Nichts. Denn Wandel gab`s schon immer! Natürlich ist es richtig und wichtig, dass Unternehmen wandlungsfähig, agil und adaptiv sein müssen. Aber diese Erkenntnis ist keineswegs neu (z. B. Kieser, 1996). Auch wenn stets neue Schlagwörter für vermeintlich «disruptive» Entwicklungen in der Wirtschaft gefunden werden (im Moment z. B. «agil» oder «lean»): Schon seit jeher beeinflussen technologische, wissenschaftliche, medizinische, demografische oder politische Veränderungen die wirtschaftliche Entwicklung. Und schon seit jeher mussten die betroffenen Unternehmen mit Anpassung reagieren. Manchen gelingt dies, anderen nicht. Das ist eben der Lauf der Dinge – das wussten schon unsere Grosseltern.

Abbildung eines frühzeitlichen Fernsehapparates

Der Wandel, der von der Digitalisierung und der Globalisierung ausgeht, ist nicht grösser, schwieriger oder schneller als der Wandel, den unsere Vorfahren zu gewärtigen hatten. Die wirtschaftshistorische Forschung zeigt das klipp und klar. Schlagwörter wie Kolonialisierung, Mechanisierung, Industrialisierung, Elektrifizierung, oder Entwicklungen wie die Eisenbahn, das Telefon, das Automobil und später Radio und Fernsehen lösten zu ihrer Zeit ähnliche Hoffnungen und Befürchtungen aus wie heute das Internet, weltumspannende Märkte oder künstliche Intelligenz. Wenn also der gegenwärtige Wandel von journalistisch oder beratend tätigen Untergangsapologeten von dramatisierenden Furchtappellen begleitet ist, so dürfte dies eher auf deren Geschäftstüchtigkeit hinweisen, als auf das Ende der Welt.

Weiterführende Informationen und Quellen:
Kieser, A. (1996). Moden & Mythen des Organisierens. Betriebswirtschaft Stuttgart: 56, 21-40.

Autor
Christian-Fichter

Prof. Dr. Christian Fichter

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