Als Führungskraft bewegt man sich in einem Spannungsfeld mit widersprüchlichen Anforderungen und Erwartungen – sei es seitens der Organisation, der Strategie oder der Mitarbeitenden. Oft ist die Führungskraft versucht, es allen recht zum machen und ist sich nicht bewusst, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist, ja oft sogar in die falsche Richtung führt. Doch wie lässt sich bewusste, gezielte Führung mit nachhaltiger Wirkung effizient gestalten? Eine kurze, intensive Weiterbildung mit effektiven Lernmethoden und die Bereitschaft der Führungskraft, sich zu reflektieren und neue Verhaltensweisen auszuprobieren, kann schon viel bewirken.

Bevor Führungskräfte ihre wertvolle Arbeitszeit gegen eine Weiterbildung austauschen, ist es von Vorteil, sich über einige Punkte Gedanken zu machen. Dies erleichtert die Wahl der richtigen Weiterbildung und beantwortet die Frage nach der Erfolgswahrscheinlichkeit der geleisteten Investition in Form von Geld, Zeit und Energie:

Kursanbieter: Ist der Kursanbieter qualifiziert? Neben der Orientierung anhand eines Gütesiegels wie „eidgenössisch akkreditiert oder „Eduqua-Zertifikat“ dienen weitere Fragen zur Beurteilung der Qualität eines Führungskräftetrainings:

  • Wird die die Weiterbildung mit ECTS-Punkten hinterlegt und ist somit anschlussfähig an Zertifikatslehrgänge der Fachhochschulen?    
  • Sind die Trainer und Trainerinnen auf die Weiterbildung von Führungskräften spezialisiert?
  • Sind Zielgruppe, Inhalt und Ziel des Führungskräftetrainings klar beschrieben?
  • Was sagen ehemalige Teilnehmende über die Weiterbildung?
  • Offeriert der Kursanbieter eine kostenlose Beratung?

Lerndesign und Lernmethoden: Wird mit einem Lerndesign und Lernmethoden gearbeitet, die dem neuesten Stand der Forschung entsprechen? Idealerweise beginnt der Lernprozess der Führungskraft im Vorfeld der effektiven Trainingstage mit einer persönlichen Vorbereitungsaufgabe, beispielsweise in Form von Leitfragen zu ihrer Vision und ihren Werten. An den effektiven Trainingstagen findet nur wenig Frontalunterricht zu relevantem Führungswissen statt: wie Teams zusammenwirken, wie die Führungskraft ihre Rollenvielfalt situationsgerecht nutzen kann oder welche wirtschaftlichen und sozialen Trends die Führung beeinflussen. Mehr Zeit wird in interaktive Partner- und Gruppenübungen investiert, die es erlauben, sich mit den anderen Kurseilnehmenden zu seinen Führungserfahrungen auszutauschen und mit der eigenen Führungswirkung zu experimentieren. Nach den ersten 2- 3 Trainingstagen folgt eine längere Phase des Praxistransfers, das heisst, der Anwendung des Erlernten im Führungsalltag, beispielsweise in Form einer Teamanalyse und eines darauffolgenden Teamentwicklungsprozesses. Um einen nachhaltigen Führungserfolg zu erlangen, dienen weitere 2-3 Trainingstage der Vertiefung des Wissens und der Optimierung der eigenen Führungspraktiken.

Lernmotivation: Neben den erwähnten Kriterien ist die Lernmotivation entscheidend, um den grösstmöglichen Nutzen aus einer Führungskräfteweiterbildung ziehen zu können und in einem dynamischen Umfeld wirkungsvoll zu führen. Dies bedingt ein sich Auseinandersetzen wollen mit seiner eigenen Persönlichkeit, seinen verschiedenen Rollen als Führungskraft und seinen Führungshandlungen. Dazu gehört Reflexion, Selbstwahrnehmung, das Akzeptieren von Feedback, das Erproben von Verhaltensänderungen und keine Angst, Fehler zu machen.

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Die Kalaidos Fachhochschule führt mit und für die SKO (Schweizer Kader Organisation) den fünftägigen Führungslehrgang «Wirkungsvoll führen in verschiedenen Spannungsfeldern» durch. Einen Einblick in den Lehrgang erhalten Sie im Artikel der Handelszeitung vom 1. September 2016.

Autor/in
Irene-Willi

Irene Willi Kägi

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