Tastatur mit Irland Fahne
Der grösste Standortkonkurrent in Europa bleibt nach wie vor Irland (Symbolbild).

Zwar stagnieren in der Schweiz die Gewinnsteuersätze für Unternehmen wie auch die Einkommenssteuersätze für natürliche Personen. Verschiedene Reformbemühungen im In- und Ausland sowie die Digitalisierung der Wirtschaft dürften in Zukunft aber für deutlich mehr Dynamik im Steuerwettbewerb sorgen.

Im Rahmen der Studie «Clarity on Swiss Taxes» vergleicht KPMG die Gewinn- und Einkommenssteuersätze von 130 Ländern sowie allen 26 Kantonen. Seit Beginn des Beobachtungszeitraums im Jahr 2007 reduzierte sich der durchschnittliche ordentliche Gewinnsteuersatz der Schweizer Kantone um lediglich 3.05 Prozentpunkte. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Individualbesteuerung: Nach einem moderaten Abwärtstrend bis 2012 hat sich der Durchschnitt der Spitzeneinkommenssteuersätze knapp unter der 34 Prozentmarke eingependelt.

Unternehmenssteuern: Anstehende Steuervorlage 17


In der Rangliste der ordentlichen Gewinnbesteuerung weisen die Zentralschweizer Kantone nach wie vor die tiefsten Steuersätze auf. Während die meisten Kantone gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen vornahmen, senkten Zug, Schwyz und Schaffhausen ihre Steuersätze moderat. Auf den hinteren Rängen, welche sich die Westschweiz, das Mittelland sowie die Stadtkantone teilen, waren ebenfalls nur unwesentliche Änderungen in den Kantonen Jura, Tessin und Solothurn zu verzeichnen. Mit Blick auf die anstehende Steuervorlage 17 sind jedoch weitere, teils nennenswerte Senkungen der ordentlichen Gewinnsteuersätze zu erwarten – insbesondere in bisherigen Hochsteuerkantonen.

Irland weiterhin härtester europäischer Standortkonkurrent


Im europäischen Vergleich gab es bei den Standorten mit sehr tiefen Steuersätzen kaum Veränderungen. Auch 2017 waren die Zentralschweizer Kantone in diesem Segment sehr gut positioniert. Einzig die Kanalinseln (0 Prozent) sowie einige (süd-) osteuropäische Staaten wenden noch tiefere ordentliche Gewinnsteuersätze an. Der grösste Standortkonkurrent in Europa bleibt nach wie vor Irland mit einem Gewinnsteuersatz von 12.5 Prozent.

Die USA haben zwar den Bundessteuersatz markant gesenkt, sind damit aber lediglich ins Mittelfeld vorgestossen. Zu den weltweit steuerlich attraktivsten Standorten zählen nach wie vor verschiedene Offshore-Domizile sowie Hongkong und Singapur. Die Schweiz rangiert im globalen Fiskalvergleich weiterhin im vorderen Drittel.

Zentralschweiz auch für natürliche Personen äusserst attraktiv


Auch bei der Individualbesteuerung belegen die Zentralschweizer Kantone im interkantonalen Vergleich die Spitzenpositionen. Einzig Luzern nahm gegenüber letztem Jahr als einziger Kanton eine marginale Anhebung des Steuersatzes um 0.01 Prozentpunkte vor. Die rote Laterne bei der Individualbesteuerung teilen sich wiederum die Westschweiz und das Mittelland.

Während (süd-)osteuropäische Staaten nach wie vor die tiefsten Steuersätze bei Spitzeneinkommen aufweisen – teils aufgrund von Flat-Rate-Tax-Systemen, befindet sich die Mehrheit der Schweizer Kantone bei den Spitzeneinkommenssteuersätzen im europäischen Mittelfeld.

International verzichten bekannte Offshore-Domizile sowie vereinzelte Nahoststaaten weiter gänzlich auf die Erhebung von Einkommenssteuern. Aktuell sehr interessant sind die USA, die für das laufende Jahr auch die Steuersätze bei natürlichen Personen gesenkt haben – wenngleich weniger substanziell als bei den Unternehmenssteuern.

Internationale Regulierung und Digitalisierung der Steuerlandschaft


Supranationale Regelungen wie BEPS und ATAD II oder gar transnationale Abkommen prägen künftige Entwicklungen der globalen Steuerlandschaft. Insgesamt sind anhaltende globale Verschiebungen zur Norm geworden. Auch nehmen derzeit digitale Megatrends Fahrt auf, welche die nächste Phase der Entwicklung der Steuerlandschaft vorantreiben. Die Schweiz bleibt als (Steuer-)Standort also gefordert.

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