Themen für Abschlussarbeiten

Das Image privater Bildung in der Schweiz

Bildung ist auch in der Schweiz keine reine Staatssache mehr – sie wird von Firmen als Dienstleistung auf dem Bildungsmarkt angeboten und von Lernenden nachgefragt. Doch während private Schweizer Bildung im Ausland höchstes Ansehen geniesst, wird sie hierzulande kontrovers diskutiert. Manche möchten Bildungsangebote weiterhin staatlich verordnen, andere möchten sie dem Spiel der Marktkräfte öffnen. Die Gegner privater Bildungsangebote erachten Bildung als geschützten Wert, den man nicht auf dem Altar von Angebot und Nachfrage opfern dürfe. Die Befürworter argumentieren, dass ein Bildungsmarkt genau diejenigen Qualifikationen bereitstellen kann, die in Zukunft wirklich gefragt sein werden.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welches Image private Bildungsangebote in der Schweiz haben. Dies soll in einer Bachelor-, Master- oder DBA-Thesis beantwortet werden: Welches sind die relevanten Image-Attribute? Unterscheiden sich diese zwischen den Interessengruppen? Welche Ausprägungen nehmen die Image-Attribute bei den Anbietern und Nachfragern, bei den Befürwortern und Kritikern, bei den Firmen und den Studierenden ein? Lassen sich Zusammenhänge oder gar Kausalitäten zwischen der Einstellung gegenüber privater Bildung und weiteren Variablen finden, beispielsweise zwischen Alter, Bildung, sozioökonomischem Status oder politischer Einstellung? Wie sieht das Image-Profil privater Bildung aus, und: unterscheidet sich dieses zwischen einer schweizerischen und einer ausländischen Stichprobe?

Die Arbeit wird betreut von Christian Fichter, christian.fichter@kalaidos-fh.ch

Einstiegsliteratur (erhältlich bei Christian Fichter):

  • Fichter, C., & Jonas, K. (2008). Image Effects of Newspapers. Zeitschrift Für Psychologie Journal of Psychology, 216(4), 226–234. doi:10.1027/0044-3409.216.4.226
  • Fichter, C., Herrmann, A., Coninx, C., & Schuster, Y. (2014). Zürich Image Monitoring 2014. Zürich.
  • Limacher, J. (2013). Aus- und Weiterbildung: Ist Wettbewerb erwünscht?

Nach der Finanzkrise: Wie können Banken das verloren gegangene Vertrauen wieder herstellen?

In diesem Projekt (Trust repair through reporting in the banking sector) wird das Phänomen Vertrauen untersucht, das zurzeit von besonderem Interesse ist. Im Fokus stehen Banken, bei denen durch die Finanzmarktkrise ein besonders grosser Vertrauensverlust festzustellen ist. Unter Verwendung psychologischer Theorien wie der Attributionstheorie nach Weiner wird untersucht, ob Banken durch ihre Berichterstattung Vertrauen (wieder) aufbauen können.  Insbesondere sind wir hierbei an einer Replikation der bisherigen Ergebnisse im Schweizer Bankensektor interessiert, sowie an einer qualitativ ausgerichteten Cross-Validierung. Dieses grösser angelegte Projekt wird gemeinschaftlich mit einem Team von der ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin durchgeführt. Daher besteht auch die Möglichkeit, an einem international ausgerichteten Forschungsprojekt teilzunehmen und die entsprechenden Ressourcen zu nutzen.

Aufgrund des Umfangs der Arbeit bietet es sich eher für eine Masterarbeit oder motivierte Bachelor-Studierende mit einem besonderen Interesse an psychologischen Themen an.

Einstiegsliteratur (alle verfügbar beim Ansprechpartner):

  • Tavris, C. & Aronson, E. (2010). Ich habe recht, auch wenn ich mich irre: Warum wir fragwürdige Überzeugungen, schlechte Entscheidungen und verletzendes Handeln rechtfertigen. Rieman Verlag.
  • Brühl, R. & Kury, M. (2013). Alles nur Theater? Impression Management und die narrativen Teile in der externen Berichterstattung. Jahrbuch für Controlling und Rechnungswesen 2013 (Hrsg. Von Gerhard Seicht).    

