Journal Club

 Journal Club Kalaidos: Gemeinsam Studien lesen

Journal Club zu Studien im Gesundheitwesen
«gemeinsam lesen – kompetent verstehen»

Fünf gute Gründe aktiv am Journal Club teilzunehmen
Sie erhalten per E-Mail
– den zu besprechenden Originalartikel als pdf
– Schlüsselfragen zum Artikel
– ein Beurteilungsraster zur Analyse wissenschaftlicher Studien

Im Journal Club
– diskutieren sie mit Studierenden und mit dem Fachexperten den Artikel
– am Schluss erhalten sie die Power-Point Präsentation des Experten mit Hintergrundinformationen und Schlussfolgerungen zum Artikel

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Kosten

Kosten CHF 50.- oder Abonnement für 6 Veranstaltungen CHF 200.- (Abonnement ist übertragbar)

08. September 2017
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 08.09.2017 / Autumn Session / ...

 

Autumn-Session – Herbstlesung im September/Oktober

In der Herbstausgabe des Journal Clubs wird ein klassisches Nursing-Thema behandelt. Ob qualitative, quantitative oder mixed-methods Studien: es soll der thematischen und methodi-schen Bandbreite der Pflege und Pflegewissenschaften Rechnung getragen werden.



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16. November 2017
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 16.11.2017 / Christmas Session / ...

 Christmas-Session – Adventsclub im November/Dezember

In der (Vor-) Weihnachtszeit analysieren wir eine Studie aus der christmas edition des British Medical Journals (BMJ). Diese Studien sind sehr gut gemacht, behandeln aber Themen, die nicht unmittelbar im Fokus echten wissenschaftlichen Interesses stehen: Zum Beispiel die Überlebensrate von Schokolade auf Pflegestationen. Damit soll das Journal Club-Jahr auf humorvolle, aber doch methodisch seriöse Art abgeschlossen werden.


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Vergangene Veranstaltungen
04. September 2012
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 04.09.2012 / Kardiovasculäre Ereignisse

Fussball

Thema – Kardiovaskuläre Ereignisse bei Fernsehzuschauern und Übertragungen der Fussballweltmeisterschaft

Kann das Zuschauen bei Weltmeisterschafts-Fußballspielen, die im Fernsehen übertragen werden, zu einem erhöhten Risiko von Herzinfarkt und Angina pectoris führen?
Dieser Frage ist eine Autorengruppe aus München nachgegangen, publiziert wurde sie im bekannten New England Journal of Medicine.

Konklusionen aus der Studienanalyse

  • Personen die Spiele ihres Heimatlandes (hier Deutschland) der Fussball-WM im Fernsehen verfolgten, hatten ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse
  • Die Studien hatte Limitationen, so könnten z.B. andere Faktoren als Stress beim Zuschauen, die Ursache für ein erhöhtes Risiko darstellen (z.B. Rauchen, Ernährung etc.)

Wilbert-Lampen et al. Cardiovascular events during world cup soccer. N Engl J Med 2008;358


28. November 2012
18:00 - 19:45
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Journal Club 28.11.2012 / Cranberries und Harnwegsinfektionen

 Cranberries

Thema – Präventive Wirkung von Cranberries 

Cranberries werden als Saft, getrocknet oder auch in Kapselform zur Verhütung von (rezidivierenden) Harnwegsinfektionen angepriesen und eingesetzt.

  • Wirken sie tatsächlich präventiv?
  • Bei welchen Gruppen sind sie wirksam?
  • Wie wird der Mechanismus erklärt und welche Produkte eigenen sich?

Wang und Mitarbeiter analysieren in ihrem Systematischen Review diese Fragestellungen. Publiziert wurde sie im Archives of Internal Medicine.

Konklusionen aus der Studienanalyse

Die Autoren schlussfolgern, dass

  • Cranberries bei bestimmten Risikogruppen das Risiko für Harnwegsinfektionen senken kann
  • Die Metaanalyse enthält methodische Schwächen (language und publication bias)
  • Ein kurz darauf publizierter Cochrane-Review konnte diese Effekte nicht zeigen. Hier wurden wesentlich mehr Studien eingschlossen (graue Literatur)

Wang CH et al. Cranberry-containing products for prevention of urinary tract infektions in susceptible populations. Arch Intern Med 2012;172:988-996

Jepson RG et al. Cranberries for preventing urinary tract infektions. Cochrane Database 2012. DOI 10.1002/14651858.CD001321.pub5

Ergänzt wurde diese Studie mit Informationen über Cranberries durch den Dozenten.


