Die ABC-Analyse (Always Better Control) ist ein wichtiges und dennoch einfaches Hilfsmittel, um das Verhältnis von Aufwand und Ertrag anhand einer IST-Situation darzustellen und so zwischen wesentlichen und weniger wichtigen Sachverhalten zu unterscheiden. Am häufigsten verbreitet ist dieses Modell in der Materialwirtschaft, wo sich mit Hilfe dieser Analyse unter anderem die Lagerkosten besser kontrollieren lassen. Doch seine Anwendung muss sich nicht nur auf Beschaffung, Lagerung und Lieferung beschränken. Das Instrument lässt sich für viele betriebswirtschaftliche Entscheidungsprozesse heranziehen, wie folgenden Beispiele zeigen:

  • Segmentierung von Kundengruppen und Absatzgebieten (Aufteilung des Marketing-Budgets)
  • Gestaltung, Erweiterung und Bereinigung von Sortimenten (Entscheidungen für oder gegen Produkteinführungen oder Produkteliminierung)
  • Projektmanagement (Klassifizierung von Projekten)
  • Qualitätssicherung (Ermittlung von Fehlerquellen)

Generell betrachtet, kann die ABC-Analyse überall dort zum Einsatz kommen, wo man aufgrund von knappen Ressourcen Prioritäten setzen muss.

Bildung von Klassen

Ziel ist es, aus einer Grundgesamtheit drei Klassen zu bilden. Strukturierungskriterium ist der  Werteanteil eines Artikel, ein weiteres beispielsweise der Verbrauch. Priorität hat die Klasse A, da sie den grössten Wertanteil besitzt. Bei vielen Artikeln verhält sich der Anteil des Verbrauch gegenteilig zum Wertanteil, d.h. mit 20% Verbrauch lässt sich ein Gesamtwert von 80% erzielen. Die grobe Strukturierung ermöglicht es, interessante Schlüsse zu ziehen. Anhand der ABC-Analyse weiss man nun, dass die A-Klasse und unter Umständen auch die B-Klasse genauer zu untersuchen sind.

ABC-Analyse

Bild: Klassenbildung ABC-Analyse

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Vorgehen

  1. Schritt: Einzelwerte ermitteln und Verbrauchswerte errechnen. Gemäss dem Beispiel aus dem Video: Stückpreis und Stückbedarf ermitteln und multiplizieren.
  2. Schritt: Die errechneten Verbrauchswerte absteigend sortieren.
  3. Schritt: Verbrauchswerte in % am Gesamtwert ermitteln.
  4. Schritt: Verbrauchswerte (in %) kumulieren.
  5. Schritt: Falls man eine Lorenzkurve als Output wünscht: Stückbedarf in % von Gesamtmenge errechnen.
  6. Schritt: Falls man eine Lorenzkurve als Output wünscht: Stückbedarf (in %) kumulieren.
  7. Schritt: Klassenbildung vornehmen. Einteilung der Verbrauchswerte (in %) gemäss ihrem Werteanteil in die Klassen A, B, C.

Das folgende Video zeigt die Erstellung der ABC-Analyse mithilfe von Excel: 

Sollte das Video nicht angezeigt werden, klicken Sie hier.

Die Vor- und Nachteile

Die Vorteile der ABC-Analyse liegen auf der Hand:
  • Ein einfaches Entscheidungstool, das schnelle Resultate liefert.
  • Identifizierung der A-Einheiten und damit deren genauen Überwachung.
  • Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (den Aufwand da zu verteilen, wo der grösste Nutzen anfällt).
  • Reduzierung der Komplexität
  • Universell einsetzbare Methodik (auch geeignet für Prozessplanung, Personalentwicklung, Datenermittlung, etc.)
Als Nachteile der ABC-Analyse gelten folgende Punkte:
  • Konsistenz der bereitgestellten Einzelwerte
  • Klassenbildung beruht auf Annahmen. Nicht für jede Fragestellung ist die 80%:15%:5%-Regel anwendbar.
  • Die zu messenden Einheiten müssen quantifizierbar sein.
  • Es werden nur quantitative Faktoren untersucht.
  • Die Methode blendet Entwicklungspotenziale aus, da nur der IST-Zustand widergespiegelt wird.
Ein weiteres klassisches Analyse-Tool im Controlling finden Sie hier: In 5 Schritten zur SWOT-Analyse
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