Büroräumlichkeiten in einem Smart Building
Das Büro der Zukunft: Welche Voraussetzungen müssen für hybride New Work Spaces geschaffen werden? (Symbolbild)

Wie schaffen wir mit Gebäuden die Arbeitswelt der Zukunft? Smart Buildings sollen nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Zusammenarbeit fördern. Wie solche intelligenten Gebäude aussehen können und welche Technologien bereits eingesetzt werden, zeigte Stefan Schneider, Head of Business Unit Future Lab pom+, am kürzlich online durchgeführten Workhack der Kalaidos Fachhochschule.

Smart Buildings als Management Tool

Durch die Corona-Pandemie wurde uns bewusst: Es braucht hybride Arbeitsformen, um besseres Arbeiten zu fördern und den Bedürfnissen der neuen Arbeitswelt gerecht zu werden. Smart Buildings können helfen, unterschiedliche flexible Arbeitsformen zu managen, indem sie eine smarte Infrastruktur mit digitalen Tools kombinieren. Anhand von Apps, Smartboards und intelligenten Konferenzräumen schaffen sie so ideale Rahmenbedingungen für modernes Co-Working und projektbasiertes Arbeiten im Büro der Zukunft.

Stefan Schneider zeigte im Workhack anhand von Beispielen aus der Praxis und aktuellen Studienergebnissen auf, welche Voraussetzungen für hybride New Work Spaces geschaffen werden müssen und wo Herausforderungen für Unternehmen liegen.

Wie wird aus einem Gebäude ein Smart Building?

Stefan Schneider erklärte die Konzeption von Smart Buildings anhand einer Customer Journey, wobei Gebäude- und Managementebene zusammengeschlossen werden. Das Vorgehen ist dabei ähnlich wie bei der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie. Die Nutzer, hier also die Mitarbeitenden, stehen im Zentrum. Für Unternehmen ist es wichtig, ihre Mitarbeitenden und deren Bedürfnisse zu kennen. In einer ersten Analysephase geht es also darum, herauszufinden, welche Typen von Mitarbeitenden es in Ihrem Unternehmen gibt: Sind Ihre Mitarbeitenden mehrheitlich digitale Nomaden, die von überall aus arbeiten, oder Workplace Residents, die täglich die Büroflächen nutzen? Je nach Bedürfnissen und Nutzung ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Arbeitsumgebung.

Ebenfalls wichtig ist es, die Pain Points ausfindig zu machen. Ein Pain Point für Mitarbeitende kann beispielsweise sein, dass im Desksharing-Modell kein Arbeitsplatz verfügbar ist, wenn sie zur Arbeit erscheinen. Unklarheit über die Auslastung/Belegung der Büroräumlichkeiten kann wiederum für Unternehmen bedeuten, dass ein unnötig hoher Energieverbrauch entsteht, beispielsweise durch die Belüftung leerer Stockwerke. Sowohl für Arbeitnehmende als auch für Arbeitgebende besteht also ein Anreiz für die Integration von smarten Lösungen. In einem nächsten Schritt geht es daher darum zu identifizieren, welche technischen Möglichkeiten bestehen, um die Pain Points anzugehen.

Customer Journey Smart Buildings
Customer Journey des Nutzers. (Quelle: eigene Darstellung, pom+ Consulting AG, 2022)

Smarte Ansätze für Smart Buildings

Stefan Schneider gab uns einen interessanten Einblick in Technologien, die uns bereits heute ermöglichen, die Zukunft der Arbeitswelt Realität werden zu lassen. Tools von Schweizer Start-ups sind beispielsweise:

  • Animatico: Das 2019 gegründete ETH Spinoff kreiert Avatare und kombiniert diese mit Künstlicher Intelligenz, die dann beispielsweise im Rahmen eines automatischen Empfangs Mitarbeitende und Besucher wegleiten.
  • LEDCity: Ein intelligentes Beleuchtungssystem mit integrierten Sensorik- und Steuerungskomponenten, welche das Licht dem effektiven Bedarf des Betriebs anpasst und so erhebliche Energiekosten spart.
  • ROOMZ: Eine smarte Work-Space-Lösung mit Sensorik und Echtzeit-Buchungssystem, um hybride Arbeitsbereiche effizient und ressourcenschonend zu verwalten.

Bei der grossen Auswahl an Tools ist es wichtig, dass diese auf die individuellen Customer Journey ausgerichtet sind und bei der Integration auf Kompatibilität geachtet wird. Ein digitaler Zugang inkl. Belegungsmessung könnte beispielsweise mit einer Licht-Schatten- und Heizungs-/Lüftungsteuerung kombiniert werden. Daneben gibt es auch schon All-in-one-Lösungen, wie beispielsweise die die Smart Building Plattformen Sensorberg oder Comfy.

Stefan Schneider meint, dass wir von ganzheitlich vernetzten Smart Cities vielleicht noch ein wenig entfernt sind. Fest steht jedoch: Smart Buildings und die dahinterliegenden Technologien sind im Trend, nicht zuletzt für die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen, denn sie spielen eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Gestaltung unserer baulichen Umwelt. Die ersten Smart Buildings wurden schon realisiert. Es ist an der Zeit, dass mehr Unternehmen fit für die Zukunft werden und sich entsprechend positionieren.

Quellen und weiterführende Informationen:

The e-paper about the future of shared spaces, Vitra, März 2021

Studie «Digitalisierung in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft», pom+, 2022

Studie «BIM in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft», IFMA Schweiz, Bauen digital Schweiz, BIM LAB OST, Branch Do Tank, Infra Suisse, usic und pom+, 2022

https://www.digitalrealestate.ch/

https://swissproptech.ch/

Autor/in
Mandana Bahrami

Mandana Bahrami

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