Die frühe Erwachsenenphase ist durch hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit, Leistungsfähigkeit, Emotionsregulation und soziale Anerkennung gekennzeichnet. Gleichzeitig stellt sie eine vulnerable Phase für die Entwicklung psychischer Belastungen dar.

Im Rahmen seiner Antrittsvorlesung stellt Prof. Dr. Serge Brand aktuelle empirische Befunde zum Cognitive Disengagement Syndrome (CDS) vor. Das Cognitive Disengagement Syndrome, ein Aufmerksamkeits- und Konzentrationskonstrukt, äussert sich durch mentale Verlangsamung, Tagträumen, kognitive Abwesenheit und reduzierte Aktivierung. Auf Grundlage einer aktuellen Querschnittsstudie mit jungen Erwachsenen wird untersucht, wie CDS mit zentralen Dimensionen psychischen Wohlbefindens – Depression, Angst, Stress und Insomnie – zusammenhängt.

Die Ergebnisse zeigen, dass höhere CDS-Ausprägungen systematisch mit erhöhter psychischer Belastung und Schlafstörungen assoziiert sind. Zudem zeigen die ersten Ergebnisse, dass Erwachsene, die erhöhte CDS-Werte aufweisen, auch jene sind, die sich im Alltag weniger bewegen und in sozialen Kontexten mehr Schwierigkeiten referieren. Zugleich sind es auch jene Erwachsene, bei welchen das Essverhalten eher mit Emotionsregulation als mit Energieaufnahme assoziiert ist. Der Vortrag erklärt die Ergebnisse und zeigt, warum sie für die Forschung und für den Umgang mit psychischer Belastung relevant sind.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den Austausch mit Ihnen!

Wann?
Neu: Dienstag, 10. März 2026, 12.3013.30 Uhr

Aufgrund ausserordentlicher Bauarbeiten findet das Forschungskolloquium neu am 10. März 2026 statt. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Wo?
Kalaidos Fachhochschule, Jungholzstrasse 43, 8050 Zürich, Raum 410 oder online via Zoom

Wer?
Prof. Dr. Serge Brand, Professor an der Kalaidos Fachhochschule und international ausgewiesener Forscher im Bereich biologische Psychiatrie und evolutionäre Psychologie. Seine wissenschaftlichen Arbeiten fokussieren sich unter anderem auf die Zusammenhänge zwischen kognitiven Prozessen und psychischem Wohlbefinden über verschiedene Anwendungskontexte hinweg.

Prof. Dr. Brand ist Autor zahlreicher internationaler Fachpublikationen und an mehreren universitären und klinischen Forschungseinrichtungen tätig (z. B. Universität Basel; Kermanshah University of Medical Sciences, Iran).

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