Studium der Rechtswissenschaften an einer FH?

Freitag, 9. August 2019

Sie haben das Recht zu schweigen …
… aber sie tun es nicht – sondern reden offen und direkt über das Studium an unserer Law School.

Porträt Prof. Fr. Roland A. Müller 

Kurzinterview mit Prof. Dr. Roland A. Müller, Direktor beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, Professur für Obligationen-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht an der Kalaidos Law School


Seit Eröffnung der Kalaidos Law School vor zwei Jahren ist ein Studium der Rechtswissenschaften auch an einer Fachhochschule möglich. Mitunter dank Ihrer Unterstützung. Warum haben Sie sich dafür eingesetzt?
Das duale Bildungssystem ist eines der grossen Stärken der Schweiz. Es verbindet Theorie mit der Praxis. Die Kalaidos Law School ermöglicht Personen berufsbegleitend ein Rechtsstudium. Anders als bei einer unversitären Ausbildung bringen die Studierenden bereits oft mehrjährige, einschlägige Praxiserfahrung mit. Durch die grössere Praxisnähe stehen die alltäglichen Rechtsprobleme verstärkt im Zentrum und ermöglichen einen besseren Lerneffekt.

Der klassische Verlauf der juristischen Ausbildung war ein Absolvieren des BLaw, des MLaw, ein Praxiseinsatz und dann das Ablegen der Anwaltsprüfung. Was bringt ein Bachelor-Abschluss der Law School, wenn man nicht weiterstudieren möchte?
Das gesellschaftliche Zusammenleben wird durch unser Rechtsystem geregelt. Fundierte Kenntnisse über das Rechtssystem sind daher unabhängig vom tatsächlich ausgeübten Beruf wichtig. Sie helfen nicht nur bei Streitigkeiten vor Gericht, sondern auch zur Vorbeugung von Konfliktfällen. Zudem hilft das Studium, die Rechtslage richtig einordnen zu können und die Fähigkeit zur rechtlichen Recherche zu verbessern.

In welchen Bereichen Ihres Verbandes würden Sie Absolventen/innen der Law School einsetzen?
Rechtskenntnisse sind für Verbandstätigkeiten im Allgemeinen sehr wichtig. Daher wäre ein solches Studium für die Besetzung sämtlicher Stellen hilfreich. Zu beachten ist, dass ein Studium letztlich nur die theoretischen Grundlagen vermittelt. Ebenso wichtig sind einschlägige Berufserfahrungen.