Trauer – eine existenzielle Erfahrung

Trauern hat viele Facetten. Sie durchdringt unser Leben und stellt uns nicht selten vor schier unlösbare Aufgaben. Es gibt viele Dinge, über die Menschen trauern: den Verlust der Jugend, den Verlust von Gesundheit und Selbstständigkeit oder den Verlust eines geliebten, nahestehenden Menschen.
Die vergangenen Monate der Pandemie haben eindrücklich gezeigt, wie verletzbar die Gesellschaft in ihren Strukturen ist. Unter bisher unvorstellbaren Bedingungen mussten Gesundheitsfachpersonen Menschen im Sterben und Angehörige nach dem Tod ihrer Familienmitglieder begleiten. Und immer wieder unterstützen sie auch An- und Zugehörige in der Bewältigung der Trauer. Dabei wurde wie nie zuvor auch deutlich, wie unterschiedlich Menschen trauern: Sie haben verschiedene Bedürfnisse und Emotionen, die sie durch diese anspruchsvolle Zeit tragen. Trauern braucht Raum. Und professionelles Begleiten in der Trauer braucht Wissen und den Austausch darüber. Dies möchten wir Ihnen mit der dreiteiligen Veranstaltungsreihe «Trauer» bieten.

Die Veranstaltungen richten sich an Fachpersonen des Gesundheits- und Sozialwesens, die mit trauernden Menschen Kontakt haben sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Die Vorträge werden online via Zoom angeboten.
Die drei Veranstaltungen können einzeln oder im Abo besucht werden. Die Anmeldung via Formular erfolgt einzeln pro Veranstaltung. Bitte im Kommentarfeld vermerken, wenn mehrere oder alle Veranstaltungen besucht werden.

Teil 3: Trauer und Demenz – Trauerbegleitung als verstehender Zugang und heilsame Zuwendung

Dr. Carmen Birkholz, Diplomtheologin, leitet das Institut für Lebensbegleitung in Essen (D). Ihr Tätigkeitsgebiet umfasst Supervision und Coaching, Beratung, Trauerbegleitung, Training, Projektleitung und Forschung zu den Themen hospizlich-palliative Kultur, gutes Leben mit Demenz, Spiritual Care, Trauer sowie Gestaltung von ethischem Denken und Handeln in der Praxis. Als Lehrbeauftragte (Soziale Arbeit und Palliative Care) unterrichtet sie zum Themenkreis Trauer. Sie ist die 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Trauerbegleitung (BVT). Als Forscherin zu Trauer und zu Demenz bringt sie zwei bisher wenig verbundene Bereiche zueinander, die neue Sichtweisen auf das Phänomen Demenz und neue Begleitungsoptionen eröffnen.

Menschen mit Demenz sind von vielfältigen Abschieden und Verlusten betroffen, wobei ihr dementierendes Verhalten und Erleben und die gesellschaftliche Reaktion darauf für sie selbst eine wesentliche Quelle von Trauer sind. Oftmals bleibt aber die Trauer unerkannt und damit unbegleitet. 
Trauer bei Demenz beginnt mit den Auswirkungen der Diagnose auf die Betroffenen. Was löst Trauer bei Menschen mit Demenz aus? Und wie trauern sie? Wie verändern sich ihre Beziehungen? Welche Herausforderungen zeigen sich in der Pflege und Begleitung?
Demenz unter dem Blick der Trauer zu betrachten, kann einen hilfreichen Zugang zu einem Menschen mit Demenz eröffnen. Viele Emotionen und Verhaltensweisen werden leichter verständlich. Begleitung bei den unterschiedlichen Anlässen und Auswirkungen der Trauer kann so ein wichtiger Schlüssel in der Begleitung sein und in dieser Lebensphase einen heilsamen Beitrag leisten.
Der Vortrag stellt Modelle der Trauerbegleitung in Verbindung mit den Erkenntnissen der (Palliativen) Geriatrie vor. Betroffene kommen zu Wort. Es zeigt sich, dass die «erkannte» Trauer bei Demenz den Blick verändert und eine person-zentrierte Haltung unabdingbar macht. Zudem werden die vielfältigen Trauererfahrungen reflektiert, die durch die Corona-Massnahmen ausgelöst wurden und dabei gerät auch die Trauer der Mitarbeitenden in den Blick.

Datum:
Donnerstag, 30. März 2023

Ort:
online via Zoom

Zeit:
17:00–18:30 Uhr

Referentin:
Dr. Carmen Birkholz, Diplom-Theologin, Leiterin Institut Lebensbegleitung.

Moderation:
Prof. Dr. Elke Steudter

Kosten:
100 CHF bei Einzelbuchung pro Veranstaltungsteil; im Abo für alle drei Teile 270 CHF.

Sie erhalten eine Teilnahmebestätigung.

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