23. Januar 2013
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 23.01.2013 / Blutkulturen und Bakteriämien/Sepsis

 Blutkulturen

Thema – Kontamination von Blutkulturen bei der Entnahme

Blutkulturen liefern wichtige Hinweise zur Diagnose der Bakteriämien/Sepsis bei schwer kranken Patienten. Bei der Entnahme von Blutkulturen kann es aber zu Kontaminationen mit Hautkeimen kommen. Damit wird die Interpretation der Ergebnisse positiver Blutkulturen schwierig und führt zu unnötigen Antibiotikatherapien oder zu Fehlinterpretationen. Im Artikel von Washer und Mitarbeitern wurde untersucht, ob und welche Antiseptika zur Hautdesinfektion einen Einfluss auf die Kontaminationsrate haben.

 

Konklusionen aus der Studienanalyse

  • Kein Antiseptikum zeigte einen Vorteil (Chlorhexidin 2% mit Isopropyl Alkohol versus alkoholische Jodtinktur versus wässrige Jodlösung)
  • Die Kontaminationsraten sind niedrig, wenn Blutentnahme Teams Blutkulturen gewinnen
  • Die Studie hatte eine wesentliche, methodische Schwäche: in allen Gruppen wurde vor der eigentlichen Desinfektion und Punktion die Haut der Probanden mit Alkohol gereinigt!

Washer LL et al. Blood culture contamination: a randomized trial evaluating the comparative effectiveness of 3 skin antisepsic interventions. Infect Control Hosp Epidemiol 2013;34:15-21


16. Mai 2013
18:00 - 19:45
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Journal Club 16.05.2013 / Lokale und systematische Wundbehandlung

 Systemische Faktoren beeinflussen die Wunheilung (vgl. Johnson Johnson)

Thema - Evidenzbasierte Entscheidungen für die lokale und systematische Wundbehandlung

Pflegende sind an Wundbehandlungen beteiligt und die Entscheidungen für adäquate Massnahmen bei akuten und chronischen Wunden müssen täglich ad hoc getroffen werden. Damit diese Entscheidungen mit hoher Evidenz aus der Fachliteratur abgestützt werden, haben Fachexperten aus Grossbritannien letzten Herbst eine systematische Übersichtsarbeit zu diesem Thema im British Journal of Surgery (1) veröffentlicht.


Ziel des Journal Clubs ist, die Ergebnisse dieser Arbeit zu diskutieren und die Qualität der Evidenzbasierung zu beleuchten.
Analysieren Sie zusammen mit Christian Conrad die Studie. Diskutieren Sie die Studienergebnisse und ziehen Sie gemeinsam Ihre Schlussfolgerungen für die Praxis.

(1) Brölmann et al. Evidence-based decisions for local and systemic wound care. Br J Surg 2012;99:1172-1183

Ergebnisse
In der Studien "Evidence-based decisions for local and systemic wound care" von Brölmann et al wurden in einem Meta-Review insgesamt 44 relevante Cochrane Reviews analysiert. Die Empfehlungen daraus teilten sich in 5 Evidenzstufen ein: 1= starke Evidenz für einen Effekt, 2= starke Evidenz gegen einen Effekt, 3 = begrenzte Evidenz für einen Effekt, 4= begrenzte Evidenz gegen einen Effekt und 5= weder starke noch begrenzte Evidenz vorhanden.

Im Vorfeld des Journal Clubs konnten 5 Fragen beanwortet werden. Hier die Lösungen

Frage 1: Akute Wunden können mit Leitungswasser gespült werden, die Studien zeigen keinen positiven Effekt von sterilem Wasser bezüglich Wundinfektionsraten (Evidenzstufe 2). Bei chronischen Wunden (Ulkus cruris) ist es unklar, welche Massnahme besser ist.
 
