Matthias Koller präsentiert im UBS Innovation Lab
Bild: Marcel Koller erläutert die Arbeitsweise im WM Innovation Lab der UBS

Im Wealth Management Innovation Lab der UBS werden mit modernsten Methoden des Design Thinking neue Lösungen für die Kunden entwickelt. Studierende des MAS (Master) FH in Banking und Finance der Kalaidos FH konnten die Arbeitsweise und Integration des Labors in den Konzern im Rahmen eines Besuchs kennen lernen.

Bei der Innovationsentwicklung geht die Bank fokussiert vor. Die Grundlage sind von Zukunftsforschern identifizierte Megatrends, erläutert Matthias Koller, Project Manager Wealth Management Innovation bei UBS. Diese Megatrends bilden den Kontext künftiger Kundenbedürfnisse. Sinnvolle Innovationen müssen sich im Dreieck aus menschlicher Nachfrage/Bedürfnis, technologischer Machbarkeit und ökonomischer Rentabilität bewegen.

Beratung überall, auch mit Amazons Alexa

Als konkrete Beispiele nannte Koller das Beratungskonzept „New Advice“. Dabei steht im Fokus, Kunden eine Beratung an 24 Stunden und 7 Tage die Woche und auch an unüblichen Orten zugänglich zu machen. Wichtig sind dabei die gute Vernetzung der digitalen und physischen Welt. Laut Koller soll das aktuelle Beratungsmodell besser und schöner erfahrbar werden.

Eine andere Idee ist „New Trust“: Themen wie Privacy und Security werden künftig wichtiger. Kann die UBS mit ihrer Expertise Kunden zu Fragen der Datensicherheit beraten? Könnte sie den Schutz des digitalen Profils von Kunden anbieten? Im Fokus solcher Überlegungen steht immer die Generierung neuer Value Propositions.

Deshalb hat UBS auch einen Pilotversuch mit Amazons Alexa durchgeführt. Bei den ausgewählten Testkunden konnte Alexa Antworten auf finanzielle Fragen geben, beispielsweise zur wirtschaftlichen Leistungsstärke verschiedener Länder oder Wechselkursen. Amazon wurde dafür ausgewählt, weil das System zwar nicht mobil, aber in den Wohnräumen der Nutzer stark verankert ist und demnächst auch in England und Deutschland erhältlich sein wird.

Marc Michel von der UBS im Gespräch mit Kalaidos Studierenden

Bild: Marc Michel erläutert das Konzept der Innovation Labs der UBS

Das Wealth Management Innovation Lab ist dabei nicht das einzige der UBS. Sie unterhält weitere solche Einrichtungen, beispielsweise eines für das Thema Blockchain in London, andere für den asiatischen und US-amerikanischen Markt. Für Marc Michel, Director Wealth Management Innovation, sind Innovationen erst dann gut, wenn man sie so oft benutzt wie eine Zahnbürste, also zwei- bis dreimal täglich. Hat man im Labor eine mögliche Innovation erkannt, wird sie frühzeitig mit erfahrenen Personen aus dem operativen Geschäft auf ihr Potenzial hin geprüft.

Im Innovation Lab präsentieren auch immer wieder FinTechs ihre Ideen und können dann für Kooperationen ausgewählt werden. Das gibt ihnen Zugang zum grossen Distributionsnetzwerk der UBS.

Wegweisender Ansatz bei der UBS

Bemerkenswert sind insbesondere die kulturellen Aspekte des Innovationsansatzes der UBS. Denn nur mit der Überzeugung eines Business Owners kann ein Projekt stattfinden, streicht Prof. Dr. Bernhard Koye, Leiter des Schweizerischen Instituts für Finanzausbildung, heraus. So schafft das WM Innovation Lab einen unternehmerisches Team-Ansatz, der die Bedürfnisse der Frontvertreter der Bank nicht nur einbindet, sondern eine echte Co-Creation ermöglicht. Das sind neue Wege der Weiterentwicklung in einem Grosskonzern, wurde doch bis anhin „Verkaufsförderung“ vor allem als "Front-Coaching" aus dem Middle-Office heraus betrieben. „Das ist ein wesentlicher Schritt hin zu einer wirklich kundenzentrierten Bank“, freut sich Koye.

Im Rahmen dieses Besuchs unserer Studierenden schildert Matthias Plattner, Head Technology & Processes bei UBS Global Financial Intermediaries, die wichtigen Aspekte der Artificial Intelligence/Künstlichen Intelligenz (AI/KI). Lesen Sie den Bericht hier.

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