Bernhard Koye moderiert Vorträge und Diskussionen an der ACTICO Compliance User Group 2017
Vorträge und Diskussionen zwischen Anwendern und Providern an der Compliance User Group 2017 von ACTICO (Bild)

Der Austausch zu Best Practices für die Digitalisierung und Automatisierung von regulatorischen Aufgaben stand im Zentrum der ACTICO Compliance User Group 2017. In meinem ersten Beitrag habe ich die  Bedeutung einer gut funktionierenden Rules Engine thematisiert. In diesem Beitrag steht die Frage des effektiven Client Screenings anhand des Beispiels der Bank Vontobel im Zentrum. Thomas Räber, Spartenleiter Business Applications, und Werner Schneider, Senior Project Manager, stellten die Weiterentwicklung des Kunden- und Transaktions-Screenings der Bank Vontobel vor.

Ausgangslage

Das Kunden-Screening wurde bislang durch eine 10-jährige individuelle Applikation sichergestellt. Diese wurde selten und nur bankspezifisch angepasst. Der Druck für Anpassungen war hoch. Das Transaktions-Screening wurde seit 3 Jahren mit einer Standardlösung von ACTICO sichergestellt. Die Bearbeitung und Pflege von Ausnahmen war fordernd: das World-Check-Universum war auf bestimmte Selektionslisten beschränkt.

Vorgehen

Zum einen wurden Quick-Wins in den bestehenden Tools – z.B. das wiederholte Screening bei Updates – realisiert. Sodann wurde die neueste Version der ACTICO Compliance-Suite im Bereich der Transaktionsprüfung (Modul Name Matching Transactions) eingeführt – inklusive Review und Erweiterung des World-Check-Zieluniversums, Konsolidierung der Ausnahmen und  Optimierung der Prozesse (z.B. tool-basierter Workflow für die Eskalation von Hits). Die Umstellung bedingte einen 1:1-Testansatz mit Vergleichen mit der alten Lösung. Etliche Software-Anpassungen (Konfiguration und Algorithmus) konnten im Rahmen der agilen und intensiven Kooperation zwischen den beteiligten Partnern umgesetzt und getestet werden.

Erzielte Verbesserungen

Durch diese Kalibrierungen wird eine deutliche Reduktion der False Positives und gleichzeitig eine Zunahme plausibler Treffer erreicht, die mit dem neuen Tool effizienter abgeklärt werden können. Damit die Relationship Manager in der ihnen vertrauten CRM-Applikation arbeiten können, wurde die Compliance-Suite in die CRM-Applikation integriert. Das World-Check-Zieluniversum wurde auf das Maximum (derzeit mehr als 3 Millionen Namen) ausgebaut, sodass bislang teilweise ausgeschlossene Unternehmen und Banken vollumfänglich mitberücksichtigt werden. Als zusätzliches Prüfattribut wird die Nationalität der Kunden berücksichtigt.

So entstand eine Plattform mit einfacheren Prozessen. Die effizientere Bearbeitung von Ausnahmen hilft, den Anstieg der Trefferzahl zu bewältigen. Das World-Check-Universum hat sich verdoppelt auf über 170‘000 Namen, die Straight-through Processing-Rate wurde auf über 90 Prozent gesteigert. Probleme mit dem World-Check-Cache und  der Abhängigkeit zum Kunden-Screening-Setup konnten gelöst werden.

Derzeit wird  für das Kunden-Screening das Compliance-Suite-Modul Name Matching Customer eingeführt. Damit wird eine effizientere zentrale Erstprüfung ermöglicht und ein Master für alle Hits und Abklärungen (sowohl für Transaktionen wie auch für Kunden) etabliert. Ausstehende Schritte sind die bessere Integration in das CRM-Tool und das Aufsetzen von Eskalationsworkflows zwischen Zahlungsverkehr- und Compliance-Teams. Die neue Lösung steht unmittelbar vor der Einführung.

Ausblick

Im nächsten Beitrag befasse ich mich mit der Frage, wie die Kooperation zwischen den Providern (konkret: Avaloq und ACTICO) optimiert werden kann.

Autor
Bernhard Koye

Prof. Dr. Bernhard Koye

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