Frage 2: Die tägliche Reinigung der Pin-Stellen zeigt keine Senkung in der Infektionsrate (Evidenzstufe 2) 

Frage 3: Die orale Einahme von Zink verbessert bei venösen oder arteriellen Ulcera nicht die Wundheilung (Evidenzstufe 2) 

Frage 4: Silber hat zeigt keinen klaren Effekt auf die Wundheilung bei akuten Wunden (Evidenzstufe 3 und 4) und bei chronischen Wunden(Evidenzstufe 5)

Frage 5: zu wenig Evidenz für den Einsatz der Braden Skala gegenüber der Einschätzung durch eine Pflegeperson bei Dekubitusrisiko (Evidenzstufe 5)


09. September 2013
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 09.09.2013 / Mediterrane Ernährung und kardiovasculäre Ereignisse

Kann mediterrane Ernährung das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senken?

Mediterrane Ernährung


Mediterrane Kost gilt als gesund und soll einen günstigen Einfluss auf Herz-Kreislauferkrankungen haben. Dies hängt mit der hohen Einnahme von Olivenöl, Nüssen, Gemüse und Früchten zusammen. Dieser Effekt konnte bisher nur in nicht-randomisierten Beobachtungsstudien aufgezeigt werden.
Eine spanische Forschergruppe untersuchte diese Fragestellung in einer grossen randomisiert-kontrollierten Studie an 7447 Personen und publizierte sie im April 2013 im renommierten New England Journal of Medicine.

Im Journal Club wurden die Hintergründe der Studie diskutiert:

  • Wie hat sich die Interventionsgruppe im Gegensatz zur Kontrollgruppe ernährt?
  • Welche Effekte hatte dies auf die Rate an Myokardinfarkt, Schlaganfall und Tod durch kardiovaskuläre Ereignisse?

Die Autoren der Studie liefern nicht nur wichtige Resultate sondern auch einen umfangreichen Anhang über die Beobachtung während fast 5 Jahren sowie die Ernährungsprotokolle.

Estruch R et al. Primary prevention of cardiovascular disease with a mediterranean diet. New Engl J Med 2013;368:1279-1290

Ergebnisse aus der Diskussion
...

Im Vorfeld konnten 3 Fragen über Facebook beantwortet werden:

Frage 1: Fettreduzierte Diät kann ebenso wie mediterrane Kost das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senken:
a) stimmt
b) stimmt nicht

Anwort: nein, fettreduzierte Diät wahrscheinlich keinen grossen Einfluss auf die Entwicklung kardiovaskulärer Ereignisse

Frage 2: Es ist vor allem der Gemüsekonsum, der zur Risikoreduktion für Herz- Kreislauferkrankungen beiträgt:
a) stimmt
b) stimmt nicht
c) beides ist wichtig
Anwort: c) Dieser spielt sicher auch bei der mediterranen Kost eine Rolle. Einen grossen Einfluss hat der Konsum von Olivenöl. In der vorliegenden Studie konsumierten die Patienten in der Olivenölgruppe minimum 4 Teelöffel Olivenöl pro Tag.

Frage 3: der Konsum von Nüssen beeinflusst Herz-Kreislauferkrankungen:
a) ungünstig, da Nüsse einen hohen Fettanteil haben
b) sehr günstig, da Nüsse eine hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren enthalten
Anwort: b) Nüsse haben einen sehr günstigen Einfluss. Hier wurden dreimal pro Woche oder 30 g Nüsse konsumiert.




07. November 2013
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 11.07.2013 / Vorhofflimmern und Risiko für Schlaganfälle

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Schlaganfälle

Vorhofflimmern

Bild: alila / 123RF Stock Foto

Eine schwedische Forschergruppe ist der Frage nachgegangen, ob Frauen ein höheres Risiko für einen Schlaganfall bei bestehendem Vorhofflimmern haben als Männer. Unterschiede im Schlaganfallrisiko zwischen Männern und Frauen sind von klinischer Relevanz und ziehen auch praktische Konsequenzen nach sich, wenn ansonsten keine erhöhten Risikofaktoren bestehen. Deshalb analysierten die Autoren in einer retrospektive Kohortenstudie die Daten von über 100.000 Patienten.