Interessieren Sie sich für dieses Forschungsthema? Dann kontaktieren Sie:
joern.basel@kalaidos-fh.ch

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Budgetieren ohne studieren? Individuelle Unterschiede in der öffentlichen Verwaltung zwischen Juristen und Betriebswirten.

In der öffentlichen Verwaltung werden teilweise Millionenbeträge verwaltet und investiert. Dabei steht die öffentliche Verwaltung in Zeiten knapper Kassen auch unter immer stärkerem Druck wirtschaftlich zu handeln. Interessanterweise sind die wenigsten Verwaltungsangestellten studierte Ökonomen, sondern oftmals Juristen. Wie treffen Rechtswissenschafter wichtige wirtschaftliche Entscheidungen, obwohl sie klassische betriebswirtschaftliche Themen wie Rechnungswesen, Budgetierung oder Marketing in der Regel nicht aus dem Studium kennen? Unterscheiden sich Verwaltungsangestellte von Betriebswirten darin, wie sie wirtschaftliche Entscheidungen treffen?

Dieses Projekt (No clue about accounting? Individual differences between economists and legal practitioners in the third sector) wird gemeinsam mit einem Forscher von der Universität der Bundeswehr München durchgeführt und soll diese Unterschiede näher beleuchten. Insbesondere sind wir hierbei an einer Replikation der bisherigen Ergebnisse im Schweizer öffentlichen Sektor interessiert, sowie an einer qualitativ ausgerichteten Cross-Validierung. Eine interkulturelle Vergleichsanalyse zwischen der Schweiz und Deutschland ist ebenfalls ein mögliches Themengebiet.

Der Umfang der Arbeit eignet sich eher für eine Masterarbeit oder motivierte Bachelor-Studierende mit einem besonderen Interesse an psychologischen Themen.

Einstiegsliteratur (alle verfügbar beim Ansprechpartner):

  • Betsch, T., Funke, J. & Plessener, H. (2011). Denken- Urteilen Entscheiden Problemlösen. Springer
  • Cipriani, G.P., Lubian, D. & Zago, A. (2009). Natural born economists? Journal of Economic Psychology (30). p. 455-468.

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joern.basel@kalaidos-fh.ch

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Erweiterte volkswirtschaftliche Kennzahlen der Schweizer Landwirtschaft

Als Grundlage für eine gesamtwirtschaftliche Sicht auf die Landwirtschaft ist die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) des Bundesamts für Statistik unvollständig. Die Preisstützung an der Grenze bleibt unberücksichtigt, die Wertschöpfung durch gemeinwirtschaftliche Leistungen wird ignoriert und die negativen „externen Effekte“ als Teil der landwirtschaftlichen Produktionskosten werden vernachlässigt. Die konventionellen Kennzahlen zur Wertschöpfung und zum Einkommen des Sektors sind insbesondere im Hinblick auf die sich abzeichnende weitergehende Marktöffnung problematisch. Die aktuelle Situation auf dem Schweizer Milchmarkt illustriert, wie die rein inländische Perspektive zu betrieblichen und volkswirtschaftlichen Fehlinvestitionen verleiten kann.

Im Rahmen einer Abschlussarbeit sollen erweiterte wirtschaftliche Kennzahlen zur Schweizer Landwirtschaft unter Berücksichtigung staatlicher Preisstützung, gemeinwirtschaftlicher Leistungen und externer Effekte erarbeitet werden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Agrarpolitik vor dem Hintergrund einer weiter voranschreitenden Öffnung der Agrarmärkte.

Der Themenvorschlag richtet sich an Studierende im Abschluss-Semester, die sich für die beschriebene volkswirtschaftliche Fragestellung interessieren und motiviert und fähig sind, Überdurchschnittliches zu leisten.

Einstiegsliteratur (verfügbar beim Ansprechpartner):

• Bosshard, A., Schläpfer, F. & Jenny, M., 2010. Weissbuch Landwirtschaft Schweiz. Analysen und Vorschläge zur Reform der Agrarpolitik. Haupt, Bern.
• OECD, 2015. OECD Review of Agricultural Policies. Switzerland. OECD, Paris.
• Schläpfer, F. & Mann, S., 2013. Eine erweiterte Gesamtrechnung der multifunktionalen Schweizer Landwirtschaft. Schriften der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues, 48, 361–370.

