Junge Frau erklärt älterer Frau Funktionen auf dem Smartphone
Reverse Mentoring soll den Austausch zwischen den Generationen fördern. (Symbolbild)

Beim Mentoring im klassischen Sinne werden junge Mitarbeitende in einem Unternehmen von einem erfahrenen älteren Mitarbeiter als Mentor begleitet. Doch in einer neuen Arbeitswelt, mit stetigem technologischem Wandel, können die Jungen manchmal den Alten voraus sein. Warum nicht die Rollen tauschen? Reverse Mentoring setzt genau hier an, geht aber noch einen Schritt weiter: ein wechselseitiges Mentoring zwischen Jung und Alt, das auch mit negativen Altersstereotypen aufräumen soll.

Wie funktioniert Reverse Mentoring?

Der umgekehrte Typ des klassischen Mentorings wurde erstmals 1999 von Jack Welch, dem ehemaligen CEO von General Electric, eingeführt. Er paarte die Top-Manager mit Juniors als Mentoren und stellte damit die gesamte Firma auf den Kopf. Mittlerweile ist Reverse Mentoring international ein Begriff. Das Ziel dabei ist, einen gegenseitigen Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen den Generationen zu schaffen, von dem beide profitieren: Sowohl ältere Mitarbeitende in der Rolle der Mentees als auch jüngere Mentoren können voneinander lernen. Letztere vermitteln beispielsweise digitales Know-how und profitieren im Gegenzug vom reichen Erfahrungsschatz ihrer älteren Kolleginnen und Kollegen, wie Leadership Skills und praktisches Fachwissen. Gleichzeitig erhalten beide einen Einblick in die Wertvorstellungen, Weltanschauungen und Trends der jeweiligen Generation des anderen. Durch regelmässige Treffen im Tandem wird eine Beziehung aufgebaut, die auf Gegenseitigkeit und Vertrauen beruht, und so sowohl die Zusammenarbeit als auch das Arbeitsklima im Unternehmen verbessern soll.

Reverse Mentoring erfolgreich umsetzen

Wenn Sie Reverse Mentoring in Ihrem Unternehmen einsetzen, oder selbst an einem Reverse Mentoring Programm teilnehmen möchten, lohnt es sich, folgende Punkte zu beachten: Die ältere Person profitiert am meisten von ihrem jüngeren Mentor, wenn dieser über mehr Erfahrung im jeweiligen Bereich verfügt. Typisch sind deshalb Themen, die den technologischen Fortschritt betreffen, wie Internet und Social Media. Neben der Zielsetzung und Themenwahl ist die Passung des Tandems wichtig. Um Diversität zu erreichen, können unterschiedliche Persönlichkeiten aus verschiedenen Regionen und Fachbereichen miteinander ins Gespräch gebracht werden. Dies erhöht aber auch das Risiko für Konflikte und kann bestehende Hierarchien verstärken. Besonders das umgekehrte Rollenverhältnis stellt eine Herausforderung dar. Um eine gute Passung und ein hohes Commitment von beiden Seiten sicherzustellen, sollten Charakterstärken und individuelle Unterschiede im Vorfeld abgeklärt werden. Wenn die Bereitschaft gegeben ist, kann Reverse Mentoring ein innovatives Tool für Firmen und Mitarbeitende darstellen.

Quellen und weitere Informationen:

Murphy, W. M. (2012). Reverse mentoring at work: Fostering cross‐generational learning and developing millennial leaders. Human Resource Management, 51(4), 549–573. https://doi.org/10.1002/hrm.21489

Autor/in
Mandana Bahrami

MSc Mandana Bahrami

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