Junge am Laptop

Ausgangslage

Die Sensibilisierung für das Thema Young Carers in der Schweiz wächst: Der Prozess dieser Sensibilisierung wurde bereits auf verschiedenen Ebenen initiiert. Entwicklungen der vergangenen Jahre, wie die erhöhte Präsenz des Themas in den Meiden, verdeutlichen dies. Junge Menschen in Ausbildung zu erreichen, die eine Person in ihrem Umfeld betreuen und pflegen, insbesondere männliche Young Carers, bleibt aber eine grosse Herausforderung.

Von der Bevölkerungsbefragung, die im Rahmen eines Entlastungsprogramm für betreuende Angehörige des Bundesamts für Gesundheit zu den Bedürfnissen von betreuenden Angehörigen in der Schweiz durchgeführt wurde, wissen wir, dass Young Carers von Hilfe bei Notfällen, Gesprächen mit Fachpersonen und dem Austausch mit anderen Young Carers profitieren. 

Im Rahmen des von der Beisheim Stiftung, der Ebnet-Stiftung und Gesundheitsförderung Schweiz finanzierten Vorprojekts «Young Carers zwischen Schule und Beruf» (2017-6/2020) hat das Young Carers-Team der Careum Hochschule Gesundheit (CHG) gemeinsam mit Young Carers und Fachpersonen erste Angebote entwickelt, welche auf die Unterstützung von Young Carers in der Schweiz zugeschnitten sind. 

- «Webbasierte Netzwerkkarte»: Prototyp einer webbasierten Landkarte für Young Carers und Fachpersonen, auf der alle Angebote verzeichnet sind, die Young Carers unterstützen.

- «Get-together»: niederschwellige, fachlich begleitete Austauschtreffen für Young Carers, aufgebaut und begleitet vom Forschungsteam der CHG. 

 

Projekt

In diesem Projekt werden die beiden Angebote anhand partizipativer Ansätze weiter adaptiert und geographisch ausgeweitet.

Die webbasierte Netzwerkkarte sensibilisiert Fachpersonen und fördert die Früherkennung und die bessere Zusammenarbeit bei der Unterstützung von Young Carers. Sie bietet Young Carers die Möglichkeit, bei Bedarf fachliche Unterstützung zu suchen und – wenn gewünscht anonym – zu nutzen. Oder, wie dies auch bei den Get-togethers der Fall ist, mit jungen Menschen in einer ähnlichen Situation in Kontakt zu treten. 
Der webbasierte Prototyp der Netzwerkkarte wird technisch umgesetzt und in allen Kantonen der Schweiz implementiert. Young Carers und Fachpersonen sind an der Ausgestaltung und Pilotierung beteiligt, so dass sie die Netzwerkkarte nach ihren Bedürfnissen optimieren können. 
Young Carers fehlt es oft an Raum und Möglichkeiten, die eigene Situation alleine und gemeinsam mit anderen jungen Menschen in einer ähnlichen Situation zu reflektieren und für ihre Interessen in einer breiteren Öffentlichkeit einzustehen. Die Get-togethers sollen diese Lücke für Young Carers schliessen. Das Projektteam begleitet lokale Organisationen in allen Landesteilen beim Aufbau von Get-together-Gruppen und evaluiert die Treffen begleitend.

 

Projektziel

Ziel des Projekts ist, den Prototyp der webbasierten Netzwerkkarte schweizweit zu implementieren und die Get-together im Zeitraum 2021-2023 zu etablieren. Beide Angebote unterstützen nachhaltig Young Carers direkt oder via Fachpersonen. Sie tragen so dazu bei, dass Young Carers gesund und mit genügend Ressourcen für den konstruktiven Umgang mit Herausforderungen ausgestattet sind. 

Mit beiden Angeboten kann die Lebensqualität der Young Carers verbessert, Spätfolgen im weiteren Bildungs- und Lebenslauf (gesundheitliche, soziale, ökonomische) verbessert werden. Dies bedeutet auch, dass es Young Carern gelingt, erfolgreich ins Erwachsenenleben zu starten. 

Projektteam

Projektleitung: Prof. Dr. Agnes Leu
Team: Sarah Rabhi-Sidler, Hannah Wepf, Elena Guggiari

 

Finanzierung

Finanzierung: Beisheim Stiftung, Gesundheitsförderung Schweiz, Ernst Göhner Stiftung

Laufzeit

April 2021–Dezember 2023

Prorektorin Forschung und Forschungsprogrammleitung
Agnes Leu

Prof. Dr. iur. Agnes Leu

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