Bei der UBS setzt man auf Innovationen durch Einsatz künstlicher Intelligenz. Um mehr darüber zu erfahren, besuchten Studierende des MAS (Master) FH in Banking und Finance der Kalaidos FH das Innovation Lab der UBS. Einleitend erläuterte Matthias Plattner, Head Technology & Processes bei UBS Global Financial Intermediaries die wichtigen Aspekte der Artificial Intelligence/Künstlichen Intelligenz (AI/KI).

Matthias Plattner referiert über das UBS Innovation Lab

Bild: Matthias Plattner erklärt Funktionsweise und Potenziale der AI.

Besonders beeindruckend findet Plattner das Konzept des Deep Learning, welches künstliche neuronale Netzen bei der Optimierung unterstützt. Damit können selbstlernende Programme realisiert werden, die selber Programme für eine vordefinierte Aufgabe schreiben können. Diesen Code kann ein Mensch dann allerdings nicht mehr nachvollziehen.

Unbekannte Programmschritte sind möglich

Laut Plattner weiss man zwar, dass ein solches Programm das gewünschte Ergebnis liefert, man weiss aber nicht, ob es noch andere Aufgaben ausführt. Derartige Aspekte der Künstlichen Intelligenz sind dann ein Fall für das Risikomanagement.

Zuhörende vor Präsentationsfolie zur Künstlichen Intelligenz

Bild: Studierende des MAS (Master) FH in Banking und Finance der Kalaidos FH verfolgen die UBS-Präsentation zur AI

Der Vorteil dieser Systeme ist, dass sie Daten in Menge und Komplexität verarbeiten können, die der Mensch nicht überschauen kann. Sie können eventuell Muster in diesen Datenmengen erkennen, die dem Menschen verborgen bleiben. Laut Plattner gibt es deshalb zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten wie beispielsweise im volkswirtschaftlichen Research, der Aktienanalyse oder dem Risikomanagement.

Mensch als letzte Instanz

Auch wenn viele Tätigkeiten einst durch derartige Programme ausgeführt werden, bleiben Menschen wichtig. Ihre vorrangige Rolle wird die Beurteilung der Ergebnisse der Programme sein. Firmen müssen auch die mit dem Einsatz solcher Technologie einhergehenden Haftungsfragen abklären. Dennoch dürften, so Plattner, die mit dem Einsatz von AI einhergehenden gesellschaftlichen Herausforderungen beträchtlich sein. Diese Systeme können die Tätigkeit von Menschen ersetzen, die repetitive Tätigkeiten ausführen – sei es im verarbeitenden, aber auch im analysierenden Bereich. Die Jobprofile werden sich dadurch stark verändern. Die Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen oder die in Deutschland geführte Debatte über eine Robotersteuer sind für Plattner in diesem Kontext nicht sinnlos.

Strategische Initiativen der GL sind wichtig

Eine wesentliche strategische Frage für die Geschäftsleitungen aller Banken wird sein, wie sich in den kommenden 20 Jahren die menschliche Intelligenz und die künstliche Intelligenz ergänzen werden. Das betont Prof. Dr. Bernhard Koye, Leiter des Schweizerischen Instituts für Finanzausbildung an der Kalaidos FH. Im Rahmen strategischer Initiativen müsse man die Chancen und Potenziale solcher Entwicklungen proaktiv nutzen, statt ihre Bedeutung zu unterschätzen. Die bestehende Workforce müsse offen in die Entwicklungen einbezogen werden. Sonst könnte ein als Bedrohung empfundenes Klima entstehen, welches beträchtliche Energien in internen Grabenkämpfen absorbieren kann. Das wäre in einer Zeit, in der die Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle vor allem echte Kundenzentrierung benötigt, kontraproduktiv.

Im Rahmen dieses Besuchs unserer Studierenden bei der UBS schildern Marc Michel und Matthias Koller, wie das Innovation Lab Wealth Management der UBS arbeitet und was dort entwickelt wird. Lesen Sie den Bericht hier.

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