Megafon: Myths versus Facts
Im SEO-Bereich sollten wir Mythen ignorieren und uns stattdessen auf die Fakten konzentrieren. (Symbolbild)

Der Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist im wahrsten Sinne des Wortes sagenumwoben. Dies liegt vor allem daran, dass einzelne Beobachtungen innerhalb der sehr aktiven SEO-Community voreilig zu allgemein gültigen Gesetzen erklärt werden. Aus Korrelation wird dann schlagartig Kausalität. Dies hat zur Folge, dass es unglaublich viele SEO-Mythen gibt, die sich über Blogs und Foren flugs verbreiten. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, habe ich mich in diesem Blogartikel drei verbreiteten Mythen angenommen, die aus meiner Sicht durchschlagenden SEO-Erfolg verhindern.

Mythos 1: Sie müssen regelmässig neue Inhalte veröffentlichen, um Google zu gefallen

Auch im Jahr 2021 lese ich immer noch recht häufig, dass sich die regelmässige Veröffentlichung neuer Inhalte positiv auf das Ranking in den Google-Suchergebnissen auswirken soll. Diesem Mythos liegt die Annahme zugrunde, dass Google diejenigen Webseiten belohnt, die regelmässig aktuellen Content veröffentlichen. Allerdings lässt sich nicht pauschal sagen, dass Google aktuelle Inhalte lieber mag als ältere. In erster Linie geht es der Suchmaschine immer um Qualität bzw. inhaltliche Relevanz und erst in zweiter Linie um Aktualität.

Der Ansatz, möglichst viele Inhalte zu erstellen, widerspricht darüber hinaus Googles Philosophie. Dies wird auch in einem Twitter-Post von John Müller, Webmaster Trends Analyst bei Google, deutlich:

"Google doesn't count your blog posts. I'd focus on quality rather than quantity. Make something truely [sic!] awesome, unique, compelling, & insightful. If that's a single page, it's a single page. [...]" (Müller, 2021).

Investieren Sie lieber 20 Stunden in die Erstellung eines einzigen wirklich ausführlichen, vollständigen und qualitativ hochwertigen Artikels als in zehn knappe und oberflächliche Posts, die Sie in Hektik zwischen zwei Meetings runterschreiben. Die Nutzer/innen sind auf der Suche nach gehaltvollen Antworten. Verabschieden Sie sich daher von trivialen Phrasen und lieblos zusammengezimmerten Inhalten ohne Tiefgang. Erstellen Sie Inhalte, die die Nutzer/innen begeistern!

Mythos 2: Alle Faktoren sind bei der Optimierung gleich wichtig

Zugegeben, die Optimierung einer Website ist tatsächlich oft ein Fass ohne Boden. Es gibt mit Sicherheit mehr als hundert Aspekte, die Sie an Ihrer Website optimieren könn(t)en. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im SEO-Bereich jedoch darin, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren und alles andere - vorerst - links liegen zu lassen.

Warum ist eine konsequente Fokussierung auf die wirklich wichtigen Aufgaben so wichtig? Weil Sie sonst Gefahr laufen, sich in der Optimierung von Details zu verlieren, die zwar Unmengen an Zeit kosten, letztendlich aber nur marginale Auswirkungen auf Ihr Ranking haben.

In einer Folge des hauseigenen Podcasts "Search Off The Record" hat Google vor kurzem bestätigt, dass es schwergewichtige Faktoren (z.B. inhaltliche Relevanz) und leichtgewichtige Faktoren (z.B. die SSL-Verschlüsselung) gibt. Die leichtgewichtigen Faktoren können als sogenannte "Tie-Breaker" angesehen werden. Das heisst konkret: Beim Vergleich von zwei Webseiten kommen die leichtgewichtigen Faktoren erst dann ins Spiel, wenn bei den schwergewichtigen Faktoren Gleichstand herrscht (Search Off The Record, 2021).

Es ist von grosser Wichtigkeit, dies wirklich zu verstehen und zu verinnerlichen. Denn dann wird klar, dass Sie Ihre wertvolle Zeit ausschliesslich in die Optimierung der schwergewichtigen Faktoren investieren sollten, die den grössten Einfluss auf Ihr Ranking haben. In erster Linie sollten Sie sich auf exzellente Inhalte und ebenso erstklassige Backlinks konzentrieren. Alles andere kann warten.

Mythos 3: Backlinks sind nicht mehr ausschlaggebend für das Ranking

Als erste Suchmaschine berücksichtigte Google bei der Bewertung von Webseiten neben dem Inhalt auch die eingehenden Backlinks. Mit diesem Kniff konnte Google die damalige Konkurrenz weit hinter sich lassen. Vereinfacht gesagt, betrachtet der Algorithmus jeden Link als eine Empfehlung. Je mehr hochwertige (!) Backlinks eine Website hat, desto besser.

Obwohl der Faktor Backlinks eine so grosse Rolle spielt, ist er bis heute verhältnismässig leicht zu manipulieren. Links können getauscht, gekauft und über gewisse technische Hintertüren sogar "gestohlen" werden. Google ist in den letzten Jahren zwar immer besser darin geworden, manipulierte Links als solche zu erkennen. Mit ausreichend Budget und etwas Geschick ist es aber auch heute noch möglich, sich in die Top 3 der Suchergebnisse zu mogeln (auch wenn diese Strategie natürlich nicht sehr nachhaltig ist).

Aus genannten Gründen liegt es durchaus nahe, dass Google gewillt ist, den Faktor Backlinks durch einen verlässlicheren zu ersetzen. Die Frage ist nur: Was für ein Faktor könnte das sein? Wie es scheint, hat Google auf diese Frage noch keine Antwort gefunden. Denn noch immer lassen sich die Rankings in den meisten Fällen mit der Qualität der eingehenden Backlinks erklären. Besonders deutlich wird dies bei Domains, die ein besonders starkes Backlink-Profil vorweisen können. Diese Webseiten sind in der Lage, mit nicht einmal mittelmässigen Inhalten quasi im Vorbeigehen für extrem umkämpfte Keywords zu ranken. Stand jetzt wäre es also mehr als fahrlässig, den Faktor Backlinks als "irrelevant" abzutun.

Zusammenfassung

Wenn Sie im SEO-Bereich Erfolg haben möchten, sollten Sie Mythen und Scheinkorrelationen ignorieren und sich stattdessen auf die konsequente Umsetzung der beiden wirklich wichtigen Aufgaben konzentrieren: Erstellen Sie exzellente Inhalte, die Ihre Zielgruppe begeistern und akquirieren Sie darauf aufbauend ebenso erstklassige Backlinks.

Autor/in
Nicolas Perez-Diehl

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