Wie gelingt erfolgreiche interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen? Zu diesem Schwerpunkt wurde erstmalig das Wahlpflichtprojekt «Interprofessionelle Kompetenzen erlernen» durchgeführt.

Interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen ist eine spannende Herausforderung. Gerade Gesundheitsfachpersonen fällt dabei eine wichtige Rolle zu. Damit die Zusammenarbeit erfolgreich ist, müssen die nötigen Skills bereits während der Ausbildung gelernt und trainiert werden.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Agnes Leu wurde deshalb erstmals das zweitägige Wahlpflichtprojekt «Interprofessionelle Kompetenzen erlernen» an der Universität Basel durchgeführt. Unterstützt wurde Agnes Leu von Dr. Gert Ulrich, Projektleiter ZIPAS. Er stellte im Rahmen der Veranstaltung auch die erste interprofessionelle klinische Ausbildungsstation in der Schweiz vor.

Lernen, wie man erfolgreich als Team zusammenarbeitet

Wie Auszubildende verschiedener Berufsgruppen (Medizin, Pflege, Therapie und Diagnostik) im Team gemeinsam von- und miteinander zum Wohl der Patientinnen und Patienten lernen, darüber diskutierten Medizinstudierende der Universität Basel mit Absolventinnen und Absolventen der ersten interprofessionellen klinischen Ausbildungsstation in der Schweiz (ZIPAS) und Seraina Beerli von der ZIPAS-KSW am Kantonsspital Winterthur. Ziel des Wahlpflichtprojekts ist es, interprofessionelle Kompetenzen zu vertiefen.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen folgende Fragen:

  • Wie gelingt das Erkennen und Verstehen der Rollen und Verantwortlichkeiten im interprofessionellen Team (Ärztinnen und Ärzte anderer Fachrichtungen, Pflegefachpersonen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Psychologinnen und Psychologen, Apothekerinnen und Apotheker)?
  • Wie kommuniziert man mit Respekt und Wertschätzung im Team und involviert Teammitglieder in alle relevanten Interaktionen? Wie schafft man ein Klima des gegenseitigen Respekts, der Würde, der Integrität und des Vertrauens?
  • Wie beteiligt man sich an Teambildungsstrategien und Konfliktlösungsansätzen in der interprofessionellen Ausbildung und Praxis?
  • Wie stellt man die Bedürfnisse des Teams über die persönlichen Bedürfnisse?

Was fördert und was verhindert interprofessionelle Zusammenarbeit?

An der Veranstaltung wurde viel in Kleingruppen gearbeitet und Vorbereitungsaufträge diskutiert. Die Medizinstudierenden der Universität Basel präsentierten kurze Referate. Zentrale Fragen dabei waren, wie interprofessionelle Kompetenzen am besten erworben werden, in welchen Formaten und welchen Lernsettings. Ein wünschenswertes Ziel wäre es, interprofessionelle Ausbildung weiter voranzutreiben und/oder ZIPAS auch in Basel zu implementieren. Der ZIPAS-Projektverbund stellt nämlich interessierten Spitälern das ZIPAS-Konzept zur Verfügung und unterstützt bei der Implementierung der interprofessionellen Ausbildungsstation.

Eine weitere Frage war, ob die Studierenden selbst genügend sensibilisiert sind für interprofessionelle Zusammenarbeit. Vielleicht gibt es hemmende Faktoren, z.B., ob Vorurteile gegenüber anderen Berufsgruppen (Pflege, Physiotherapie…) gegebenenfalls die Zusammenarbeit erschweren.

Nicht zuletzt wurden auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt und diskutiert, inwieweit interprofessionelle Zusammenarbeit auch dazu beitragen kann, Kosten im Gesundheitswesen zu senken. (Lesen Sie hier auch die Kosten-Nutzen-Analyse der IPZA)

Die Veranstaltung förderte fruchtbare Diskussionen über interprofessionelle Zusammenarbeit und bildet den Grundstein für weitere Veranstaltungen im Rahmen des Wahlpflichtprojektes. Die Careum Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Massnahmen zum Thema Interprofessionalität. Aktuell wurde unter Federführung der Abteilung Bildungsmanagement das Careum Working Paper 9 «Interprofessionelle Ausbildung im Schweizer Gesundheitssystem: Situationsanalyse, Perspektiven und Roadmap» publiziert.

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