Collage aus zahlreichen Steckdosen
Paradox of Choice: Mit einem Mehr an Auswahl muss nicht gleichzeitig auch ein Mehr an Glück einhergehen. (Symbolbild)

Wir dürfen reisen, können unseren Beruf wählen, entscheiden welchen Ärzten wir vertrauen, welches Dressing wir benutzen, wen wir wann und ob überhaupt ehelichen möchten. Menschen in den westlichen Gesellschaften hat der Wohlstand zahllose Freiheiten und Wahlmöglichkeiten beschert. Dennoch spüren wir in unserem selbstbestimmten, freien Leben, dass mit einem Mehr an Auswahl nicht gleichzeitig auch ein Mehr an Glück einhergehen muss.

Der Psychologe Barry Schwartz hat diese Erkenntnis in einem beliebten TED-Talk anschaulich vermittelt. Nach Schwartz hat uns Auswahl nicht freier gemacht, sondern gelähmt, und uns nicht glücklicher, sondern unzufriedener gemacht.

Entwickelt hat Schwartz seine Theorie über das Paradoxon der Wahlmöglichkeiten nach einem Hosenkauf: Früher gab es für Jeansträger keine nennenswerte Auswahl. Zu haben war im Grossen und Ganzen ein Modell, welches erst schlecht und Jahre später endlich recht sass. Als Schwartz dann ein erstes Mal mit der heute selbstverständlichen Anzahl an Modellen konfrontiert war, hatte er nach Stunden des Anprobierens zwar eine bessere Jeans als je zuvor, fühlte sich aber schlechter.

Erfahren Sie in seinem kurzweiligen TED-Talk auf welche 4 Punkte Schwartz dieses paradoxe Phänomen zurückführt:



Aber stimmt das auch? Wie so oft in der Wissenschaft, wurden Schwartz’ Ergebnisse kritisch hinterfragt. Insbesondere die metaanalytische Studie von Scheibehenne, Greifeneder und Todd (2010) fand, dass über alle Studien zum Paradox of Choice hinweg gesehen der Effekt gleich null war. Allerdings mit grosser Varianz: Die einen Studien fanden einen grossen Effekt, die anderen gar keinen, und wieder andere den Gegenteiligen: Dass also mehr Auswahl zufriedener macht. Bis die Wissenschaft diese Frage geklärt hat, hören wir am besten auf unsere Introspektion.

Fragen Sie sich also: Fühle ich mich besser, wenn ich viel Auswahl habe? Oder schlechter? Was ist Ihre Antwort? Lassen Sie es uns im Kommentar unten wissen!

Weiterführende Informationen und Quellen:

Scheibehenne, B., Greifeneder, R., & Todd, P. M. (2010). Can There Ever Be Too Many Options? A Meta‐Analytic Review of Choice Overload. Journal of Consumer Research, 37(3), 409–425.

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