Gehören Sie auch zu den über 4 Millionen SchweizerInnen, die Tag für Tag mit Auto, Bus oder Zug zwischen ihrem Zuhause und dem Arbeits- oder Ausbildungsort hin- und herpendeln? Laut gängiger Meinung soll Pendeln krank, unglücklich und gestresst machen. Stimmt das wirklich? Dieser Frage war Wirtschaftspsychologe Christian Fichter mit seinem Team von Kalaidos Research zusammen mit dem SRF-Wissensmagazin Einstein nachgegangen. Was er dabei herausfand, finden Sie am Ende des Beitrags zusammengefasst.

Die Auswirkungen des Pendelns waren auch kürzlich Thema des Tagesgesprächs auf Bayern 2 mit Christian Fichter als Studiogast: Mit welchem Verkehrsmittel sind Pendler wohl am zufriedensten? Und worin liegen aus Sicht der Pendler die speziellen Vorzüge des Pendelns? Erfahren Sie dies und mehr im nachfolgenden Podcast mit Ausschnitten der Radiosendung vom 14. Dezember 2016:

Was die Auswertung der oben erwähnten Pendlerbefragung zeigt: Pendeln macht nicht unglücklich. Ob Arbeitnehmende glücklich sind oder nicht, hängt von ganz anderen Faktoren ab: Nämlich von der Arbeitsstelle, der Wohnsituation, dem Sozial- und Familienleben und der Gesundheit. Der Einfluss des Pendelns auf das Glücksempfinden ist sehr klein und statistisch kaum bedeutsam. Und Pendler wägen bewusst ab. So sagen 86% der gut 1’600 Befragten: Für meinen Traumjob respektive mein Traumhaus nehme ich das Pendeln in Kauf.

Was Pendler am Pendeln stört, sind ungeplante Verzögerungen im Verkehr (Stau, verspätete Züge, Unfälle, Pannen), Gedränge im Zug, auf der Strasse, im Bahnhof sowie im Zug keinen Sitzplatz zu finden. Ausserdem wird eine Einschränkung des Soziallebens durch das Pendeln wahrgenommen. Wer auf längeren Strecken mit dem Zug pendelt, ist in der 1. Klasse zufriedener als in der 2. Klasse, bei kurzen Zugstrecken findet sich jedoch kein statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen 1. und 2. Klasse. Die konstatierten Schattenseiten beeinflussen Pendler weniger stark, wenn sie dafür eine psychologische Kompensation erhalten, insbesondere durch eine als besonders gut empfundene Arbeitsstelle oder eine besonders gute Wohnsituation.

Pendlerfreud oder Pendlerleid? Lassen Sie uns doch Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Pendeln via Kommentarfunktion wissen.

Weiterführende Informationen und Quellen:

C. Fichter (2015). Mobilität: Macht Pendeln unglücklich? Wirtschaftspsychologie aktuell 2/2015 S. 23-26.

Der SRF-Beitrag "Pendeln macht unglücklich"

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