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Arbeiten Sie so viel – oder so wenig – wie Sie möchten? Falls nein, kann sich das negativ auf Ihre Lebenszufriedenheit auswirken. (Symbolbild)

Fühlen Sie sich wohl bei der Arbeit? Sehen Sie Ihren Job als sicher an? Was bedeutet für Sie Unterstützung am Arbeitsplatz? Stellen Sie sich vor, Sie würden gerne mehr arbeiten, können dies aber aus bestimmten Gründen nicht realisieren. Oder es bleibt Ihnen vergönnt, Ihr Arbeitspensum zu reduzieren, obwohl Sie sich das immer gewünscht haben. Sind Sie dann zufrieden mit Ihrer Situation? Vermutlich nicht. All diese Aspekte können sich direkt auf die Lebenszufriedenheit auswirken, und diese beeinflusst unser mentales Wohlbefinden massgeblich.

 

Mentales Wohlbefinden – was ist das?

Mentales Wohlbefinden leitet sich aus dem Begriff der psychischen Gesundheit ab, welche die Weltgesundheitsorganisation mit folgender Definition beschreibt: ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und etwas zu ihrer Gemeinschaft beitragen kann. Das mentale Wohlbefinden kann mit Hilfe von Angaben über die Aktivität, Emotion und Entspannung der Person in einer gewissen Zeitspanne gemessen werden.

Diskrepanz – also unzufrieden?

In meiner Bachelor-Arbeit zeigte sich, dass es sich negativ auf unsere Lebenszufriedenheit auswirkt, wenn wir mehr oder weniger Arbeitsstunden arbeiten, als dies von uns gewünscht ist. Die Lebenszufriedenheit wiederum wirkt sich direkt auf das mentale Wohlbefinden aus. Interessanterweise sind es also nicht zwingend die Anzahl der Stunden, welche wir arbeiten, die uns Zufriedenheit geben, sondern viel mehr, dass die gewünschten Stunden mit den tatsächlichen übereinstimmen. Wiederum vermögen die erfahrene Unterstützung am Arbeitsplatz und die Sicherheit des Jobs die Lebenszufriedenheit zu erhöhen, was direkt unser mentales Wohlbefinden steigert.

Zusammenhänge über alle Generationen

Die Lebenszufriedenheit zeigt kein Zusammenhang mit einer spezifischen Generation oder dem Geschlecht. Spannend ist, dass die wahrgenommene Diskrepanz von Arbeitsstunden gerade bei der Generation Y, also bei den jüngsten Personen in der Untersuchung, am höchsten ist, vor allem bei Männern. Dieser Umstand zeigt sich nach Wirtschaftskrisen klarer, da die dadurch auftretende Jobunsicherheit verstärkt wird.

Was lernen wir daraus?

Nach wirtschaftlichen Krisen treten subjektive Diskrepanzen von Arbeitsstunden vermehrt auf. Die Angst, unseren Job zu verlieren, wirkt sich zudem auch negativ auf die Lebenszufriedenheit aus. Grundsätzlich ist es wichtig, für die Mitarbeitenden Sicherheit durch Fort- und Weiterbildungen zu schaffen. Dadurch kann die Angst vor dem Jobverlust oder vielmehr die Zweifel minimiert werden, keinen neuen Job finden zu können. Ausserdem sollte, wenn möglich, von Kurzarbeit und befristeten Arbeitsverträgen abgesehen werden, da diese Diskrepanzen von Arbeitsstunden begünstigen. Um die Unterstützung am Arbeitsplatz zu fördern, lohnt es sich, auf Team Buildings zu setzen und gemeinsame Aktivitäten auch ausserhalb der Arbeit zu fördern.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Bachelor-Arbeit der Autorin:

Gianotti, D. (2019). Mentales Wohlbefinden in Abhängigkeit von tatsächlichen und gewünschten Arbeitsstunden pro Woche. Unterschiede der Generationen Y, X und Babyboomer – Sekundäranalyse mit den European Social Survey Daten für die Schweiz vor und nach der Wirtschaftskrise 2008. (Unveröffentlichte Bachelor-Arbeit). Kalaidos Fachhochschule Schweiz.

Definition psychische Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation

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