Wandtafel: The next step
Wie sieht der Neubeginn aus? (Symbolbild)

Vieles, was wir bis anhin als selbstverständlich erachtet haben, wird derzeit durch die Pandemie infrage gestellt. Sie verändert unser Selbstverständnis und wirkt sich auf verschiedene Lebensbereiche aus: für die meisten von uns auch auf die Arbeit. Vor allem dann, wenn eine Kündigung ausgesprochen wurde. Der Verlust des Arbeitsplatzes ist eine schmerzhafte Erfahrung. Auch wenn die Entscheidung des Arbeitgebers wirtschaftlich nicht zu vermeiden und sozial abgewogen war. Für die betroffenen Mitarbeitenden ist eine Kündigung ein tiefgreifender Einschnitt in ihrem Leben, der sie sprachlos macht und verunsichert – und der gerade in ungewissen Zeiten nicht selten zu Zukunftsängsten führt.

Die neue Situation wirft verschiedene Fragen auf: Wie wird der nächste Job sein? Wie lange reichen meine Ersparnisse? Soll ich mich beim RAV anmelden oder kann ich die Zeit finanziell überbrücken? Wie sage ich es meinem Umfeld? Wie gehe ich die Neuorientierung an?

Altes loslassen, um Neues zu beginnen

Eine Neuorientierung ist wie eine Reise. Am Anfang steht dabei oft das Aufhören – so seltsam das klingen mag. Denn indem wir etwas loslassen oder weglassen, wird Raum frei für etwas Neues. Lebensprozesse, die keinen richtigen Abschluss finden, irritieren und beunruhigen uns – und sie binden Kräfte, die wir für unseren Neuanfang benötigen.

In der ersten Zeit nachdem die Kündigung ausgesprochen wurde, kann psychologische Beratung darum sehr hilfreich sein. Indem sie das Erlebte reflektieren, gelingt es den Betroffenen besser, ihre Situation mit etwas Abstand zu betrachten. Sie wenden ihren Blick von den negativen Begleitumständen ab und lenken ihn in eine neue Richtung. Im Laufe das Beratungsprozesses wird das Geschehene so oftmals als Chance wahrgenommen und die Betroffenen können sich zuversichtlich auf eine neue berufliche Ausrichtung fokussieren.

Im Beratungsprozess werden auch private Angelegenheiten thematisiert. Etwa: Auf welches Netzwerk können die Betroffenen zurückgreifen? Ein konstruktiver Umgang mit der Krise führt auf lange Sicht meist zu persönlichem und beruflichem Wachstum. Das Berufsleben wird so zum Übungsfeld, auf dem gelernt werden darf. Rückschläge gehören dazu.

Eine Trennungsphase ist eine Gelegenheit, um innezuhalten und eine Standortbestimmung vorzunehmen. Jedes Aufhören enthält Elemente des Abschieds. Es können Gefühle wie Trauer, Angst, Ärger, Dankbarkeit, Wehmut oder auch Erleichterung aufkommen. Abschiede sind das Tor zu einem Neuanfang: Vor unseren Augen entfaltet sich das Leben, jeden Tag aufs Neue. Aus dem was war, entsteht das, was sein wird, was sein soll, was ist. Möglichkeiten zur Entwicklung warten darauf, dass wir sie nutzbar machen.

Prozess- und zielorientiertes Karrierecoaching

Eine ganzheitliche Beratung und Begleitung nach einer Kündigung im Rahmen eines Karrierecoachings dient dazu, die anstehenden Schritte für alle Beteiligten so konstruktiv wie möglich zu gestalten. Die Ausgangssituation und die Erwartungen sind dabei bei jedem und jeder Betroffenen anders. Folgende Phasen sind jedoch Bestandteil jedes Karrierecoaching-Prozesses:

Karrierecoaching 
Phasen des prozess- und zielorientierten Karrierecoachings (Grafik: Katrin Junkte)

Für Arbeitgeber lohnt es sich, in Trennungssituationen neben dem klassischen Outplacement für Kader und Manager einen internen oder externen Bewerbungsservice für Mitarbeitende in Erwägung zu ziehen. Mit diesem Angebot zeigen sie nach innen und aussen Verantwortung und stellen sicher, dass die betroffenen Mitarbeitenden leichter eine neue Aufgabe finden. Denn sorgfältig und konsistent gestaltete Bewerbungsunterlagen bestimmen den ersten Eindruck der Bewerbenden und sind zunächst das stärkste Argument im Bewerbungsprozess.

Ein Coaching hilft den betroffenen Mitarbeitenden, nicht den Boden unter den Füssen zu verlieren und die Situation als Chance zu sehen. Auch das Unternehmen profitiert von dem Angebot: Es kann so den durch die Kündigung verursachten Imageschaden minimieren. Nicht nur die gekündigten Mitarbeitenden selbst, sondern auch deren Familien und Freunde sowie die Stakeholder des Unternehmens erfahren und erleben, dass Trennungsprozesse im Unternehmen eine faire und sozialverträgliche Note haben. Darüber hinaus nehmen die verbleibenden Mitarbeitenden häufig positiv zur Kenntnis, dass das Unternehmen ihre gekündigten Kollegen und Kolleginnen optimal dabei unterstützt, rasch wieder eine neue Arbeit zu finden. Das reduziert ihre eigenen Ängste vor einer möglichen Kündigung und beugt einer Demotivation und einem Leistungsabfall vor. So ist ein gut begleiteter Kündigungsprozess letztlich für alle Beteiligten von Interesse.

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Möchten Sie sich im Bereich des entwicklungsorientierten Coachings vertiefen? Im CAS FH in Business Coaching lernen Sie wesentliche Coaching-Methoden und -Techniken kennen und können diese danach anwenden. Damit unterstützen Sie Führungskräfte und Mitarbeitende, eine differenzierte Sicht auf notwendige persönliche und geschäftliche Entwicklungen einzunehmen sowie ihre Reflexions- und Handlungs-Kompetenz auszubauen.

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