Crowdlending erfreut sich in der Schweiz zunehmender Beliebtheit. Mit lend.ch und swisspeers.ch sind zwei Unternehmen auf dem Markt, von denen ersteres Kredite an Privatpersonen und letzteres Kredite an Unternehmen vermittelt. In beiden Fällen können Anleger die auf einer Internetplattform publizierten Kreditwünsche anteilig erfüllen. Wegen einer diesbezüglichen Vorschrift der Bankenverordnung aus dem Jahr 1934 dürfen sich aber nur jeweils höchstens 20 Investoren an einem Kredit beteiligen.

Das mag zwar ein Hindernis auf dem Weg zum Erfolg sein, scheint jedoch die Prosperität der zwei Unternehmen nicht zu bremsen. Beide Plattformen erlauben den Einblick in laufende Kreditprojekte, aber auch in bereits erfolgreich finanzierte Anfragen. Während lend.ch eher kleinere Summen für Privatpersonen zusammenbringt, die beispielsweise ein Auto kaufen oder einen anderen Kredit ablösen möchten, finanziert swisspeers.ch vielen verschiedenen KMU ihre Expansion oder andere unternehmerische Projekte mit Summen bis zu mehrere hunderttausend Franken.

Bei beiden Plattformen gibt es, auch ohne dass man einen Kredit möchte, gewisse Transparenz zu den Konditionen. Vor allem liegen die Zinssätze für Kreditnehmer tiefer als was man auf den ersten Blick bei den üblichen banknahen Anbietern sieht. Auf der anderen Seite geben die Plattformen den Investoren eine Möglichkeit, dem aktuellen Nullzinsumfeld an den Finanzmärkten zu entkommen. Statt nicht rentierende Anleihen zu kaufen, können Anleger einen solide verzinsten Kredit an ein Unternehmen oder eine Privatperson vergeben.

Screenshot von swisspeers.ch

Um die Risiken zu kontrollieren, nutzen beide Plattformen ein mehrstufiges Ratingsystem, in welchen die Kreditnehmer eine Bonität zugeteilt erhalten. Swisspeers.ch beurteilt die Finanzkennzahlen des Kreditnehmers im Vergleich zur Branche und lässt auch weitere Daten einfliessen. Bei Lend.ch kommen Kriterien wie Alter und Einkommen, Informationen aus externen Datenbanken als auch Erfahrungswerte zur Anwendung. Bei einem Zahlungsausfall übernehmen beide Plattformen die Einleitung von Inkassomassnahmen.

Lend.ch meldete zudem jüngst eine Kooperation mit Intrum Justitia. „Kreditprüfung und der Abschluss von Kreditverträgen, das sogenannte Underwriting, sind zentrale Prozesse im Kreditwesen“, heisst es in einer Medienmitteilung. Es sei für Lend.ch vorteilhaft, hier auf das umfassende Knowhow von Intrum Justitia in der Kreditprüfung zugreifen zu können.

Kurz erklärt: Crowdlending bezeichnet die Vergabe von Krediten an Unternehmen oder Private. Der Investor erhält Zins und Kapitalrückzahlungen. Beim Crowdfunding geht es um die Bereitstellung von Eigen- oder Aktienkapital für Unternehmen. Der Investor erhält hier Aktien bzw. Anteile am Unternehmen und den erhofften Gewinnen.

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