 

Studie

Friberg L., Benson L, Rosenqvist M, Lip GYH. Assessment of female sex as a risk factor in atrial fibrillation in Sweden: nationwide retrospective cohort study. Britsh Medical Journal (BMJ) 2012;344:e3522 doi:10.136/bmj.e3522: 1--‐10


20. Januar 2014
18:00 - 19:45
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Journal Club 20.01.2014 / Aluminium und neurologische Störungen

 

Aluminium kann neurologische Störungen verursachen

 

Aluminium Deo
Photo: libertygraces-flickr

Aluminium ist in vielen Produkten enthalten und wird vom menschlichen Organismus aufgenommen und im Gewebe abgelagert. Einige Studien zeigen, dass Aluminium neurologische Störungen verursachen kann. Neuere Untersuchungen zeigten bei Frauen mit Brustkrebs erhöhte Aluminiumkonzentrationen im Brustgewebe. Daraus entstand die Frage, ob Aluminiumsalze z.B. als schweisshemmende Substanz in Deo`s das Brustkrebsrisiko erhöhen können.

Der Review von Darbre et al beleuchtet dieses Thema. Diskutieren sie diese Arbeit sowie Resultate aus anderen Studien mit Christian Conrad, Dozent für Gesundheitswissenschaften. Nach Anmeldung zum Journal Club werden die erwähnten Studien mit dazugehörigen Fragen an sie versendet.

 

Studie
Darbre PD, Manello F, Exley C. Aluminium and breast cancer: Sources of exposure, tissue measurements and mechanisms of toxicological actions on breast biology. J Inorg Biochem; 2013;128:257-261

Presseartikel zum Thema (Deutsche Wirtschaftsnachrichten, 12.11.13): Aluminium: Deodorant kann Brustkrebs auslösen

Die Quizfragen im Vorfeld des Journal Clubs

1) Wie wird erklärt, dass Aluminium in Deo`s das Risiko für Brustkrebs erhöhen soll?

A) Aluminium wird über die Nahrung aufgenommen und reichert sich im Brustgewebe an
B) Aluminium wird als Salz über die Haut aufgenommen und reichert sich im Brustgewebe an
C) Aluminium verstopft die Schweissdrüsen und vermindert so die lokale Abwehr

2) Wie werden die Mechanismen für Aluminium als krebserregende Substanz begründet?

A)Aluminium triggert als östrogenähnliche Substanz die Krebsentstehung
B) Aluminium verändert die Zellen (=mutagen)
C) Aluminium setzt die Abwehrkraft des Körpers herab, so dass Krebszellen nicht mehr zerstört werden können

3) Ist die Datenlage derzeit eindeutig für Aluminium als krebserregender Stoff?

A) nein, noch gibt es nicht genügend gute epidemiologische Studien, die diesen Zusammenhang als ursächlich belegen
B) ja, es gibt genügend epidemiologische und experimentelle Studien, die belegen, dass Aluminium in Deos Brustkrebs auslösen kann


Lösung
1) B) stimmt
2) A) stimmt
3) A) stimmt

 


15. Mai 2014
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal-Club 15.05.2014 / Anzahl Pflegepersonen und Mortalität bei Patienten

 

Zusammenhang zwischen der Anzahl und Ausbildung von Pflegepersonen und der Mortalität und Morbidität bei Patienten

 

Studie: Anzahl Pflegepersonen und Mortalität bei Patienten

In einigen Studien konnte der Zusammenhang zwischen der Anzahl und Ausbildung von Pflegepersonen und der Mortalität und Morbidität bei Patienten aufgezeigt werden. Der Kostendruck im Gesundheitswesen hat in der Vergangenheit einen Personalabbau bei Gesundheitspersonal zur Folge. Dies wirkt sich auf die Versorgungsqualität aus und die Autoren der Studie "Nurse staffing and education and hospital mortality in nine European countries"  gehen in einer retrospektiven Beobachtungsstudie einmal mehr dieser Frage nach. Aiken et al publizierten im Lancet Anfang des Jahres die Ergebnisse ihrer Analyse aus europäischen Daten und konnten ein erhöhtes Mortalitätsrisiko für die Patienten feststellen, wenn der Workload bei den Pflegenden steigt.

 

Im Journal Club wollen wir diese Studie analysieren und weitere Evidenz zum Thema beleuchten. Besonders interessant dabei ist auch der Ausbildungsgrad der Pflegenden, explizit der Einfluss von Bachelor of Nursing Science auf die Mortalität.