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Potenziale von Zahlungsbereitschafts-Befragungen

In der Marktforschung zur Zahlungsbereitschaft und/oder Nachfrage für Güter und Dienstleistungen kommen sehr unterschiedliche Standards zu Anwendung. Während oftmals viel Wert auf grosse, repräsentative Stichproben gelegt wird, erhalten verschiedene andere Verzerrungen wie strategische Antworten oder psychologische Phänomene im Antwortverhalten wenig Aufmerksamkeit.

Im Rahmen einer Abschlussarbeit sollen für eine noch zu definierende Stichprobe von Befragungen die verwendeten Methoden erfasst und analysiert werden. Die Studie gibt Aufschluss über Stärken und Schwächen der aktuellen Zahlungsbereitschafts-Forschung und zeigt auf, wie die Befragungen – bei gegebenem Budget – noch weiter verbessert werden können. Die Ergebnisse und Schlussfolge-rungen bieten Orientierung für Forschungsinstitute und Auftraggeber, die Zahlungsbereitschafts-Befragungen erstellen oder erstellen lassen.

Der Themenvorschlag richtet sich an Studierende im Abschluss-Semester, die sich für forschungs-methodische Fragen interessieren und motiviert und fähig sind, Überdurchschnittliches zu leisten.

Einstiegsliteratur (verfügbar beim Ansprechpartner):

• Ariely, D., Loewenstein, G., Prelec, D., 2003. “Coherent arbitrariness”: stable demand curves without stable preferences. Quarterly Journal of Economics, 118, 73-105.
• Schläpfer, F., 2008. Contingent valuation: a new perspective. Ecological Economics 64, 729-740.
• Schläpfer, F. & Fichter, C., 2012. Zahlungsbereitschaftsbefragungen in einer empirisch fundierten Wirtschaftswissenschaft. Oekonomenstimme.
http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2012/06/eine-frage-der-formulierung/

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Wie lässt sich der Begriff „Interessen“ im Kontext von Verhandlungen verstehen?

Seit Roger Fisher und William Ury 1981 das Buch Getting to Yes veröffentlichten, verwenden Verhandlungsexperten häufig den Begriff Interessen. Gemäss den beiden Autoren beschreibt der Begriff Positionen das, was Verhandelnde sagen. Der Begriff Interessen steht gemäss Fisher und Ury hingegen für das, was die Verhandelnden dazu bringt, dies zu sagen. Häufig entstünden Konflikte, da Menschen in Verhandlungen gegensätzliche Positionen verträten und dabei nicht entdeckten, dass ihre zugrunde liegenden Interessen durchaus vereinbar wären.

Trotz der starken Verwendung, gibt es in der Verhandlungsliteratur kaum nähere Charakterisierungen des Begriffs Interessen. Es ist daher nicht klar, ob wir beispielsweise jedes für eine Verhandlung relevantes Bedürfnis, jeden Wunsch und jeden Emotion als ein Interesse verstehen können. Auch stellt sich die Fragen, ob nicht hinter identifizierten Interessen in Verhandlungen häufig wieder andere Interesse stehen, die es auch zu identifizieren gilt (könnte z.B. hinter dem Interesse einer Person, finanziell abgesichert zu sein, ein übergeordnetes Interesse stehen, sich dadurch stets ein grosses Mass an Freizeit ermöglichen zu können?).

Ziel dieser theoretischen Arbeit ist es, auf Basis einer Literatur-Analyse Vorschläge zu erarbeiten, wie die Wissenschaft den Begriff Interessen genauer charakterisieren kann. Darauf aufbauend soll kurz diskutiert werden, durch welche Fragestrategien wir in Verhandlungen am effektivsten etwas über die Interessen unserer Gegenüber lernen können.

Dieses Thema eignet sich für motivierte Bachelor-Studierende mit einem besonderen Interesse an psychologischen Themen und an Verhandlungen. Die Studierenden sollten bereit sein, sich weitgehend mit englischsprachigen Quellen zu beschäftigen.

Reizt Sie dieses Forschungsthema? Dann kontaktieren Sie Valentin Ade, ade@negotiationstudio.com

Einstiegsliteratur (verfügbar beim Ansprechpartner Valentin Ade):

  • Fischer, R., Ury, W., & Patton, B. (1981). Getting to Yes. Negotiating Agreement Without Giving in. Penguin Group.
  • Thompson, L. (2000). The Mind and Heart of the Negotiator. Prentice Hall Press.

