Junge Menschen mit Betreuungsaufgaben sind oft sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Sie benötigen Unterstützung und Austausch. Ein neues Forschungsprojekt von Professor Dr. Agnes Leu und ihrem Young Carers Team der Careum Hochschule setzt hier an.

Das Projekt «Unterstützungsangebote für Young Carers» hat zwei Ziele: Eine webbasierte Netzwerkkarte mit einem Verzeichnis von Unterstützungsangeboten für und gemeinsam mit Young Carers und Fachpersonen zu entwickeln und «Get-togethers», niederschwellige und fachlich begleitete Austauschtreffen für Young Carers, schweizweit bereitzustellen.

Diese schweizweiten Angebote bauen auf einem Vorprojekt von Professor Leu und ihrem Forschungsteam auf. Eine Begleitstudie stellt sicher, dass sich auch Knaben und junge Männer mit Betreuungsaufgaben von den beiden Angeboten angesprochen fühlen.

Eine nahe stehende Person zu betreuen, bedeutet, Verantwortung übernehmen. Oft verbinden Young Carers ihre Unterstützungsaufgaben mit positiven Erfahrungen. Gleichzeitig haben viele Mühe, die Betreuung und ihre Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Es ist belegt, dass diese Doppelbelastung mit Risiken verbunden ist. So haben die Belastungen oft negative Folgen für die Gesundheit, die persönliche Entwicklung und für die Ausbildung von Young Carers. 

Young Carers brauchen Unterstützung und Austausch

Bisher gibt es in der Schweiz kaum Angebote, die sich an die Bedürfnisse von Young Carers richten. Nun haben Studienergebnisse aus dem Projekt «Young Carers zwischen Schule und Beruf» der CHG die Basis gelegt für zwei Young Carers Angebote in der Schweiz:

  • Bei der «webbasierten Netzwerkkarte» handelt es sich um eine Landkarte für Young Carers und Fachpersonen, auf der alle Institutionen, Organisationen und Personen verzeichnet sind, die Unterstützungsangebote für Young Carers anbieten
  • Die «Get-together» wurden in einer Pilotphase als niederschwellige, fachlich begleitete Austauschtreffen für Young Carers im Alter von 15 bis 25 Jahren vom Young Carers-Team aufgebaut und evaluiert.

Jetzt wird das Pilotprojekt umgesetzt und zu schweizweit institutionalisierten Angeboten ausgeweitet. Dazu passt das Forschungsteam die Netzwerkkarte und die Get-together unter Einbezug der Young Carers und Fachpersonen weiter an.

Webbasierte Netzwerkkarte für Young Carers und Fachpersonen

Es gibt viele gute Webseiten und Beratungsangebote, die Young Carers nützen. Sie zu finden und dann auch Unterstützung zu bekommen, ist für viele Young Carers eine anspruchsvolle Aufgabe. Auch existieren teils noch keine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angebote in ihrer Region, oder sie sind nicht sichtbar.

Die Netzwerkkarte bietet eine Plattform, alle Angebote zu sammeln und den Young Carers und Fachpersonen zugänglich zu machen. Zudem ermöglicht die Website Young Carers, sich untereinander zu vernetzen oder anonym fachliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Die Netzwerkkarte sensibilisiert auch Fachpersonen: So können diese Young Carers auf das Tool hinweisen. Oder den Zugang zu Hilfe ermöglichen, insbesondere dort, wo strukturelle Hürden bestehen (zB kein Internet). Fachpersonen selbst können die Netzwerkkarte nutzen, um sich besser zu vernetzen.

Im aktuellen Projekt setzt das Forschungsteam den Prototyp für die Netzwerkkarte etappenweise technisch und dreisprachig (deutsch, italienisch und französisch) um.

Young Carers «Get-together»

Young Carers fehlt es oft an Möglichkeiten, die eigene Lage gemeinsam mit anderen jungen Menschen in einer ähnlichen Situation zu reflektieren und für ihre Interessen in einer breiteren Öffentlichkeit einzustehen. Indem die Get-together für Young Carers etabliert werden, soll diese Lücke geschlossen werden.

Die Get-together sind Austauschtreffen für Young Carers. Die Teilnehmenden knüpfen Kontakte mit jungen Menschen in einer ähnlichen Situation, tauschen sich über Erfahrungen und Sorgen aus und geben sich gegenseitig Tipps. So tragen diese Treffen auch zur psychischen Gesundheit von Young Carers bei. Die Get-togethers wurden als Modell guter Praxis von Entlastungsangeboten für betreuende Angehörige des BAG aufgenommen.

Die bereits bestehende Get-together-Gruppe wird im aktuellen Projekt weitergeführt. Auch bietet das Forschungsteam weitere Gruppen in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen an. Die Get-togethers baut das Team der CHG gemeinsam mit Basisorganisationen vor Ort auf und begleitet sie fachlich. Den Young Carers wird jederzeit die Möglichkeit geboten, die Inhalte und die Ausgestaltung der Treffen selbst zu bestimmen.

 

Mehr erfahren

Informationen finden Sie hier.

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