Sitzungssituation Büro

Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege in Betrieben

Die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege wird für immer mehr Unternehmen ein Thema. Dies hängt mit den demografischen Prognosen, den medizinischen Fortschritten und der zunehmenden Bedeutung ambulanter Versorgungsformen zusammen. Sind Angehörige von Mitarbeitenden zum Beispiel an Krebs erkrankt, von Demenz betroffen oder als Tetraplegiker in ihrer Mobilität eingeschränkt, stehen alle Beteiligten vor grossen Herausforderungen. Für die Personalpolitik im Unternehmen ist es daher von Bedeutung, über ein präzises Bild der nebenberuflichen Belastungen der Mitarbeitenden zu verfügen.

Die Careum Hochschule Gesundheit bietet dafür ein Umfrage-Tool an, das in mehrjähriger wissenschaftlicher Arbeit entwickelt worden ist. Die Online-Umfrage ist branchenunabhängig in grossen und kleineren Betrieben einsetzbar. Die detaillierte Auswertung der Ergebnisse liefert Informationen über das Ausmass der Pflege- und Betreuungsarbeit von Mitarbeitenden. Ebenso gibt sie Aufschluss über pflegebedingte Veränderungen im Berufsalltag und die Nutzung vorhandener betrieblicher Angebote durch Mitarbeitende. Damit steht eine faktenbasierte Diskussionsgrundlage für Führungspersonen, HR-Verantwortliche und Angestellte bereit. Die Online-Umfrage trägt ausserdem zur firmeninternen Sensibilisierung für das Thema «work & care» bei.

Die betriebliche Online-Umfrage wird auf Anfrage und nach einem Abklärungsgespräch durchgeführt. Alle Daten werden streng vertraulich behandelt. Die Daten werden direkt über einen Server der Careum Hochschule Gesundheit verarbeitet, so dass der Betrieb keine Einsicht in die einzelnen Datensätze hat. Es wird ein Ergebnisbericht erstellt. Einzelauswertungen werden nicht vorgenommen. So bleibt die Anonymität gewährleistet.

Die Umfrage kann sowohl alle Mitarbeitenden einer Firma oder Organisation als auch einen einzelnen Bereich umfassen. Je breiter die Datenbasis ist, desto höher ist die Aussagekraft der Ergebnisse. Die benutzerfreundliche Eingabemaske führt aufgrund der individuellen Aussagen massgeschneidert durch den Fragebogen. Die Careum Hochschule Gesundheit erstellt auf Anfrage gerne eine Offerte für die Online-Umfrage. Es werden nur Kosten verrechnet, die den Aufwand decken.

Referenzen

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Nicole Stutzmann

Leiterin Kompetenzzentrum Alter Stadt Bern

Während die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung längst gesellschafts- und personalpolitisch unumstrittene Anliegen sind, fristet die Angehörigenbetreuung ein Schattendasein und wird wenig thematisiert. Wegen mangelnder Sensibilität und einer Tabuisierung auch seitens der Betroffenen werden personalrechtliche Möglichkeiten zur Unterstützung der Vereinbarkeit weder ausgeschöpft, noch gefordert. Als fortschrittliche Arbeitgeberin will die Stadt Bern mit der Online-Umfrage eine Bestandesaufnahme der Betroffenheit machen, das Thema lancieren, Vorgesetzte sensibilisieren, über die bereits heute bestehenden Möglichkeiten der Unterstützung durch die Arbeitgeberin informieren und weitere Massnahmen zugunsten von betroffenen Mitarbeitenden prüfen und umsetzen.

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Thomas Meier

Die Post

Nachdem die betriebliche Online-Umfrage in mehreren Forschungs- und Praxisprojekten entwickelt und erprobt wurde, hat sich die Schweizerische Post für eine Pilotumfrage bei PostFinance entschieden. Sie hat dazu eine Anzahl Personen ausgewählt und Careum F+E den Auftrag für die Durchführung erteilt. Die Schweizerische Post verfolgt damit verschiedene Zielsetzungen. Ein gesundes Unternehmen benötigt gesunde Mitarbeitende mit unterstützenden Rahmenbedingungen. Die psychische, physische und auch soziale Belastungssituation bei der Betreuung von Angehörigen ist enorm, wird aber im beruflichen Umfeld häufig tabuisiert. Mit der Umfrage wollen wir einen Betrag zur Enttabuisierung leisten und unsere personalwirtschaftlichen Angebote auf den Prüfstand stellen.

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Gabriele Buchs

Leiterin Human Resources, Krebsliga Schweiz

Die Krebsliga setzt sich für die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege ein. Dabei kommen ihr zwei Aufgaben zu: Einerseits als Dienstleistungsorganisation Krebsbetroffenen und Angehörigen in solchen Situationen Unterstützung zu bieten und anderseits als Arbeitgeberin entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Die hohe Beteiligung unserer Mitarbeitenden an der Befragung ‹work & care› bestätigt, dass das Thema für sie relevant ist. Die Krebsliga als fortschrittliches Unternehmen investiert in die Unterstützung seiner Mitarbeitenden und ist bereit, neue Wege zu beschreiten und individuelle Lösungen zu finden, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege geht.

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Angela Winkelmann

Leiterin Human Resources + Dienste Helvetia Versicherungen

Für Helvetia stellt die Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensbereiche in unterschiedlichen Lebensphasen ein wichtiges Thema dar – so möchten wir unsere Mitarbeitenden darin unterstützen, eine Balance zwischen den verschiedenen Rollen leben zu können. Um zu erfassen, wie viele Mitarbeitende bei uns von einer Pflegesituation betroffen sind und welche Bedürfnisse sich daraus ergeben, wurde im Herbst 2012 die ‹work & care›-Umfrage durchgeführt. Die gute Rücklaufquote hat gezeigt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege tatsächlich wichtig ist. Auf Basis der in der Befragung abgegebenen Empfehlungen unserer Mitarbeitenden werden verschiedene Massnahmen erarbeitet und die Information und Sensibilisierung zur Thematik vorangetrieben. Damit wird neben unseren bereits bestehenden Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein weiteres Element für eine gute Work-Life-Balance geschaffen.

Forschungsprogrammleiterin
Iren Bischofberger

Prof. Dr. Iren Bischofberger

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