Die Rolle öffentlicher Interessen in politischen Verhandlungen

In Politik und Wirtschaft wird häufig von sogenannten öffentlichen Interessen gesprochen. Was genau meinen Politiker, Geschäftsleute und Forscher damit? Ist die Meinung jedes Bürgers in diesen öffentlichen Interessen gleich stark vertreten? Und welche Rolle spielen Lobbygruppen bei der Bildung und Vertretung dieser öffentlichen Interessen?

Ziel dieser theoretischen Arbeit ist es, auf Basis einer Literatur-Analyse Vorschläge zu erarbeiten, wie wir den Begriff öffentlicher Interessen besser verstehen können. Hierfür sollen auch die Schwierigkeiten und mögliche Missverständnisse beschrieben werden, die dieser Begriff mit sich bringt.

Dieses Thema eignet sich für motivierte Bachelor-Studierende mit einem besonderen Interesse an den Themen Politik und Verhandlungen. Die Studierenden sollten bereit sein, sich weitgehend mit englischsprachigen Quellen zu beschäftigen.

Reizt Sie dieses Forschungsthema? Dann kontaktieren Sie Valentin Ade, ade@negotiationstudio.com

Einstiegsliteratur (verfügbar beim Ansprechpartner Valentin Ade):

  • Fischer, R., Ury, W., & Patton, B. (1981). Getting to Yes. Negotiating Agreement Without Giving in. Penguin Group.
  • Mahoney, J. T., McGahan, A. M., & Pitelis, C. N. (2009). Perspective—the interdependence of private and public interests. Organization Science, 20(6), 1034-1052.
  • Thompson, L. (2000). The Mind and Heart of the Negotiator. Prentice Hall Press.

Können wir erfolgreicher verhandeln, wenn wir dafür ein Vorbild haben?

Ob unsere eigenen Eltern beim Thema Humor, Beyoncé hinsichtlich eines selbstsicheren Auftretens, oder Lionel Messi in Bezug auf Fussball: viele Menschen haben Vorbilder. Auch für Verhandlungen, die wir in unserem Privat- oder Berufsleben führen, können wir uns bewusst am Beispiel erfolgreicher Verhandelnder inspirieren und motivieren. Unter welchen Umständen ist dies sinnvoll? Und haben wir nicht sowieso schon unbewusst Verhandlungs-Vorbilder?

Bei diesem Thema für eine Bachelorarbeit geht es um den Nutzen und die Risiken von bewussten und unbewussten Rollenvorbildern von Verhandelnden. Das Thema eignet sich für motivierte Bachelor-Studierende mit einem besonderen Interesse an psychologischen Themen und an Verhandlungen. Die Studierenden sollten bereit sein, sich weitgehend mit englischsprachigen Quellen zu beschäftigen.

Einstiegsliteratur (verfügbar beim Ansprechpartner):

  • Lockwood, P., C. H. Jordan, and Z. Kunda (2002). Motivation by positive or negative role models: regulatory focus determines who will best inspire us. Journal of Personality and Social Psychology, 83(4), 854.
  • Lockwood, P. and Z. Kunda (1997). Superstars and me: Predicting the impact of role models on the self. Journal of Personality and Social Psychology, 73(1), 91.
  • Marx, D. M. and J. S. Roman (2002). Female role models: Protecting women’s math test performance. Personality and Social Psychology Bulletin, 28(9), 1183-1193.
  • Thompson, L. (2000). The Mind and Heart of the Negotiator. Prentice Hall Press.

Interessieren Sie sich für dieses Forschungsthema? Dann kontaktieren Sie Valentin Ade, ade@negotiationstudio.com

Auf welche Weise beeinflussen Gender-Aspekte Gehaltsverhandlungen?

Die Medien berichten häufig darüber, dass Frauen für die gleiche Arbeit im Schnitt weniger verdienen als Männer. Gemäss Wissenschaftlern liegt ein Grund hierfür in einer direkten Diskriminierung, die Frauen durch ihre Arbeitgeber erfahren.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, auf Basis einer Literaturanalyse zu diskutieren, inwieweit auch genderspezifische Verhaltensmuster (und ihnen zugrunde liegende diskriminierende Rollenbilder) Gehaltsunterschiede verursachen können. Z.B. berichten manche Frauen, sie fühlten sich unwohl wenn es darum ginge, sich in Verhandlungen ihre eigenen Interessen einzusetzen. Andererseits fühlten sie sich durchaus wohl, wenn sie in Verhandlungen die Interessen Dritter vertreten würden, etwa die Ihrer Klienten oder Mitarbeiter (Amanatullah & Morris, 2010).

