Saldo- und Pauschalsteuersätze

Seit dem 1. Januar 2015 sind die von der ESTV vorgenommenen Änderungen bei den Sal-dosteuersätzen (SR 641.202.62) in Kraft. Änderungen hat es bei 30 Branchen/Tätigkeiten gegeben. Teilweise sind neue Saldosteuersätze hinzugekommen, bisherige wurden geändert, bei anderen wurden die Nebentätigkeiten bei Mischbranchen neu umschrieben. Davon betroffen sind in der Regel auch die steuerpflichtigen Personen, welche mit Pauschalsteu-ersätzen abrechnen. Da rund 1/3 aller steuerpflichtigen Personen nach der Methode mit Sal-do- und Pauschalsteuersätzen abrechnen, sind auch die Beratungsunternehmen gefordert, ihre Kunden korrekt zu informieren und allfällige Stolpersteine rechtzeitig zu bemerken. Unter anderem kam zum bestehenden Saldo-/Pauschalsteuersatz ein zweiter Satz für Parkplätze hinzu, zudem wurde auf den gleichen Zeitpunkt die Definition der „im Gemeingebrauch ste-henden Parkplätze“ geändert. In Kombination dieser Änderungen ergeben sich neue Kons-tellationen, die zu erheblich anderen steuerlichen Mehr- oder Minderbelastungen führen können. Dies ist im Übrigen auch bei den anderen Änderungen möglich. Im Nachhinein fest-gestellte Änderungen zu Gunsten der steuerpflichtigen Personen können in der Regel nicht mehr korrigiert werden, sich ergebene Mehrbelastungen sind jedoch geschuldet.

Im Seminar wurde die Auslegung dieser Änderungen an einfachen Beispielen illustriert und erklärt. Seminarteilnehmende, welche selber davon betroffen oder in der Beratung tätig sind, erkennen die Änderungen und können die entsprechenden Anpassungen vornehmen. Ob-wohl das Jahr 2015 gelaufen ist, allfällige Fehler nun zum Vorschein kommen, beschränken sich diese auf ein Jahr. Im Rahmen von Artikel 72 MWSTG können allfällige Fehler bei Jah-resabschluss berücksichtigt und über die Jahresabstimmung (Berichtigungsabrechnung, Form. 0550 bzw. 0553) korrigiert werden. Es bleibt noch Zeit, die Anpassungen auf den 1.1.2016 vorzunehmen und es besteht kein Steuerrisiko für Korrekturen innerhalb von fünf Jahren, sofern allfällige Änderungen nicht erkannt wurden.


Fragen und Beispiele von häufigen Alltagsfehlern im KMU-Bereich

In diesem Themenblock ging es nicht um aktuelle Änderungen, sondern um Alltagsfehler, die dauernd bei Kontrollen vor Ort, bei Anfragen bei der Steuerverwaltung oder bei Seminaren auftauchen. Alltagsfragen, die sich bei einer Vielzahl von steuerpflichtigen Personen stellen und scheinbar nach wie vor Fehlerquellen bilden. Es betrifft die Qualifikation ob eine Liefe-rung oder Dienstleistung vorliegt und so der Ort der Leistung, Fragen bezüglich der Option für von der Steuer ausgenommene Leistungen, Eigenverbrauchsfragen im Rahmen von Ei-genleistungen, die Anwendung unkorrekter oder unnötiger MWST-Hinweise auf Belegen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.
In diesem Themenblock wurden auch noch die bevorstehenden Neuerungen und notwendi-gen Massnahmen auf den 1.1.2016 bei Geschäftsfahrzeugen aus der FABI-Abstimmung vom 9.2.2014 vorgestellt und auf mögliche Änderungen gemäss dem Entwurf der MI 08 Pri-vatanteile vom 19.2.2015 hingewiesen.