge behalten, dass die Online-Rekrutierenden kaum Zeit für die Durchsicht eines Profiles verwenden. Hier kommt die Verwendung von vielen relevanten Keywords wieder ins Spiel.

Zusammenfassend liegt die die Kongruenz zwischen CV und dem LinkedIn-Profil in der Chronologie, der exakten Angabe von Aufgabe und Arbeitgeber, dem (allerdings unterschiedlichen) Aufführen von Keywords und nicht zuletzt dem notwendigen, professionellen Foto. Abweichungen sind in erster Linie die Selbstdarstellungsmöglichkeit in der Zusammenfassung und die Option, LinkedIn sehr ausführlich zu gestalten. Letztlich ist das CV ein vertrauliches Dokument, wohingegen das LinkedIn-Profil öffentlich ist. Dementsprechend sorgsam ist die Preisgabe von persönlichen und den Arbeitgebern betreffende Informationen zu handhaben.

Lesen Sie im Kalaidos Blog:

Professionelle Profile auf LinkedIn und Xing

Facebook Twitter Xing LinkedIn Whatsapp E-Mail