 

Lesen sie dazu auch die Publikation der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) des U.S. Departments of Health and Human Service


09. September 2014
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 09.09.2014 / Frühzeitige palliative Betreuung und Lebensqualität

Frühzeitige palliative Betreuung fördert die Lebensqualität am Lebensende

Frühzeitige palliative Betreuung

In der Betreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen und auch am Lebensende ist die Erhaltung der Lebensqualität ein wichtiges Ziel für die Patienten sowie alle betreuenden Personen und die Angehörigen. Die WHO führt in ihrem Statement zu Palliative care die Voraussetzungen für eine erfolgreiche, palliative Betreuung auf («improving the quality of life of patients and families»). Diese Ansätze sind multifaktoriell und auch multidisziplinär.

 

Die Studie
Eine Forschergruppe um Zimmermann et al aus Kanada untersuchte nun, ob sich die frühzeitige palliative Betreuung bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung durch Ärzte und Pflegefachpersonen auf die Lebensqualität auswirkt. Dazu analysierten sie in einer Kluster-randomisierten Studie den Einfluss systematischer, palliativer Interventionen. Sie haben mit diversen Instrumenten die Lebensqualität und Lebensqualität am Lebensende gemessen. Die Messungen haben sie mit der Standardbetreuung durch Onkologiefachpersonal (Ärzte und Pflegende) verglichen.

Zimmermann et al. Early palliative care for patients with advanced cancer: a cluster-randomised controlled trial (PDF)


06. November 2014
18:00 - 19:45
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Journal-Club 06.11.2014 / Psychosoziale Strategien und Krebs

Welche psychosozialen Interventionen könnten den Patienten mit Prostatakarzinom und Angst oder Depression helfen?

Patient und Ärztin
Bild: Alexander Raths, 12RF Stockoftos, 23219182

Krebserkrankungen lösen bei den Betroffenen häufig Ängste und Depressionen aus. Diese wiederum beeinträchtigen die Lebensqualität. Beim Prostatakarzinom berichten rund ein Viertel der Patienten über Ängste und Depressionen. Daher sind Strategien zur Verminderung dieser Probleme sehr wichtig.

Die Autoren Chien et al untersuchten in einer systematischen Übersichtsarbeit, welche Effekte psychosoziale Strategien wie Beratung, Schulung oder Verhaltensänderungen auf die Entstehung von Ängsten und Depressionen haben.

Studie

Chien CH, Liu KL, Chien HT, Liu HE. The effects of psychosocial strategies on anxiety and depression of patients diagnosed with prostate cancer: A systematic review. Int J Nurs Stud 2014;51:24-28). 

Weitere Informationen

Zu diesem Thema gibt es interessante Ausführungen der amerikanischen Krebsgesellschaft unter:
Anxiety, Fear, and Depression

Suchen Sie auch bei deutschsprachigen Krebsgesellschaften, wie zum Beispiel der Krebsliga Schweiz:

  • Ist das Thema Angst und Depression beschrieben?
  • Werden den Betroffenen Informationen oder Behandlungen angeboten werden?

 

Diskutieren Sie mit vor Ort im Journal Club mit Christian Conrad.

 

 


21. Mai 2015
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal-Club 21.05.2015 / Einschränkung Mobilität

Mobilitätseinschränkungen und «mobiltiy-enhancing nursing intervention»

mobiltiy-enhancing nursing intervention

Ausgewählte Studie

  (PDF)Imhof, L., Suter-Riederer, S. & Kesselring, J. “Effects of Mobility-Enhancing Nursing Intervention in Patients with MS and Stroke: Randomised Controlled Trial,” International Scholarly Research Notices, vol. 2015, Article ID 785497, 6 pages, 2015. doi:10.1155/2015/785497.

Der Artikel von Imhof und Kolleginnen liefert wichtige Erkenntnisse für die Anwendung der Kinästhetik und der «Bodenpflege» (=Matratze am Boden) in der Rehabilitation. Die Studie wurde sehr gut und sorgfältig durchgeführt.