Idealerweise schliesst diese Arbeit mit aus der Literatur abgeleiteten Empfehlungen für weibliche Verhandelnde, wie sie sich bei der Vertretung ihrer Interessen einerseits wohl fühlen und für sie zudem auch zufriedenstellende Ergebnisse erreichen können.

Dieses Thema eignet sich für motivierte Bachelor-Studierende mit einem besonderen Interesse an Verhandlungen und an Psychologie. Die Studierenden sollten bereit sein, sich weitgehend mit englischsprachigen Quellen zu beschäftigen.

Einstiegsliteratur (verfügbar beim Ansprechpartner):

-Amanatullah, E. T., & Morris, M. W. (2010). Negotiating gender roles: Gender differences in assertive negotiating are mediated by women’s fear of backlash and attenuated when negotiating   on behalf of others. Journal of Personality and Social Psychology, 98(2), 256-267.

- Mazei, J., Hüffmeier, J., Freund, P. A., Stuhlmacher, A. F., Bilke, L., & Hertel, G. (2015). A meta-analysis on gender differences in negotiation outcomes and their moderators. Psychological         Bulletin141(1), 85.

-Curhan, J. R., & Overbeck, J. R. (2008). Making a positive impression in a negotiation: Gender differences in response to impression motivation. Negotiation and Conflict Management Research,   1(2), 179-193.

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Demographischer Wandel und Karriereentwicklung 50+

Späte Laufbahnentwicklung ist ein Thema von immer grösserer Relevanz, da die Lebenserwartung in den westlichen Ländern steigt und durch die zunehmende Unsicherheit der verfügbaren Altersvorsorge viele Menschen länger arbeiten. Des Weiteren ist es auch unabhängig von der finanziellen Situation aus mannigfaltigen Gründen mit Vorteilen verbunden, auch im höheren Lebensalter aktiv zu bleiben. Eine nachhaltige und zu den Fähigkeiten und Bedürfnissen des Individuums passende Arbeitsumgebung kann nicht nur die physischen und kognitiven Fertigkeiten und Fähigkeiten imstand halten (Salthouse, 2006), aber auch soziale und identitätsbildende Funktionen erfüllen. Auch Unternehmen sind in Zukunft vermehrt auf motivierte und produktive ältere Mitarbeiter angewiesen, um den Bedarf an erfahrenem und fachlich versiertem Personal zu decken.

Im Rahmen von Abschlussarbeiten sollte die Thematik Arbeitnehmende 50+ nun vertieft bearbeitet werden. Das Thema kann von einer Arbeitnehmer- (z.B. Nachhaltigkeit in der späten Laufbahn, Vereinbarkeit von Familie und Freizeit mit dem Beruf, Stellenverlust und Arbeitslosigkeit von älteren Mitarbeitenden, Vorbereitung auf die Pensionierung) oder Arbeitsgeberperspektive (z.B. Alters-Diversität in Unternehmen, Diskriminierung älterer Arbeitnehmer, Weiterbildung und Umschulung älterer Arbeitnehmer, flexible Arbeitsmodelle) beleuchtet werden, die genaue Fragestellung wird bei Interesse bilateral besprochen. Das Thema eignet sich für BSc oder MSc Arbeiten und kann qualitativ (Interviews) oder quantitativ (mit Hilfe von Fragebögendaten) bearbeitet werden.

Einstiegsliteratur (erhältlich bei Noemi Nagy):

  • Nagy, N., & Hirschi, A. (2017). Laufbahnentwicklung und -förderung von älteren Arbeitnehmern. In S. Kauffeld & D. Spurk (Eds.), Handbuch Karriere und Laufbahnmanagement (Vol. 1, pp. 1-21): Springer Berlin Heidelberg.

     

  • Nagy, N., Johnston, C. S., & Hirschi, A. (2015). Career development and aging. In N. A. Pachana (Ed.), Encyclopedia of Geropsychology. Singapore: Springer Science+Business Media.

