Studie Reputationsrisikomanagement in Schweizer Banken

"Reputationsrisikomanagement in Schweizer Banken"

Das Schweizerische Institut für Finanzausbildung (SIF) hat Risikomanager von in der Schweiz ansässigen Banken zum Stand des Reputationsrisikomanagements in ihren jeweiligen Banken befragt.

Zentrale Erkenntnisse der Befragung sind:

  • Mehr als 20 % der befragten Schweizer Risikomanager können die Frage nach der Definition von Reputationsrisiken nicht explizit beantworten.
  • Zwei Drittel der befragten Risikomanager geben an, keine eigene Strategie für das Management von Reputationsrisiken zu haben, und mehr als die Hälfte der Befragten berücksichtigt Reputationsrisiken nicht bei der Risikotragfähigkeit. Somit besteht bei diesen Instituten latent die Gefahr, dass die notwendige Risikodeckungsmasse zu niedrig angesetzt wird.
  • Aktuelle Massnahmen zur Schärfung des Bewusstseins für die Bedeutung von Reputationsrisiken sind z.B. Reputationsrisiko-Self-Assessments, organisatorische Verankerung des Reputationsrisikos in verschiedenen Komitees und Schulung der Mitarbeitenden.

Die Banken befinden sich zur Zeit in einer Aufbauphase des Managements von Reputationsrisiken. In den kommenden Jahren ist eine konzeptionelle und operative Verankerung in den Risikomanagement-Aktivitäten der Banken zu empfehlen, da die Reputationsrisiken – ob abgeleitet aus anderen Risiken oder originär – in den vergangenen Jahren für einige Banken zu massgeblichen Schadensfällen geführt haben und in Zukunft vermutlich noch weiter zunehmen werden.