Michelle Birri

Liebe Frau Birri, Sie sind Steuerberaterin aus Leidenschaft, was fasziniert Sie an dem Thema Steuern so sehr?

Bereits während meines Bachelorstudiums im Wirtschaftsrecht an der ZHAW habe ich die Leidenschaft für Steuern entdeckt. Das Steuerrecht beinhaltet sowohl juristische, als auch ökonomische Fragestellungen. Zwei Themen, die mich sehr interessieren.

In meiner Steuerpraxis beschränke ich mich fast ausschliesslich auf die Steuerberatung natürlicher Personen im grenzüberschreitenden Bereich. Zudem liebe ich Fremdsprachen. Meine Kundschaft ist zu 80 Prozent englischsprachig. Dies ist spannend, ich lerne Menschen verschiedener Kulturen und Länder kennen und kann meine Fremdsprachenkenntnisse anwenden. Die steuerberaterische Tätigkeit ermöglicht mir somit, meine angestammte Tätigkeit als Beraterin mit einer weiteren Leidenschaft zu kombinieren.
Viele Menschen interessiert das Thema Steuern, denn jeder Steuerzahler bzw. jede Steuerzahlerin möchte Steuern sparen. Zentral für mich ist das Vertrauensverhältnis einer Person zum Steuerberater/Steuerberaterin.

Genau diese psychologische Komponente gefällt mir sehr gut. Ich sehe mich nicht nur als Steuerbraterin, sondern in etlichen Situationen als Begleiterin durch schwierige Lebenssituationen wie Scheidung, Trennung oder bei Todesfällen. Dies sind alles Situationen, in denen die gesamten Vermögensverhältnisse dem Steuerberater/Steuerberaterin offengelegt werden müssen und bei denen es Fingerspitzengefühl im Umgang mit meinen Mandanten benötigt.

Selber haben Sie 2014 den „Master of Advanced Studies in International Individual Taxation/LL.M. International Taxation“ an der Kalaidos FH abgeschlossen. Wie halten Sie sich im Bereich Steuern auf dem Laufenden?

Ich bin Mitglied der Weiterbildungskommission vom Verband Treuhand|Suisse Sektion Zürich, ich bin verantwortlich für den Steuerbereich und organisiere Weiterbildungsveranstaltungen. Dort bin ich natürlich am Puls der Zeit und besuche auch selbst Kurse, Seminare oder Referate. Auch als Dozentin und Referentin halte ich mein Wissen immer aktuell. Ich lese Fachzeitschriften, habe die Newsletter der entsprechenden Steuerverwaltungen abonniert und treffe mich regelmässig mit einer Gruppe von Fachleuten zum Austausch.
Die eigene Weiterbildung gestaltet sich etwas schwieriger in der Selbständigkeit und muss aktiv vorgenommen werden. Früher arbeitete ich bei einem Grossunternehmen und das Wissen wurde direkt an mich herangetragen. Das fällt heute natürlich weg und daher habe ich mich sehr schnell für die Position in der Weiterbildungskommission bei Treuhand|Suisse Sektion Zürich interessiert.

Wie bringen Sie Ihren anspruchsvollen Beruf, die Lehrtätigkeit und Privatleben unter einen Hut?

Ich bin ein Mensch voller Energie und brauche wenig Schlaf. Als Selbständige kann ich mir meinen Tag selbst einrichten, ich gehe z.B. mittags mit meinem Hund spazieren und nehme mir meine Auszeiten. Auch am Wochenende blockiere ich mir halbe Tage, an denen ich nichts Berufliches mache. Ich übe meinen Beruf wirklich gerne aus, Arbeit ist keine Belastung. In den letzten fünf Jahren habe ich es weitestgehend geschafft, dass ich nur noch die Projekte annehme, die ich spannend finde. Gerade der Steuerbereich eignet sich sehr für die Selbständigkeit, ich kann diese nur sehr empfehlen. Der Markt in der Schweiz bietet diesbezüglich viele Möglichkeiten.

Wem würden Sie ein Studium an der Kalaidos FH im Bereich Steuern empfehlen?

Die Weiterbildung, die ich gemacht habe, sehe ich vor allem für Personen die international tätig sein möchten oder im Bereich der Besteuerung natürlicher Personen aktiv sind. Wichtige Themen sind dabei die Vorsorge und die grenzüberschreitenden steuerlichen Aspekte; beide Thematiken sind die Basis meiner heutigen Tätigkeit. Bei dieser Weiterbildung erhält der Studierende ein breites Basiswissen und kann auf das Steuerrecht fokussieren.

Ideal für mich war das Studienkonzept, in dem der Stoff zu verschiedenen Modulen zusammengezogen wird. So hatten wir blockweise Unterricht, d.h. einmal monatlich fand ein Blockunterricht von 2-3 Tagen statt. Dies erlaubte mir eine Konzentration auf die Weiterbildung während dieser Zeit. Ich bevorzuge diese Unterrichtsform gegenüber einer Weiterbildung zum Beispiel am Freitagabend, nach einer ganzen Arbeitswoche.

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