     

  • Wang, M., Olson, D. A., & Shultz, K. S. (2013). Mid and late career issues: An integrative perspective. New York, NY: Routledge, Taylor & Francis, LLC.

Interessieren Sie sich für dieses Forschungsthema? Die Arbeit wird betreut von Noemi Nagy, (noemi.nagy@psy.unibe.ch).

Job Crafting und selbstgesteuerte Karriere

Job Crafting ist ein relativ neuer Begriff aus der Wirtschaftspsychologie und beschreibt eine Form der individuellen Arbeitsgestaltung, bei der Berufstätige sich aktiv bemühen, ihre Arbeit selbstständig umzugestalten und zu verbessern. Job Crafting kann auch dabei helfen, seine Arbeit besser an die eigenen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen. Die Kernidee ist, dass es immer möglich ist, kleine Anpassungen am eigenen Job vorzunehmen – so dass Arbeit sich optimal an eigene Motivation und Stärken anschliesst.

Im Rahmen von Abschlussarbeiten (BSc oder MSc) sollte das Konzept der selbstgesteuerten Karriere und/oder Job Crafting näher untersucht werden. Dies kann qualitativ (mittels strukturierten Interviews) oder quantitativ (online Fragebogen) geschehen oder alternativ durch die Konzeptualisierung und Durchführung einer Intervention, welche Job Crafting fördern sollte. Die genaue Fragestellung wird bei Interesse bilateral präzisiert, nach Absprache können auch gerne eigene Fragestellungen aus dem Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie untersucht werden.

Einstiegsliteratur (erhältlich bei Noemi Nagy):

Interessieren Sie sich für dieses Forschungsthema? Die Arbeit wird betreut von Noemi Nagy, (noemi.nagy@psy.unibe.ch )

Subjektives Altern im Arbeitskontext: Ist man wirklich so alt wie man sich fühlt?

Das Altern ist ein multidimensionales Konstrukt ist, ist es wichtig, sowohl die positiven als auch die negativen Implikationen näher zu betrachten. Das subjektiv gefühlte Alter einer Person wird von der Interaktion mit der sozialen Umwelt beeinflusst, welche die Vorstellung von Alter sowie die Altersnormen einer Person prägt. Wenn sich Menschen jünger fühlen als sie sind, dann impliziert dies, dass sie ein Bild ihres chronologischen Alters haben, das nicht mit ihrem gefühlten Alter übereinstimmt. Ein vielversprechendes neues Forschungsvorhaben in diesem Bereich ist neben der Berücksichtigung des chronologischen Alters der Einbezug von subjektiven Altersvariablen, so etwa das subjektive Alter (wie alt sich jemand fühlt) oder das relationale Alter (die Altersverteilung innerhalb des Teams oder Unternehmens).

Im Rahmen von BSc und MSc Arbeiten können folgende Fragestellungen beantwortet werden: Wie aussagekräftig ist subjektives Alter im Vergleich mit chronologischem Alter? Was beeinflusst die subjektive Altersempfindung im Arbeitskontext? Kann das subjektive Alter im Arbeitskontext beeinflusst werden? Und welche Auswirklungen hat ein (jüngeres) subjektives Alter im Arbeitskontext?

Einstiegsliteratur (erhältlich bei Noemi Nagy):

  • Finkelstein, L. M., King, E. B., & Voyles, E. C. (2015). Age metastereotyping and cross-age workplace interactions: A meta view of age stereotypes at work. Work, Aging and Retirement, 1(1), 26-40. doi:http://dx.doi.org/10.1093/workar/wau002

     

  • Kunze, F., Raes, A. M., & Bruch, H. (2015). It matters how old you feel: Antecedents and performance consequences of average relative subjective age in organizations. Journal of Applied Psychology, 100(5), 1511-1526. doi:http://dx.doi.org/10.1037/a0038909

 

Montepare, J. M. (2009). Subjective age: Toward a guiding lifespan framework. International Journal of Behavioral Development, 33(1), 42-46. doi:http://dx.doi.org/10.1177/0165025408095551

Interessieren Sie sich für dieses Forschungsthema? Die Arbeit wird betreut von Noemi Nagy, (noemi.nagy@psy.unibe.ch)