Wie transformiert die UBS ihre Operations?
Die Transformation von Operations bei der UBS ist in vollem Gang (Symbolbild).

Wie werden sich die Operations von Banken in den kommenden Jahren verändern? Ulrich Hoffmann, Head of Group Operations bei der UBS AG, beschäftigte sich in seiner Präsentation anlässlich der von mir moderierten Jahrestagung Bank IT 2017 mit dieser Frage.

Für Hoffmann bedeutet Transformation kurz gesagt „wie bringen wir die heutige in die zukünftige Welt“. Die Finanzdienstleistungsbranche steht vor einem Paradigmenwechsel, der zu einem geringen Wachstum, einer hohen Volatilität von Einkommensquellen, restriktiven Regelungen und risikoaversen Kunden führt.

Leitplanken für die Transformation von Operations von Banken

Für Hoffmann gibt es sechs Säulen der Transformation:

1. Service- und kundenorientiertes Betriebsmodell: Der Regulator hat der UBS geholfen beim Trennen von Operations, Services und den Geschäftstätigkeiten. Dies ist eine der Lehren aus den vergangenen Krisen. In der Zukunft werden viele Tätigkeiten vollautomatisiert durchgeführt, wenn damit Kundennutzen und Effizienz erreicht werden.

2. Front-to-Back-Vereinfachung: Es wurden neue Divisions-Modelle entwickelt, die auf funktionaler Verzahnung aufbauen und die sich vom klassischen Silo-Denken entfernen.

3. Operational Excellence: Diese muss in integrierter Weise angewendet werden, um das maximale Potenzial freizuschalten.

4. Workforce und Vendor Management: Circa 40 % der Group Operations wurden in ein UBS Business Solutions Center verlagert oder werden schon komplett von einem Lieferanten erbracht.

5. Ökosystem der Service Provider: Innovative Ökosysteme entstehen mit einem zunehmenden Netz von Marktteilnehmenden, die die Wertschöpfungskette aufteilen und die Kauf- und Verkaufsdynamik verändern.

6. Disruption der Wertschöpfungskette: Neue Player treten über die Wertschöpfungskette in den Markt ein. Der Wettbewerb wird mit der richtigen Sourcing-Strategie entschieden. Die führenden Player haben die Karten in ihrer Hand und können die Zukunft prägen. Es bleibt spannend, wohin die Reise gehen wird.

Konkretisierungschritte der UBS

Ein konkreter Schritt im Bereich des Workforce Managements, der dem Standort Schweiz Arbeitsplätze erhält und dennoch die Effizienz fördert, ist die Verlagerung von Operations Aktivitäten in ein UBS Business Solutions Center nach Schaffhausen. Seit September arbeiten dort bereits knapp 150 UBS-Angestellte aus im Bereich Middle- und Backoffice. Die UBS verfügt über ein breites Netz an Dienstleistungszentren. So betreibt sie bereits solche Zentren in China, Nashville, Indien sowie Polen.

Einige Tätigkeiten müssen aus regulatorischer Sicht in der Schweiz bleiben und werden daher in das UBS Business Solutions Center verlagert. Gewisse Daten, wie solche zur Identifikation von Kunden in der Schweiz, dürfen nicht im Ausland aufbewahrt werden. Die UBS plant denn auch weitere solcher Standorte in der Schweiz. Talente, Lohnkosten, Immobilienpreise und das Arbeitskräftereservoir sind die entscheidenden Kriterien für die Standortwahl.

Im nächsten Blogbeitrag wird am Beispiel der Bank Julius Bär die Frage thematisiert werden, wie Outsourcing und Offshoring im Bereich der Operations und der IT zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells beitragen können.

Autor
Bernhard Koye

Prof. Dr. Bernhard Koye

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