Junge Menschen sitzen mit Laptop
Eine offene, unkomplizierte Zusammenarbeit kann zu einem starken Wettbewerbsvorteil werden. (Symbolbild)

Sie möchten als Unternehmen Ihre Innovationsfähigkeit steigern, um im Markt zu bestehen? Entwicklungsprozesse möglichst schnell und kostengünstig durchführen? Dazu bedarf es Spezialwissen, Kompetenzen, Technologien und kreativen Ideen. Oft findet sich dies nicht im Unternehmen. Die Öffnung Ihres Innovationsprozesses, auch bekannt als „Open Innovation“, könnte in dieser Situation die Lösung sein.

Gemäss Henry Chesbrough, dem Erfinder des Begriffes Open Innovation, bedeutet dies, “…dass Unternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Technologien sowohl externe als auch interne Ideen nutzen können und sollten, ebenso wie interne und externe Vermarktungswege."

Wie Unternehmen externes und internes Wissen einbinden

Wer kennt es nicht, das 80-20-Pareto der Kundenbetreuung. Die meisten KMUs haben eine kleine “Handvoll” Kunden, mit denen sie 80 Prozent des Umsatzes tätigen. Jeder Sales Manager oder Key-Account-Manager weiss sich darum zu kümmern. Was passiert nun, wenn wir unsere Kunden für uns arbeiten lassen?

Eine Form, Kunden einzubinden, kennen wir schon alle aus dem Alltag: die Selbstbedienungskassen im Supermarkt. Der Kunde hat gelernt, seine Produkte selbst zu scannen und arbeitet so quasi gratis für das Unternehmen. Die Kostenersparnis kann nun im Unternehmen anders genutzt werden.

Eine intensivere Form der Einbindung kann so aussehen: Unternehmen A erhält den Auftrag, die Produktionslinie des Unternehmens B zu automatisieren. Ziel des Unternehmens A ist ein zufriedener Kunde. Ziel des Unternehmens B ist eine automatisierte Produktionslinie. Sowohl der Produktentwickler als auch der Automatisierungsexperte bringen ihre Expertise in die Zusammenarbeit ein. Dies führt dazu, dass nicht nur die ursprünglich gesetzten Ziele erreicht werden. Bei Abschluss des Auftrages haben jetzt beide Unternehmen zusätzliches Know-how erarbeitet, und können so ihre Angebotspalette innovativer gestalten.

Praxisbeispiel Procter und Gamble (P&G)

Nehmen wir ein historisches Beispiel: Der Grosskonzern P&G hat bereits 2001 angefangen, seine Technologie- und Produktentwicklung im Sinne der Open Innovation aufzustellen. Von aussen sichtbar wurde dies durch die Internetplattform Connect+Develop. Mit dieser Plattform hat es P&G geschafft, auf externes Wissen von ErfinderInnen, Start-ups, KMUs, Laboratorien und anderen zuzugreifen und dieses Know-how in neue Produkt- oder Geschäftsideen umzuwandeln. Damit verschob sich die Herausforderung für das Innovationsmanagement von “wir haben nicht genügend Ideen und Experten” auf “wir bekommen täglich hunderte von relevanten Expertenvorschlägen und Partnerschaftsanfragen und müssen diese sichten und verwerten“.

Wer schon einmal in Forschung & Entwicklung gearbeitet hat, erinnert sich sicher an das gute alte Not-invented-here-Syndrom. P&Gs Mitarbeitenden und Entscheidern ging es nicht anders. Sie mussten lernen, auch Vorschläge von ausserhalb neutral zu evaluieren und mit externen Partnern zusammenzuarbeiten.

Wirtschaftlich hat es sich für P&G gelohnt: Während Im Jahre 2000 nur 15 Prozent der Innovationen bei P&G die erhofften Gewinn- und Einnahmeziele erreichten, waren es 2011 bereits 50 Prozent. Und 2015 erzielte jede Innovation zweimal die Einnahmen der Innovationen aus dem Jahre 2011. Heute hat P&G 22 sogenannte 1-Milliarde-Dollar-Marken (mehr als 1 Milliarde Dollar Umsatz im Jahr) gegenüber 10 solcher Marken im Jahre 2000.

Praxisbeispiel KMU: Batix

Nehmen wir nun das KMU Batix als Beispiel. Batix begleitet Unternehmen bei der Digitalisierung. Dabei bieten sie nicht nur Softwarelösungen, sondern bringen die Zusammenarbeit verschiedener Experten aus unterschiedlichen KMUs voran. Eine solche kooperative und offene Arbeitsweise fördert die Entstehung von Innovationen im KMU-Netzwerk. Ein Schritt in die Open Innovation.

Erste Schritte in Richtung Open Innovation

Je besser die Zusammenarbeit zwischen den Partnern funktioniert, desto höher ist das Innovationspotential. Auf jeden Fall braucht es:

  1. einen Förderer in der Geschäftsleitung
  2. einen systematischen Aufbau von cross-funktionalen Innovationsprojekten und -prozessen
  3. eine integrative und offene Unternehmenskultur
  4. ein Partner-Netzwerk, das es zu entwickeln gilt

###

Möchten Sie mehr über verschiedene Geschäftsmodelle, Innovationstreiber und die Herausforderungen im globalen Wettbewerb wissen? Im CAS Innovative Management und Development erhalten Sie als Führungskraft die Gelegenheit, sich selbst, Ihr Unternehmen und Ihre Projekte zu positionieren sowie das globale Umfeld zu begreifen.

Facebook Twitter Xing LinkedIn Whatsapp E-Mail