Mit einer Blockchain-Anwendung wollen IBM und Maersk die Lieferketten der Zukunft transparenter und sicherer machen. Beide Unternehmen haben bereits seit dem Sommer 2016 an der Entwicklung entsprechender Produkte gearbeitet, die über ein Joint Venture vermarktet werden sollen. Wie IBM weiter mitteilte, wird das Gemeinschaftsunternehmen eine digitale Plattform für den globalen Handel bereitstellen, die auf offenen Standards basiert und auf das weltweite Schifffahrtsökosystem zugeschnitten ist.

Grafik zu Blockchain in der Supply Chain

Ein digitales Rückgrat für die gesamte Lieferkette soll entstehen (Grafik: IBM)

Zunächst sollen zwei Kern-Fähigkeiten der Plattform vermarktet werden, um die globale Lieferkette End-to-End zu digitalisieren:

1. Eine Shipping-Information-Pipeline, die eine End-to-End-Sichtbarkeit der Supply Chain bietet, damit alle am Management einer Lieferkette beteiligten Akteure in Echtzeit sicher und nahtlos Informationen über Lieferereignisse austauschen können.

2. „Paperless Trade“ wird Dokumente digitalisieren und ihre Einreichung automatisieren. Endbenutzer können damit Dokumente sicher über Organisationsgrenzen hinweg verschicken, validieren und genehmigen. Das soll den Zeit- und Kostenaufwand für die Abfertigung und den Gütertransport zu reduzieren.

Ein gemeinsames „Kassenbuch“

Die von IBM und Maersk entwickelte Anwendung wird ähnlich wie ein gemeinsames Kassenbuch (Shared Ledger) funktionieren und erlaubt die gemeinsame, unveränderbare Aufzeichnung aller Transaktionen, die innerhalb dieses Netzwerkes stattfinden. Zudem gestattet sie den jeweils berechtigten Partnern den Zugriff auf die vertrauenswürdigen Daten in Echtzeit. Damit erhalten die unterschiedlichen Handelspartner eine von allen verabschiedete gemeinsame Sicht auf die Transaktion, bei der die Vertrauenswürdigkeit und der Datenschutz sichergestellt sind.

Zahlreiche interessierte Firmen und Behörden

Diverse Unternehmen und Behörden haben das System schon getestet. Darunter sind DuPont, Dow Chemical, Tetra Pak, Port Houston, Rotterdam Port Community System Portbase, die Zollbehörden der Niederlande, die U.S. Customs and Border Protection. Auf der Interessentenliste stehen zudem General Motors und Procter and Gamble, die ihre eigenen komplexen Lieferketten vereinfachen wollen. Weitere Zoll- und Regierungsbehörden, unter anderem die Zollbehörden von Singapore und Peru, werden prüfen, wie durch die Nutzung der Plattform der Handel vereinfacht und die Lieferketten sicherer gemacht werden können.

Wachstumspotenzial für die Weltwirtschaft

Rund 80 Prozent aller Güter, die weltweit täglich konsumiert werden, sind über das Meer transportiert worden. Die Kosten für die notwendigen Begleitdokumente können bis zu 20 Prozent der gesamten Transportkosten ausmachen. Das World Economic Forum geht davon aus, dass der Welthandel durch die Beseitigung von Barrieren in den internationalen Lieferketten um fast 15 Prozent wachsen könnte, was eine höhere Wirtschaftsleistung und mehr Jobs bedeuten würde.

IBM hat auch ein Blockchain-Projekt mit Nestlé gestartet.

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