Kurzinterview mit Sirgit Meier, Leiterin des Geschäftsbereichs Recht und Koordination bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern. Dozentin im Bereich Steuerrecht am SIST Schweizerisches Institut für Steuerrecht, Kalaidos Law School.

Sirgit Meier

Sie haben selber einen MAS in Taxation an der Kalaidos FH absolviert. Was sind die wichtigsten Learnings, die Sie aus dem Studium mitgenommen haben und in Ihrem Arbeitsalltag einsetzen können?
Als ganz wichtig erachte ich die Kontakte zu den Mitstudierenden und den Dozierenden. Ich habe mein Studium an der Kalaidos FH 2013 abgeschlossen. Bis heute habe ich Kontakt zu Mitstudierenden, sei es beruflicher oder persönlicher Natur. Einige Dozentinnen und Dozenten kenne ich heute persönlich und freue mich, wenn ich mich anlässlich von Seminaren oder Weiterbildungsveranstaltungen mit ihnen austauschen kann oder sie bei Besprechungen im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit treffe. Mit wenigen habe ich sogar privaten Kontakt. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die Kontakte, welche wir während des Studiums knüpfen, einen ein Leben lang begleiten können.
Eine Weiterbildung dient immer der Erweiterung des eigenen Wissens. Man eignet sich Kompetenzen an, die man im Berufsalltag anwenden kann. Das gilt erst recht für berufsbegleitende Weiterbildungen. Als erwerbstätige Studentin kann man das Gelernte sofort umsetzen. Meinem Arbeitgeber und insbesondere in meinem Geschäftsbereich ist Weiterbildung sehr wichtig. Ich ermuntere alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Weiterbildung zu absolvieren. Das Studium an der Kalaidos FH hat mir viel gebracht, nicht zuletzt vielleicht auch meine jetzige Position innerhalb der Steuerverwaltung des Kantons Bern.

Als Leiterin des Geschäftsbereichs Recht und Koordination bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern haben Sie einen anspruchsvollen Beruf, ausserdem sind Sie Dozentin an der Kalaidos Fachhochschule – wie bringen Sie Karriere und Familie unter einen Hut? Haben Sie Tipps für unsere Studierenden?
Ich habe keine allgemeingültigen Tipps: Jeder soll sein Glück auf seine Weise finden! In erster Linie soll eine Weiterbildung aber Begeisterung und Interesse an der Materie wecken und den Studierenden Methoden oder Instrumente vermitteln, die sie im Berufsalltag benötigen, um ihre Tätigkeit besser auszuüben. Deshalb sollte jeder auch sein Studium mit Enthusiasmus und Begeisterung angehen. Das erleichtert die Arbeit. Wer merkt, dass er keine Begeisterung aufbringen kann, sollte sich nochmal überlegen, ob es das Richtige ist.
Ich habe meine berufliche Laufbahn immer meinen persönlichen Bedürfnissen angepasst. D.h. als meine Kinder klein waren, habe ich mit einem reduzierten Pensum gearbeitet. Mit fortschreitender Selbständigkeit der Kinder habe ich meinen Beschäftigungsgrad erhöht. Als Teilzeitmitarbeiterin und Mutter war ich aber jederzeit bereit, einen hohen Einsatz für meinen Arbeitgeber zu leisten. Der Schlüssel ist m.E. auch hier die Begeisterung für den Beruf. Nur wer seinen Job gerne macht, kann sich auch mit viel Elan und Motivation dafür einsetzten. Schliesslich versuche ich auch immer, meine Aufgaben fokussiert anzugehen: Ich entlaste mich von dem, was ich schnell erledigen kann, indem ich es erledige und nicht vor mir herschiebe. So gewinne ich Zeit, mich um die wichtigen Dinge zu kümmern. Auf diese Weise kann ich innerhalb eines Tages vieles angehen und zufriedenstellend zu Ende bringen.

Wie erleben Sie das Unterrichten und was schätzen Sie an den Studierenden der Kalaidos FH?
Ich unterrichte sehr gerne an der Kalaidos FH. Die Studierenden bringen bereits viel Wissen mit, da Berufserfahrung vorausgesetzt wird. Sie sind interessiert und wollen in ihrem Beruf weiterkommen. Der Austausch mit den Studierenden ist sehr gewinnbringend, auch für mich als Dozentin. Mein Unterricht ist auf die Besprechung von Fallbeispielen aus der Praxis ausgerichtet. Es entstehen regelmässig sehr gute Diskussionen rund um die Falllösungen. Im Unterricht steht die Argumentation im Vordergrund, nicht das richtig oder falsch. Ich will in erster Linie, dass die Studierenden lernen zu argumentieren und ihren Lösungsweg zu begründen. Sie machen das regelmässig gut.

Facebook Twitter Xing LinkedIn Whatsapp E-Mail