Lugano
In Lugano befasste sich eine hochkarätig besetzte Konferenz mit dem Standort Schweiz für KI-Unternehmen (Bild).

Die Schweiz kann sich als Standort für Unternehmen, die sich mit Künstlicher Intelligenz befassen, international gut positionieren. Das war die Haupterkenntnis eines Workshops, den die Wirtschaftsförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise zusammen mit der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften in Lugano veranstaltete. Über 30 Expertinnen und Experten für künstliche Intelligenz (KI) aus zahlreichen Firmen und Organisationen sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kantone nahmen am Anlass teil.

Zunächst breiteten mehrere Referenten das Panoptikum der Schweizer KI-Landschaft aus. Prof. Andrea Danani vom Istituto Dalle Molle di Studi sull'Intelligenza Artificiale IDSIA in Lugano sprach über ein vom IDSIA miterfundenes neuronales Netzwerk, das „long short term memory“. Heute nutzen die US-Internetriesen Amazon, Apple, Google und Microsoft Algorithmen, die auf dieser Technologie beruhen und erzielen damit grosse Gewinne. Anschliessend sprach Prof. Hervé Bourlard vom Idiap Research Institute in Martigny. Er verwies insbesondere darauf, dass KI-Forschung nach wie vor harte Arbeit ist und Fortschritte viel Zeit brauchen, auch wenn in jüngster Zeit beachtliche Fortschritte erzielt wurden.

Viel versprechende Forschungserfolge und Visionen

Sodann stellte Dr. Gundula Heintz Bürki die Swiss Alliance for Data-Intensive Services vor, ein nationales Netzwerk der Innosuisse. Es operiert an der Schnittstelle von Forschungsinstitutionen und Firmen und unterhält Expertengruppen, die verschiedene Themen im Bereich Datenwissenschaften bearbeiten. Schliesslich präsentierte Daniel Kohler die Vision der Mindfire Foundation: Ein genereller Problemlösungsservice, der sich auf ein globales Netzwerk von Talenten sowie ein globales Labor für Robotik und KI stützt, welche wiederum über eine Online-Plattform in Verbindung stehen. Mit Hilfe dieser drei Elemente sollen alle möglichen kommerziellen Anfragen bearbeitet und Probleme gelöst werden.

KI-Unternehmen profitieren vom Standort Schweiz

In der Break-out Session wurden schliesslich die besonderen Stärken des Standortes Schweiz für KI-Unternehmen erarbeitet. Als Ergebnis wurden insbesondere der hohe Schweizer Lebensstandard und die solide Grundbildung der Bevölkerung angeführt. Ferner könnte die Schweizer Neutralität und pragmatische Gesetzgebung für KI-Firmen interessant sein. Die zentrale Lage und gute verkehrstechnische Erschliessung, die stabile Energieversorgung und umfassende Internetanbindung seien ebenfalls wichtige Voraussetzungen. Ausserdem biete die Schweiz ein enorm dichtes Netzwerk qualitativ hochstehender Forschungseinrichtungen, die sich mit KI beschäftigen und habe viel Erfahrung mit einer interdisziplinären Herangehensweise und dem Technologietransfer zwischen Hochschulen und Industrie.

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