Zum dritten Mal führte das Schweizerische Institut für Finanzausbildung (SIF) der Kalaidos Fachhochschule einen Anlass aus der Konferenzreihe "Insight Bankentransformation" durch. Die Veranstaltung vom 02. Februar 2017 stand unter dem Thema "Resilienz in Schweizer Banken“. Zahlreiche Bankenvertreter, Studierende und die Presse besuchten den Anlass.

Die neuen, vernetzten organisatorischen Strukturen des Informationszeitalters erfordern hohe Flexibilität und Handlungsfähigkeit von Unternehmen, stellte einleitend Konferenzleiter Prof. Dr. Bernhard Koye, Institutsleiter des SIF, fest. Agilität und Resilienz erfordern in diesem Kontext eine strategische, strukturelle und kulturelle Komponente.

SIF Resilienz Konferenz Stefanie Auge Dickhut

Bild: Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut, Forschungsleiterin des SIF, präsentiert die Ergebnisse der Studie

Die Einzelreferate hielten Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut (Forschungsleiterin des SIF), Beatrice Sidler-Gisler (Leiterin Marktsupport, Mitglied der Geschäftsleitung der Obwaldner Kantonalbank) und Mathias Herrmann (Member of the Executive Committee der Daimler Financial Services). Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Apero, der den Rahmen für rege Diskussionen und lebhaften Austausch bildete.

Veränderungen agil begegnen

Die thematische Einführung übernahm Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut durch die Vorstellung der zentralen Ergebnisse der Studie „Resilienz im Banking - Verfügen Schweizer Banken über ausreichende Widerstandskraft und Agilität um künftige Veränderungen zu meistern?“. Die Organisationsstrukturen und Beziehungen seien zunehmend vernetzt. Bisherige Logiken würden in diesem Umfeld nicht mehr funktionieren.

Den aus der Psychologie stammenden Resilienzbegriff definierte sie als systemische Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen und Veränderungen. Hierbei unterscheidet man zwischen einer proaktiven Form (Robustheit) und einer reaktiven Form (Agilität). Zur Messung des Agilitätsgrades einer Organisation kann man auf vorhandene Modelle zurückgreifen.

SIF Resilienz Konferenz gespannte Zuhörer
Bild: Die Vorträge finden ungeteilte Aufmerksamkeit

Insgesamt zeigte sich, dass die Schweizer Banken einen ausreichend hohen Resilienzwert erreichen, der allerdings knapp unter der Schwelle zu einer guten Bewertung liegt. Im Bereich Leadership und Kultur zeigte sich beispielsweise, dass Entscheidungen häufig von der Seniorität der Entscheider und erst in zweiter Linie durch fachliche Qualifikation dominiert werden. Im Bereich Netzwerk und Beziehungen wurden existente Barrieren beleuchtet: Die Voraussetzungen für eine reibungslose Zusammenarbeit sind in Schweizer Banken vorhanden.

Allerdings genügen die vorhandenen Ressourcen nur für das Alltagsgeschäft, nicht für unerwartete Ereignisse. Zudem werden die Auswirkungen eigener Aktionen auf Netzwerkpartner nur ungenügend berücksichtigt. Bei der Change Readiness wiederum zeigt sich, dass der Wechsel vom Alltags- auf den Krisenmodus durchaus nicht friktionslos möglich sein wird.

Lesen Sie im zweiten Teil dieses Blogposts mehr zu den Vorträgen von Beatrice Sidler-Giser unter dem Titel „Agil macht stabil: Resilienz dank Vertrauen & Agilität“ und zu Mathias Herrmanns Präsentation „Resilienz - zurück zum Ausgangszustand?“.

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