Die Hälfte aller Bankkunden weltweit nutzt bereits Produkte oder Dienstleistungen mindestens eines FinTech-Unternehmens. Das ist das Kernergebnis des World FinTech Reports (WFTR) von Capgemini und LinkedIn in Zusammenarbeit mit Efma. Er summiert Erkenntnise einer Expertenkommission die mit Vertretern etablierter und junger Unternehmen sowie Analysten der Branche besetzt ist. Zudem wurde das Kundenerlebnis bei 8.000 Konsumenten aus 15 verschiedenen Ländern abgefragt.

Grafik Fintech Nutzung weltweit

Vor allem bei jungen, technikaffinen und vermögenden Kunden gewinnen die Angebote von FinTechs immer mehr an Bedeutung. Besonders gefragt sind die Angebote der jungen Firmen in den Emerging Markets. So nehmen 75 Prozent aller Kunden in China und Indien ihre Dienstleistungen in Anspruch, dicht gefolgt von Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Hongkong. Meist geht es um die Vermögensverwaltung: Hier nutzen 17,4 Prozent aller Kunden ausschliesslich FinTechs, während weitere 27,4 Prozent FinTech-Dienstleistungen zusätzlich zu ihren bisherigen Anbietern nutzen. Weil sich FinTechs oft auf Nischen-Services spezialisieren, nutzen 46,2 Prozent der Kunden sogar Dienstleistungen von mehr als drei FinTech-Anbietern.

Traditionelle Finanzinstitute werden davon herausgefordert. Weniger als die Hälfte (44 Prozent) aller Führungskräfte ist von der hauseigenen FinTech-Strategie überzeugt. Nur ein gutes Drittel meint, dass man eine gut strukturierte und proaktive Innovationsstrategie implementiert habe. Vor allem ihre Risikoscheu hindert traditionelle Unternehmen daran, eine Innovationen begünstigende Kultur zu etablieren. So gaben 40,3 Prozent der Führungskräfte an, dass ihre Organisation nicht innovationsfördernd sei. Dem Report zufolge „..gaben nur zehn Prozent aller Führungskräfte an, dass sie die mit Innovationen angestrebten Ziele erreichen…“ so Tobias Wolf, Leiter Banking Schweiz bei Capgemini Consulting.

Grafik zu Problemen der Banken mit Innovationen  

Allerdings hat der WFTR hat ein vierstufiges Framework entwickelt, mit dessen Hilfe etablierte Unternehmen leichter die ihnen immanente Innovationsresistenz überwinden können. Folgende Massnahmen sollen hilfreich sein: Neue Technologien entdecken, Ideen und Erkenntnisse in Geschäftsmodelle umwandeln, ausgewählte Führungskräfte mit der Unterstützung von Innovationen betrauen, Innovationen durch mehr Effizienz und die Implementierung von Best Practices fördern. 

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