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Forschungsthema

Ihre Abschlussarbeit und somit das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit steht an. Wie finden Sie eine geeignete Fragestellung?

Das Thema für Ihre Abschlussarbeit kann aus Ihrem beruflichen Umfeld an Sie herangetragen werden. Beispielsweise ergibt sich eine Problemstellung in Ihrer Firma, für die Sie eine systematische Lösung finden möchten. Möglicherweise sind Sie aber auch im Laufe Ihres Studiums auf ein Themengebiet gestossen, das Sie besonders interessiert und das Sie mit den erlernten wissenschaftlichen Methoden bearbeiten möchten. Es gibt darüber hinaus viele weitere Arten, wie Sie das Thema Ihrer Abschlussarbeit finden können:

Ihre eigene Motivation leistet einen grossen Beitrag zum Erfolg der Abschlussarbeit. Daher lohnt es sich ein Thema zu wählen, für das Sie sich besonders interessieren und mit dem Sie sich einige Zeit intensiv beschäftigen möchten.

Nach der Definition des Forschungsthemas konsultieren Sie aktuelle relevante Literatur zum Thema, um offene Aspekte aufzuspüren, aus denen sich die Fragestellung für die Abschlussarbeit ergeben kann. Für die Literaturrecherche empfiehlt sich die Nutzung der E-Library.

Beachten Sie auch die Ringvorlesung zum Thema.

Weitere Informationen:

 

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Fragestellung

Die Lektüre von wissenschaftlicher Literatur und Fachartikeln gibt Hinweise auf offene Aspekte oder weiterführende Fragestellungen im erforschten Bereich. Dies ist eine gute Grundlage für die Entwicklung Ihrer eigenen Fragestellung.

Eine relevante Fragestellung kann sich auch auf der Basis einer bereits durchgeführten Untersuchung ergeben, indem Sie das Problem auf einen anderen Zusammenhang übertragen und überprüfen, ob die Aussagen auch dort gelten.

Oder Sie gehen überraschenden, unerwarteten oder sogar widersprüchlichen Ergebnissen aus bestehenden Studien nach und definieren ihre Fragestellung so. Ebenso können Vorschläge für zukünftige Forschung in Fachartikeln aufgenommen werden. Für die Literaturrecherche empfiehlt sich die Nutzung der E-Library.

Bei der Formulierung Ihrer Fragestellung sollen die folgenden Kriterien einer wissenschaftlichen Fragestellung erfüllt sein:

  • Klar und verständlich (Präzision)
  • Beantwortbar (Operationalisierbarkeit)
  • Nachvollziehbar (Überprüfbarkeit)
  • Angemessen (Adäquatheit)
  • Bezahlbar (Ökonomie)
  • Interessant (Motivation)
  • Nützlich (Wichtigkeit)
  • Anwendbar (Praxisrelevanz) (v.a. an Fachhochschulen)

Wenn Sie Ihre Fragestellung festlegen, sollten Sie auch eindeutig definieren, was Sie NICHT untersuchen wollen. Diese Eingrenzung ist wichtig, damit Sie Ihre Fragestellung auch in der vorgegebenen Zeit bearbeiten können.

Je nach Fragestellung, die Sie für Ihre Abschlussarbeit definiert haben, eignet sich eine quantitative oder eine qualitative Untersuchungsmethode.

Wird eine quantitative Methode gewählt, wird die Forschungsfrage in Form von Hypothesen präzisiert. Hypothesen zeigen auf, was in der Arbeit genau untersucht wird und postulieren Zusammenhänge bzw. Unterschiede zwischen den untersuchten Grössen. Es gibt Unterschieds- und Zusammenhangshypothesen.

Beispiele für Zusammenhangshypothesen:

  • „Je höher die wahrgenommene Qualität der angebotenen Dienstleistung ist, desto höher ist die Kundenzufriedenheit.“
  • „Je höher die Identifikation mit dem Unternehmen, desto geringer die Absicht, auf alternative Jobangebote einzugehen.“

Beispiele für Unterschiedshypothesen:

  • „Getriebe, die mit ‚Flutschifix‘ geschmiert werden, haben im Durchschnitt eine höhere Lebensdauer als Getriebe, die mit ‚Glitschimax‘ geschmiert werden.“
  • „Personen, die ausführlich über die Verwendung der Steuergelder informiert sind, empfinden ihre Steuerbelastung als angemessener als solche, die nicht gezielt darüber informiert wurden.“

Qualitative Methoden dagegen sind explorativ und hypothesengenerierend. Es geht darum, den Untersuchungsgegenstand zu verstehen und zu deuten. Der Forschungsprozess ist weniger geradlinig und eindeutig als bei der quantitativen Forschung. Qualitative Forschung ist daher nicht etwa einfacher, sondern im Gegenteil eher schwieriger als quantitative Forschung.

Beachten Sie auch die Ringvorlesung zum Thema.

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Untersuchungsdesign

Bei der Ausarbeitung des Untersuchungsdesigns geht es darum, die definierte Forschungsfrage einer Messung zugänglich zu machen. Dazu gehören die Definition der verwendeten Begriffe, die Operationalisierung und die Festlegung des Erhebungsinstruments.

Die gängigsten Erhebungsinstrumente in der Sozialforschung sind Fragebogen, Interview und Beobachtung. Abhängig davon, ob sich eine qualitative oder quantitative Untersuchungsmethode eignet, um die Fragestellung zu beantworten, unterscheidet sich das Untersuchungsdesign.

