Slider Langeweile bei der Arbeit
Gelangweilt im Job? (Symbolbild)
Werden Sie in Ihrem Job noch angemessen herausfordert? Oder kennen Sie inzwischen alle relevanten Tipps und Tricks und sind ev. gar gelangweilt? Unser Buch «Wirtschaftspsychologie für Bachelor» (2018) nimmt sich u. a. dem Thema Monotonie am Arbeitsplatz an.

 

Die Gefahr der Monotonie

Unsere Aufgaben sollten sich nicht jeden Tag komplett verändern. Das würde die meisten vermutlich überfordern, Stress auslösen und wir könnten unsere Kenntnisse und Fähigkeiten nicht effizient einsetzen. Das schadet schlussendlich nicht nur uns, sondern auch dem Unternehmen. Ist die Arbeit aber zu monoton, drohen Langeweile und Unterforderung. Daher ist es relevant, Arbeit optimal zu gestalten. Gestalten können (und sollen) sowohl ArbeitgeberInnen als auch ArbeitnehmerInnen. Kurz und knackig vier Strategien für eine abwechslungsreiche Arbeitsgestaltung (vgl. auch Fichter, 2018):

Job Rotation: Für eine gewisse Dauer wechseln zwei Mitarbeitende ihre Aufgaben untereinander. Dabei sind sowohl von der Intensität als auch vom Ort und der Art der Rotation her viele Modelle denkbar: Ein Baggerfahrer und eine Kranführerin wechseln sich wöchentlich ab. Oder: Eine Kommunikationsfachfrau aus der Schweizer Niederlassung tauscht für einen Monat den Job mit einem Eventmanager der japanischen Niederlassung.

Job Enlargement: Der Aufgabenbereich der Person wird erweitert. So kann die Kranführerin z. B. zusätzlich die Verantwortung für den Bagger übernehmen oder der Eventmanager übernimmt neu auch Aufgaben im Bereich soziale Medien.

Job Enrichment: Die bestehenden Aufgaben werden reichhaltiger ausgestaltet. Die Kranführerin übernimmt z. B. auch die Wartung des Krans, oder der Eventmanager kann sich neu auch inhaltlich und konzeptuell stärker in einbringen.

Job Crafting: Man erweitert und gestaltet den Job nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen – soweit möglich. Dies bedeutet, dass man z. B. Aufgaben so umsetzt, dass man die eigenen Stärken und Interessen optimal nutzen kann oder indem man sich proaktiv Felder schafft, bei denen man sich wunschgemäss einbringen kann.

Selbstverständlich: Um diese Ansätze umzusetzen, braucht es passende Strukturen, motivierte Mitarbeitende und Unterstützung durch die Führung. Nicht jeder Job bietet die gleiche Flexibilität und Möglichkeiten zur Umgestaltung. Falls man sich aber zu oft dabei ertappt, lustlos und gelangweilt nach Hause zu gehen (oder man als Führungskraft sieht, dass die Mitarbeitenden an Energie verlieren), lohnt es sich zu prüfen, ob vielleicht Monotonie das Problem ist. Auch wenn es eventuell etwas kontraintuitiv ist: Zusatzaufgaben oder eine Aufgabenerweiterung können – unter den richtigen Umständen – die Arbeitszufriedenheit sogar erhöhen.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Fichter, C. (Hrsg.). (2018). Wirtschaftspsychologie für Bachelor. Berlin: Springer.

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Autor/in
Regula von Büren

Regula von Büren

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