Diskussion

Folgende Limitationen wurden im Journal Club diskutiert

  • Die Interventionen als «Mobility-enhancing nursing» sind zu wenig genau beschrieben und es ist nicht klar, welche Pflegepersonen diese Technik erlernen und durchführen können.
  • Die Interventionen sind «zusätzlich» zu den bereits angebotenen Massnahmen durchgeführt worden. 
  • Die Techniken sind in der Umsetzung (Adherence) nicht überprüft worden.

Die Autoren schlussfolgern selbst, dass weitere Forschung nötig ist (S.6):

«6. Conclusion
Further research is needed to investigate the effect of MFP and how nursing interventions combined with rehabilitative therapies contribute to the multiprofessional rehabilitation success. Since MFP is only possible through specially trained nurses, it is necessary to further develop the role of rehabilitation nurses and to standardise patient-centred interventions such as MFP as a basis for further research. MFP certainly influences the nurse-patient relationship. Patient centeredness and empowerment to carry out everyday tasks are demanding challenges for both patients and nurses. The actual experiences of the patients during the intervention should therefore be investigated qualitatively, as the results from such studies could provide more insight into the basic nursing processes involved.»

Fragen aus dem Journal Club

  • Welche statistischen Test sind für die vorhandenen Daten adäquat?

Die Auswahl der Tests richtet sich nach der Art der Daten, die erhoben wurden und zur Analyse vorliegen. In einer Serie des «Deutschen „Ärzteblatts» wurde dies sehr übersichtlich beschrieben (s. Grafik). Hier lassen sich auch die Tests selbst nachlesen.
 

Auswahl statistische Verfahren
Grafik aus: Du Prel, JB., Röhrig, B., Hommel, G. & Blettner, M. (2010). Auswahl statistischer Verfahren.
Dtsch Arzteblatt Int 107 (19); S.343-8. DOI: 10.3238/aerztebl.2010.0343

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Vorinformation und Ankündigung zum Journal Club

Mobilitätseinschränkungen sind für Betroffene mit Multipler Sklerose (MS) oder Schlaganfall häufig ein grosses Problem, weil sie die Lebensqualität beeinflussen.
Sie bedeuten eine Einschränkung der Unabhängigkeit und stellen somit nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für Angehörige und das Gesundheitspersonal eine Herausforderung dar (frei übersetzter und übertragener Text aus der Einleitung der Studie).
Die Kolleginnen und Kollegen aus Winterthur untersuchten mit einem randomisiert-kontrolliertem Design, ob die Funktionalität und Mobilität bei MS und Schlaganfallerkrankten durch Pflegeinterventionen verbessert werden können.

Dazu wurde die sogenannte «mobiltiy-enhancing nursing intervention» (MFP) angewendet: ein von Expertinnen aus dem Rehabilitiationsfeld entwickeltes Tool, das auf Kinästhetik und anderen Massnahmen zur Verbesserung der Bewegung und Orientierung basiert.
Hier kam zum Beispiel auch das Lagern der Patienten-Bettmatratzen auf dem Boden («Matratzenpflege») zur Anwendung.
Die Autorinnen und Autoren konnten spannende Ergebnisse ermitteln und Verbesserungen aufzeigen.

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05. November 2015
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal-Club 05.11.2015 / Stress und Pflegequalität

Welchen Einfluss haben Arbeitsumgebung, Stressoren und Ressourcenknappheit auf die Pflegequalität?

Studien – Einfluss der Umgebung auf Pflegequalität

Diese Frage stellten sich die Gruppe der Pflegewissenschaftler der Universitäten Basel, Bern, Maastricht und Pittsburgh. In Zeiten zunehmender Ressourcenknappheit und der Verlagerung der Pflege und Betreuung in den Langzeitbereich und auf der anderen Seite hohe Erwartungen der zu Pflegenden entsteht ein neues Spannungsfeld.

Die Gruppe um «Zuniga et al,...» versuchte deshalb in ihrer Querschnittsstudie die Pflegequalität , wie sie von den Pflegenden wahrgenommen wird, in verschiedenen Pflegezentren und Heimen der Schweiz zu erheben. Spannend daran ist, dass sie zwei Arbeiten veröffentlichten: die eine richtet sich an Leiterinnen und Leiter von Pflegezentren und Heime und erschien im JAMDA (Journal of the American Medical Directors Association), die andere mit ausführlicheren Resultaten im International Journal of Nursing Studies.

