Der demographische Wandel ist in vollem Gange. Mit zunehmendem Alter der Bevölkerung ist mit einem starken Anstieg älterer Mitarbeitender in Unternehmen in den nächsten Jahren zu rechnen. Um die Qualität dieser Anspruchsgruppe möglichst hoch zu halten, sollten sich Unternehmen bereits jetzt darauf vorbereiten, ihre Personalentwicklungsstrategie für alle Altersgruppen attraktiv zu gestalten.

Im Rahmen des Studienganges CAS FH in Personalentwicklung fand am Freitag, den 3. Februar 2017 ein Praxisgespräch zum Thema „Personalentwicklung für ältere Mitarbeitende (k)ein neues Thema“ statt. Unsere Gastdozentin und Expertin, Agnes Joester, diskutierte mit Studierenden des Studiengangs sowie zahlreichen Interessierten Fragen rund um dieses spannende Thema. Für jene, die dem Anlass nicht beiwohnen konnten, sind hier die wichtigsten Aussagen der Expertin und allgemeine Erkenntnisse zusammengefasst:

Alter kennt keine Zahl

Alter lässt sich nicht mit einer Zahl definieren. Ein dreieinhalb Jahre altes Kind empfindet bereits ein zehnjähriges Schulkind als „alt“. Aus der Sicht eines Fünfzehnjährigen sind jene, die verheiratet sind und bereits Autofahren, alt. Mittdreissiger empfindet ihre Eltern als alt, ebenso Personen, die leicht ergraute Haare haben oder eine Brille benötigen. Die/der Fünfundsiebzigjährige findet, alt ist man erst, wenn man gebrechlich bzw. auf Betreuung angewiesen ist.

Menschen suchen einen Sinn in ihrer Tätigkeit

Mit zunehmendem Alter rückt die Sinnhaftigkeit des Lebens immer mehr in den Vordergrund. Man will einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten und in wichtigen Belangen mitentscheiden. Eine Standortbestimmung für ältere Mitarbeitende kann sehr hilfreich sein, um die Fähigkeiten entsprechend einzusetzen. Auf solche Massnahmen reagieren Mitarbeitende überdurchschnittlich loyal und bleiben dem Unternehmen länger und in optimaler Position erhalten. Auch die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit nehmen dadurch wesentlich zu. Und das sind oftmals auch Argumente, welche die Geschäftsleitung und Personalleitenden überzeugen, vermehrt auf die Rekrutierung und Entwicklung älterer Personen zu setzen.

Diese Personalentwicklungsinstrumente sind besonders geeignet

Mentoring, Coaching, Standortbestimmung, Job Rotation und Praktika eignen sich besonders für erfahrene Mitarbeitende. Dabei gilt es, selbst Verantwortung zu übernehmen und herauszufinden, was einem tatsächlich Spass macht. Dies heisst aber nicht, dass spezielle Personalentwicklungsmassnahmen für Menschen ab 50 zu planen sind, sondern vielmehr, diese Anspruchsgruppe nicht ausser Acht zu lassen und Massnahmen für alle Mitarbeitergruppen zu entwickeln und anzubieten.

Führungskräfte müssen als Coaches und Mentoren unterstützen

Führungskräfte und Vorgesetzte nehmen immer mehr eine zentrale Funktion als Motivator, Mentor und Coach ein. Sie können unterstützen und sicherstellen, dass jeder Mitarbeitende die richtigen Personalentwicklungsmassnahmen nutzen kann und dadurch sein Potenzial optimal entfaltet. Rollenklarheit sowie Mitbestimmung bei Entscheidungen und Mitgestaltung der eigenen Tätigkeiten können Erfolgsfaktoren für eine langfristige Bindung zum Arbeitgeber sein.

Kurz gesagt: Personalentwicklung für ältere Mitarbeitende kennt keine bestimmte Altersgrenze. Es geht vielmehr darum, die passenden Massnahmen für jeden Mitarbeitenden zu finden und das Miteinander der Generationen zu fördern.

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