An Fachhochschulen wird zu gesellschaftsrelevanten Themen geforscht. So auch an der Careum Hochschule Gesundheit, dem Fachbereich der Kalaidos Hochschule. Das «Forschungsmosaik» der swissuniversities macht diese Forschung in Stories und Hintergrundberichten sichtbar – ein aktueller Beitrag widmet sich «Young Carers» und den Forschungstätigkeiten der Careum Hochschule Gesundheit.

«Young Carers» sind ein zentrales Forschungsthema der Careum Hochschule Gesundheit. Das Team um Prof. Dr. Agnes Leu (Prorektorin Forschung und Programmleiterin) forscht schon seit einigen Jahren intensiv und mit Herzblut darüber. «Young Carers» nennt man in der Fachsprache Kinder und Jugendliche, die im privaten Umfeld Betreuungs- und Unterstützungsaufgaben übernehmen, die weit über das hinausgehen, was man landläufig unter «zu Hause helfen» versteht.

Die Kinder und Jugendlichen pflegen Angehörige, unterstützen sie emotional, übernehmen Aufgaben im Haushalt oder helfen Angehörigen bei der Körperpflege. Oftmals tun sie dies im Verborgenen. Sie reden nicht viel darüber, meist aus Scham oder nehmen vielfach gar nicht wahr, dass ihr Alltag sich von dem demjenigen von Gleichaltrigen unterscheidet. Denn: Sie empfinden ihre Rolle als normal, sie kennen es gar nicht anders. Meist fehlt dann die Zeit für Hobbies. Auch Schule und Lehre leiden oftmals darunter. Sei es, weil sich die jungen Menschen um Familienangehörige sorgen, wei sie nicht richtig schlafen können oder es ihnen schlicht an der Zeit fehlt, Hausaufgaben und Verpflichtungen nachzukommen.

Für Agnes Leu ist es deshalb wichtig, dass man ihren Einsatz nicht einfach mit normalen Tätigkeiten rund um den Ämtliplan heranwachsender Jugendlicher gleichsetzt. Sie betont im «Forschungsmosaik»: «Helfen mag ein normaler Teil des Erwachsenenwerdens sein, doch diese Gruppe junger Menschen übernimmt regelmässig umfangreiche Betreuungsaufgaben und ein Mass an Verantwortung, wie man sie normalerweise nur von Erwachsenen erwartet.»

Mit Forschungsdaten wenig Fassbares sichtbar machen

Wie die jungen Menschen damit umgehen, wer sie überhaupt sind und wie man sie unterstützen kann, untersuchen Agnes Leu und ihre Forschungsgruppe in einer vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten mehrjährigen Studie. Seit Forschungsbeginn hat das Forschungsteam einen weiten Weg zurückgelegt. Nachdem zuerst kaum fassbar war, wie viele Kinder und Jugendliche in der Schweiz überhaupt in dieser Situation sind, brachte eine grosse nationale und repräsentative Schulumfrage 2017 konkrete Daten. Grob gesagt, ist durchschnittlich jedes zehnte Kind betroffen, bei älteren Jugendlichen sind es noch etwas mehr.  (Erfahren Sie hier mehr über die Umfrage und deren Ergebnisse).

Auch wenn die Zahlen für die Schweiz jetzt auf dem Tisch liegen, gibt es immer noch viel zu tun. In neuen Forschungsprojekten wird nun untersucht, wie man betroffene Kinder unterstützen kann, wie Fachpersonen aus dem Bildungs- Gesundheits- und Sozialwesen besser sensibilisiert werden. «Die Forschungsergebnisse aus dem Förderprogramm ‹Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017–2020› des Bundesamtes für Gesundheit haben zwar gezeigt, dass viele von ihnen [«Young Carers»] nicht unter ihren Betreuungsaufgaben leiden. Dennoch besteht bei einigen ein gesundheitliches Risiko, etwa weil die Freizeit fehlt, um sich zu erholen. Es ist deshalb wichtig, die Situation von «Young Carers» weiter zu erforschen, wie dies die Careum Hochschule Gesundheit tut, um die Situation von Young Carers besser zu kennen und sie frühzeitig unterstützen zu können.»

Lesen Sie hier den ganzen Artikel im Forschungsmosaik.

Mehr erfahren

Forschungsprojekte der Careum Hochschule Gesundheit zum Thema «Young Carers»

 

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