Original Study

Zuniga, F., Ausserhofer, D., Hamers, J.P.H., Engberg, S., Simon, M. & Schwendimann, R. (2015) Are staffing, work environment, work stressors, and rationing of care related to care workers` perception of quality of care? A cross-sectional study. J Am Med Dir Assoc 1-7, article in press. http://dx.doi.org/10.1016/j.jamda.2015.04.012

The relationship of staffing and work environment with implicit rationing of nursing care in Swiss nursing homes – A cross-sectional study
Franziska Zuniga a, Dietmar Ausserhofer a,d, Jan P.H. Hamers b, Sandra Engberg a,c, Michael Simon a,e, Rene Schwendimann a, http://www.journalofnursingstudies.com/article/S0020-7489(15)00165-0/abstract

 Welche Einflussfaktoren wirken auf die (erlebte) Pflegequalität mit Blick auf Führung und Management.


25. Januar 2016
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 26.01.2016 / Händehygiene Verbesserungstools

Einfluss des WHO Händehygiene-Verbesserungstools

Hände Hygiene Verbesserungstools

 

Die Händehygiene ist eine der wichtigsten Massnahmen, um die Übertragung von (multiresistenten) Keimen und die Entstehung nosokomialer Infektionen, im stationären wie auch ambulanten Bereich der Gesundheitsinstitutionen, zu verhindern. 

Um diese Massnahmen wirksam und nachhaltig zu schulen, benötigen wir erfolgreiche Schulungsmethoden und Theorien. In der Studie von Chen et al. wurde in einem Lehrkrankenhaus in Taiwan das WHO Schulungstool zur Verbesserung der Händehygiene implementiert.
Die Autorinnen und Autoren beschreiben, welchen Einfluss diese Schulungen auf die Adherence der Händehygiene beim medizinischen Personal hatten.

Im Journal Club diskutieren Sie diese Studie sowie die Hintergründe erfolgreicher Schulungen und Implementierungen.

Abstract Studie
Impact of implementation of the World Health Organization multimodal hand hygiene improvement strategy in a teaching hospital in Taiwan


Christian Conrad
Studiengangsleiter MAS in Wound Care und MAS in Rehabilitation Care,
Dozent für Gesundheitswissenschaften


08. Dezember 2016
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 08.12.2016 / Hautpflege und Wissen von Pflegefachpersonen

Gesunde Haut
Hautpflege für Patienten
Was Pflegefachpersonen darüber wissen sollten

Hautpflege und Hautreinigung spielen eine wichtige Rolle in der Versorgung von Patienten im ambulanten wie auch stationären Bereich. Pflegefachpersonen wenden diverse Praktiken und Konzepte zur Pflege und Reinigung der Haut ihrer Patientinnen und Patienten an. Die Autoren der vorliegenden Arbeit beleuchten kritisch die gängige Hautpflegepraxis. Dabei diskutieren sie sowohl Studienergebnisse wie auch Lehrbücher oder Empfehlungen aus Richtlinien.

Studie
Kottner, J. &  Surber, C. (2016). Skin care in nursing: A critical discussion of nursing practice and research. Int J Nurs Stud, 61, 20-28

Diskutieren Sie diesen Artikel mit Christian Conrad und den Teilnehmenden im Journal Club.

Leitfragen
Was beleuchtet der Artikel?
– Hautpflege bei Patienten: gängige Praxis und Forschung

Warum und für wen ist das Thema wichtig?
– Aktueller Kenntnisstand

Kritische Auseinandersetzung aktuellen Meinungen, Konzepten und dem Verständnis und Wissen zu und über Hautpflege

Dozent
Christian Conrad
Studiengangsleiter MAS in Wound Care und MAS in Rehabilitation Care, Dozent für Gesundheitswissenschaften

Anmeldung
ist erforderlich bis zum 5. Dezember 2016

Kosten: Abendkasse CHF 50.–
oder Abonnement für 6 Veranstaltungen CHF 200.– (Abonnement ist übertragbar)

 

Nachlese

  • Was wurde im Journal Club diskutiert?
  • Welche Fragen sind noch offen?

21. Februar 2017
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 21.02.2017 / Winter Session / Pessimismus und Sterberisiko für Koronare Herzkrankheit ...

