Forschungskolloquium AWARE – Antidepressant Withdrawal in Primary Care Patients. Eine prospektive Langzeitstudie zur Absetzung von Antidepressiva.
23.06.2026 12:30 - 13:30, Hybrid: Kalaidos Fachhochschule, Raum 404 und online via Zoom
Rund 10 % der Erwachsenen in der Schweiz nehmen regelmässig Antidepressiva ein, oftmals seit vielen Jahren und teilweise ohne klare Behandlungsindikation. Während manchen Personen das Absetzen von Antidepressiva weniger Schwierigkeiten bereitet, haben andere grosse Probleme bei diesem Schritt. Die Gründe für diese Schwierigkeiten können vielfältig sein. Lange Zeit wurde behauptet, dass dies auf das Wiedereintreten ihrer psychischen Störung zurückzuführen sei. Inzwischen wissen wir jedoch: es sind Entzugserscheinungen, die eine bedeutsame Rolle spielen und wohl hauptsächlich für gescheiterte Absetzversuche verantwortlich sind.
Im Rahmen der prospektiven Langzeitstudie «AWARE» wurde eine Kohorte von erwachsenen Personen aus verschiedenen Regionen in der Schweiz über 6 Monate beim Absetzen von Antidepressiva begleitet. Im Forschungskolloquium präsentiert der Studienleiter Michael P. Hengartner die wichtigsten Resultate und diskutiert die zentralen Implikationen. So zeigte die Studie, dass vielen Menschen das Absetzen nicht gelingt, dass Entzugsreaktionen häufig sind und diese schwer ausfallen können, und dass ein Anstieg von Angst- und Depressions-Symptomen überwiegend auf Entzugsreaktionen zurückzuführen ist.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den Austausch mit Ihnen!
Wann?
Dienstag, 23. Juni 2026, 12.30–13.30 Uhr
Wo?
Kalaidos Fachhochschule, Jungholzstrasse 43, 8050 Zürich, Raum 404 oder online via Zoom
Wer?
Prof. Dr. Michael Hengartner ist Professor für Klinische Psychologie an der Kalaidos Fachhochschule und eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut. Er erforscht seit über 15 Jahren verschiedenste Themen im Bereich der psychischen Gesundheit und ist ein ausgewiesener Experte in der Wirksamkeits- und Versorgungsforschung. Er war als Gutachter für die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Europäische Kommission und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) tätig, wirkte im Fachausschuss Psychopharmaka der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) und ist Mitglied in der Fachgruppe Public Mental Health von Public Health Schweiz.
