Externe Effekte

Externe Effekte sind Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten auf Dritte, die in den Marktpreisen nicht berücksichtigt sind. In modernen Marktwirtschaften spielen externe Effekte eine Schlüsselrolle. Erst deren Berücksichtigung in der Wirtschaftspolitik gewährleistet, dass die Marktpreise die wahren Kosten widerspiegeln und die Entscheide der Akteure am Markt in der Summe die gesellschaftliche Wohlfahrt erhöhen.

Für viele wirtschaftliche Aktivitäten ist die Höhe der externen Effekte bisher kaum bekannt. Für den Schweizer Strassen- und Schienenverkehr werden die externen Kosten seit einiger Zeit mit den aktuell robustesten und bestmöglichen Methoden monetarisiert. Einige Bereiche können aber wegen fehlender oder zu unsicherer Methoden und Datengrundlagen nicht monetarisiert werden (z. B. die Kosten der Beeinträchtigung von Erholungsräumen), wodurch die Gesamtkosten unterschätzt werden. Es besteht Forschungsbedarf, damit externe Effekte möglichst korrekt abgebildet werden können. Dies ist wichtig, damit diese Kosten in der Wirtschaftspolitik oder im Rahmen einer nachhaltigen Unternehmenspolitik berücksichtigt werden.

Im Projekt wurde eine Methode zur Quantifizierung von externen Effekten anhand der ökonomischen Analyse von politischen Entscheiden entwickelt. Es werden die konzeptionellen Grundlagen dokumentiert und das Vorgehen in der Praxis anhand von zwei Beispielen dargestellt. Als Informationsquelle nutzt die Studie Volksabstimmungen über Kreditvorlagen, in denen über die Finanzierung von klar definierten Massnahmen zur Umweltverbesserung abgestimmt wurde. Die Idee dahinter: Politische Entscheidungen, die unter bestimmten, geeigneten Bedingungen getroffen wurden, können als Ergebnisse von Kosten-Nutzen Abwägungen aufgefasst werden, in denen monetäre Bewertungen von externen Effekten zum Ausdruck kommen. In der Schweiz liefern Volksabstimmungen über Kreditvorlagen auf allen politischen Ebenen besonders gute Voraussetzungen für die Anwendung des Bewertungsansatzes. Jede Volksabstimmung über die Finanzierung einer Umweltverbesserung erweitert die Informationsgrundlage, auf der externe Kosten in Zukunft umfassender berechnet werden können – und damit auch die Grundlage dafür, dass diese Kosten in Zukunft im Sinn des Verursacherprinzips vermehrt von den Verursachern getragen werden.

Finanzierung

Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Eidgenössisches Department für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Projektdauer

01.08.2011 - 31.12.2011

Projektleitung

Felix Schläpfer