In beiden Fällen muss das Erhebungsinstrument einem Pretest unterzogen werden, um mögliche Probleme zu erkennen und das Erhebungsinstrument vor der eigentlichen Datenerhebung zu optimieren.

Wir empfehlen Ihnen, sich in einem Lehrbuch über die unterschiedlichen Methoden zu informieren, um das ideale Design für Ihre Fragestellung zu wählen. Hinweise auf geeignete Bücher finden Sie in den Literaturempfehlungen.

Beachten Sie auch die Ringvorlesung zum Thema.

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Datenerhebung

Es gibt eine Vielzahl von Erhebungsmethoden. Einige werden sowohl in der qualitativen als auch in der quantitativen Forschung verwendet, während andere Erhebungsmethoden nur für einen der beiden Forschungsansätze eine Option darstellen.

In der Art der erhobenen Daten und deren Auswertung unterscheiden sich qualitative und quantitative Methoden grundlegend.

Die Befragung gilt als Standardinstrument der empirischen Sozialforschung und kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden: Persönlich, schriftlich, telefonisch oder online. Für die Online-Befragung steht Ihnen der Kalaidos Befragungsserver zur Verfügung.

Die Beobachtung ist wohl das ursprünglichste Datenerhebungsinstrument, das auch im Alltag für die Gewinnung von Information verwendet wird. Im Gegensatz zur alltäglichen Beobachtung läuft die wissenschaftliche Beobachtung jedoch bewusst und systematisch ab.

Die Inhaltsanalyse ist eine Datenerhebungstechnik, mit der Texte, Filme, Fernseh- oder Radiosendungen usw. einer detaillierten Analyse unterzogen werden.

Beachten Sie auch die Ringvorlesung zum Thema.

Hinweise auf geeignete Bücher finden Sie in den Literaturempfehlungen.

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Auswertung

Nachdem die Datenerhebung abschlossen ist, erfolgt die Aufbereitung der Daten für die Auswertung. Die Daten werden in eine analysierbare Form gebracht und müssen auf Fehler kontrolliert und bereinigt werden.

Für die quantitative Datenauswertung werden statistische Verfahren angewandt. Man unterscheidet zwischen deskriptiver Statistik und Inferenz Statistik.

In der deskriptiven (auch: beschreibenden) Statistik werden die Daten durch Kennzahlen, wie Lagemasse (z. B. Mittelwert) und Streuungsmasse (z. B. Varianz) sowie Grafiken beschrieben und übersichtlich dargestellt.

Mit Hilfe der Inferenzstatistik (auch: schlussfolgernde Statistik) können die zuvor formulierten Unterschieds- bzw. Zusammenhangshypothesen getestet werden. Je nach Ergebnis werden die Hypothesen bestätigt oder verworfen. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen der Beantwortung der Fragestellung.

Für die Auswertung von qualitativen Daten stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, zum Beispiel Grounded Theory, Narrationalanlyse, objektive Hermeneutik und dokumentarische Methode. Da es im Bereich der Auswertung qualitativer Daten viele verschiedene Methoden gibt, empfehlen wir Ihnen, ein Lehrbuch zu konsultieren, damit Sie sich die geeignete Methode aneignen können.

Beachten Sie auch die Ringvorlesung zum Thema. 

Hinweise auf geeignete Bücher finden Sie in den Literaturempfehlungen.

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Berichterstattung

Hinweis: Beachten Sie auch die „Richtlinien zur Erstellung schriftlicher Arbeiten am Departement Wirtschaft der Kalaidos Fachhochschule“ (Lernraum/Intranet). Diese geben Ihnen Hinweise zu formalen Richtlinien, zum Aufbau und Inhalt der Arbeit sowie zu den Bewertungskriterien. Ebenso finden Sie darin ein Merkblatt „Zitieren und Referenzieren“.

Die Berichterstattung beginnt mit dem Erstellen einer Gliederung, bestehend aus Kapitel-Überschriften, die aus der Disposition übernommen und angepasst werden. Die Besprechung der Gliederung mit dem/der BetreuerIn ist sinnvoll, denn eine gute Gliederung ist Voraussetzung für eine gute wissenschaftliche Arbeit.

Weiter werden die Resultat-Tabellen und -Abbildungen erstellt und in das Gerüst eingefügt. Detaillierte Stichworte zum Textinhalt und zu den Ergebnissen der statistischen Analysen sollen bereits Teil des Gerüstes sein. Ebenso können zentrale Schlussfolgerungen bereits formuliert und notiert werden. Diese ersten Notizen im Dokument helfen auch gegen die gefürchtete ‚Schreibblockade‘.

Für das Schreiben des Textes hat sich folgende Reihenfolge bewährt:

  • Methoden (auch parallel zu Datenerhebung und -analyse)
  • Resultate
  • Theorieteil
  • Diskussion (u.a. Reflexion der Resultate im Licht der Theorie)
  • Einleitung
  • Fazit
  • Abstract

Weshalb sollte man Einleitung und Theorie nicht zuerst schreiben? Das spätere Verfassen von Einleitung und Theorie ermöglicht eine präzise thematische Ausrichtung auf die (finalen) Schwerpunkte und Resultate der Arbeit.

Korrigieren Sie die geschriebenen Texte mit einigem Abstand zum Schreibprozess. Es macht Sinn, die Arbeit ausserdem von einer unbeteiligten Person korrigieren zu lassen.

Beachten Sie auch die Ringvorlesung zum Thema.

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