 Grosse Momente gemeinsam erleben

Pessimismus und Sterberisiko für Koronare Herzkrankheit in Finnland: welche Zusammenhänge gibt es?

Koronare Herzkrankheiten (KHK) zählen in Europa zu den häufigsten Todesursachen. Die Einflussfaktoren für die Entstehung einer KHK sind bekannt und die wichtigsten sind Diabetes mellitus, Hypertonie, Rauchen sowie erhöhte Cholesterinwerte. Allerdings haben auch psychologische Faktoren Einfluss auf die Erkrankung.

In dieser finnischen Kohortenstudie wird der Einfluss negativer und positiver Lebenseinstellung (Pessimismus, Optimismus) auf die KHK aufgezeigt und beleuchtet.

Pänkäläinen, M., Kerola, T., Kampman, O., Kauppi, M. & Hintikka, J. (2016). Pessimism and risk of death from coronary heart disease among middle-aged and older Finns: an eleven-year follow up study. BMC Public Health, 16:1124,
DOI 10.1186/s12889-016-3764-8

Diskutieren Sie diesen Artikel mit Christian Conrad und den Teilnehmenden im Journal Club.

Leitfragen
Was beleuchtet der Artikel?

– Den Zusammenhang zwischen Lebenseinstellung und Herzerkrankung

Warum ist das Thema wichtig?
– Psychologische Faktoren für die Entstehung und den Verlauf von Erkrankungen
– Möglicher Einfluss auf den Umgang mit der Krankheit
– Selbstmanagement und Gesundheitskompetenz

Kosten CHF 50.-
oder Abonnement für 6 Veranstaltungen CHF 200.- (Abonnement ist übertragbar)

Winter-Session  – Winterlesung im Januar/Februar
Das neue Jahr wird mit einem Public Health-Thema eingeläutet. Hier sollen epidemiologische Studien mit Bezug zu Pflege- und Gesundheitswissenschaften kritisch beleuchtet werden. Dies können auch Fachartikel mit methodischen Schwerpunkten sein, z.B. die Messung der Lebensqualität.


04. Mai 2017
18:00 - 19:45
Careum Campus, Careum 2, Gloriastr. 18, 8006 Zürich

Journal Club 04.05.2017 / Spring Session / «Young Carers» in verschiedenen Ländern

Young Carers Studien Ergebnisse

Wie werden «Young Carers» in verschiedenen Ländern wahrgenommen?

Kinder und Jugendliche betreuen manchmal ihre Familienangehörigen und werden als «Young Carers» bezeichnet. Sie übernehmen bei Vorliegen chronischer Krankheiten der Eltern pflegerische und soziale Aufgaben. Ziel dieser Studie war es zu erforschen, wie und ob diese Young Carers in ihren jeweiligen Ländern wahrgenommen werden.

Agnes Leu, Careum Forschung, wird als Autorin dieses Artikels anwesend sein und uns Hintergründe zur Forschungsarbeit aufzeigen. Hier können wir z. B. etwas über die Entwicklung der Forschungsfrage, den Publikationsprozess direkt erfahren.

Studie

Leu, A. & Becker, S. (2016). A cross-national and comparative classification of in-country awareness and policy responses to „young carers“. Journal of Youth Studies.
http://dx.doi.org/10.1080/13676261.2016.1260698

Diskutieren Sie diesen Artikel mit Christian Conrad und den Teilnehmenden im Journal Club.

Was beleuchtet der Artikel?
Wahrnehmung der «Young Carers» in verschiedenen Ländern weltweit.

Warum ist das Thema wichtig?
«Young Carers» übernehmen wichtige Aufgaben in den Familien und sollten dabei auch offiziell unterstützt werden.

Christian Conrad
Studiengangsleiter MAS in Wound Care und MAS in Rehabilitation Care,
Dozent für Gesundheitswissenschaften

Spring- Session – Frühlingsclub im Mai/Juni

Im Frühjahr beleuchten wir zusammen mit Gästen aus dem Forschungsbereich, wie zum Beispiel der Careum-Forschungsgruppe, die Hintergründe einer Studie. Neben der klassischen Studienanalyse werden die Entwicklungsarbeiten der Forschenden mit allen methodischen und organisatorischen Herausforderungen aufgezeigt und diskutiert.