Schweizer Rechtskultur unter Druck: Prinzipien- versus regelbasierte Regulierung von Umweltaussagen und Börsen
KLS Forschungssymposium, 29.01.2026 16:00 - 19:30 Uhr, mit anschliessendem Networking Apéro, Kalaidos Fachhochschule, Jungholzstrasse 43, 8050 Zürich
Die Kalaidos Law School (KLS) lädt ein:
Die Frage spitzt sich zu: Ist der Schweizer Regulierungsansatz ein Rezept für die Zukunft oder ein Handicap in einer globalisierten Welt? Dazu treffen sich namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zum Erfahrungsaustausch an unserem vierten Symposium.
Die Schweiz setzt traditionell auf eine prinzipienbasierte Regulierung: Steuerung über Zielvorgaben und Selbstregulierung. Die EU hingegen verfolgt einen explizit regelbasierten, detaillierten Regulierungsansatz mit spezifischen, umfassenden Handlungsvorgaben. Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile. So schafft es grundsätzlich der schweizerische Ansatz eher, neue Entwicklungen und Lernerfahrungen aus der Praxis aufzunehmen und marktnahe Lösungen zu finden. Er räumt allerdings den Aufsichtsbehörden und der Judikative viel Ermessen ein, leidet teils an einem Durchsetzungsdefizit und schafft für die Marktteilnehmer nicht immer die nötige Klarheit und Erwartungssicherheit. Der EU-Ansatz dagegen fördert die Umsetzung im Sinne des Gesetzgebers und schafft klare Regeln, was in einer globalisierten und multikulturellen Wirtschaft und Gesellschaft an Bedeutung gewinnt. Er tendiert aber zu Überregulierung auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit und geht nicht selten an den Regulierungszielen vorbei.
Das Symposium bringt Erfahrungen dazu aus zwei unterschiedlichen Bereichen zusammen, die besonders voneinander lernen können: die Regulierung von Umweltaussagen, die jüngst international eine hohe Regeldichte erfuhr, und die Börsenregulierung, deren Selbstregulierungspraxis von einer neuen Gesetzesvorlage in Frage gestellt wird.
Im Anschluss an das Symposium sind alle Teilnehmenden herzlich zum Apéro eingeladen. Wir freuen uns, Sie am KLS-Forschungssymposium begrüssen zu dürfen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen.
PROGRAMM
Türöffnung: 15:30 Uhr, 6. Stock
ORGANISATION
Daniel Dedeyan, Prof. Dr. iur., LL.M. (Yale), Dean Kalaidos Law School, Partner Loyens & Loeff
Charlotte Sieber-Gasser, Prof. Dr. iur., Professorin/Forschungsleiterin Kalaidos Law School, Senior Researcher Geneva Graduate Institute
KEYNOTE
Schweizerische Rechtskultur im globalen Kontext
Charlotte Sieber-Gasser, Prof. Dr. iur., Professorin Kalaidos Law School, Senior Researcher Geneva Graduate Institute
UMWELTAUSSAGEN
Sara Stalder, Geschäftsleiterin Konsumentenschutz
Guillaume Toffel, Rechtsanwalt, LL.M. (UPenn), Asset Management Association Switzerland AMAS
Lea Rahel Klingenberg, Sustainability and Environmental Policy, economiesuisse
Dr. André Utzinger, Co-CEO, Forma Futura Invest AG
BÖRSENREGULIERUNG
Sabir Sheikh, Rechtsanwalt, LL.M. (King’s College), Head Listing & Enforcement SIX Exchange Regulation
David P. Frick, Member of the Executive Board Nestlé SA / Vorstand economisuisse
Juliane Poss, LL.M. (Hong Kong), Counsel, Capital Markets Law, DLA Piper Frankfurt
SYNTHESE
Daniel Dedeyan, Prof. Dr. iur., LL.M. (Yale), Dean Kalaidos Law School, Partner Loyens & Loeff
Anmeldeschluss ist der 26. Januar 2026. Teilnahme kostenlos und verbindlich, Platzzahl beschränkt. Bei Verhinderung bitte abmelden: events@kalaidos-fh.ch
Disclaimer Bildmaterial
Wir weisen Sie darauf hin, dass die Veranstaltung fotografisch begleitet wird und dass das Bildmaterial (Fotos, Videos) in unseren Publikationen und kommerziellen Kampagnen verwendet werden kann.
