Projekt

Die schweizweite Bevölkerungsbefragung hatte zum Ziel, mehr über die Situation und Unterstützungsbedürfnisse betreuender Angehöriger aller Altersgruppen (ab 9 Jahren) in der Schweiz zu erfahren. Eine repräsentative Stichprobe (N=54‘175) der Schweizer Wohnbevölkerung (alle Staatsangehörigkeiten) wurde angeschrieben.

2‘425 betreuende Personen (davon 389 Kinder und Jugendliche) beantworteten umfassende Fragen. Schätzungsweise 600'000 Personen betreuen in der Schweiz ihnen nahestehende Menschen. Davon sind geschätzt 543‘000 ab 16 Jahre alt und 49'000 im Alter zwischen 9 und 15 Jahren. Bei den 2‘036 befragten betreuenden Angehörigen ab 16 Jahren ist in 61% mindestens eine zweite Person aus dem Familienkreis mitbetreuend. Bei den 389 Kindern und Jugendlichen beteiligen sich in 95% der Fälle weitere Personen an der Betreuung. Knapp zwei Drittel der befragten Personen sind gleichzeitig erwerbstätig. Vor allem Personen im späteren Erwerbsalter übernehmen gehäuft Betreuungsaufgaben.

Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen steht das Bedürfnis nach Hilfe und Information für den Notfall an vorderster Stelle. Hauptsächliche Quelle für Unterstützung und Entlastung ist sowohl für die Kinder als auch die Erwachsenen die eigene Familie. Bei den Erwachsenen sind die Fachpersonen im Gesundheitswesen an zweiter Stelle. Alle Befragten wünschen sich primär Entlastung in Notfallsituationen. Die Passung zwischen Bedürfnissen und Angeboten sollte weiterentwickelt werden.

Projektteam

Careum Forschung: Prof. Dr. iur. Agnes Leu, Prof. Dr. Ulrich Otto, Prof. Dr. Iren Bischofberger, Regina Gerlich, Dr. Marco Riguzzi
(bis 02/18: Hannah Wepf, Anna Hegedüs)
gfs bern: Lukas Golder, Cloé Jans

Finanzierung und Auftraggeber

Bundesamt für Gesundheit (BAG), FP «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017–2020»

Laufzeit

Juli 2017–Juni 2019 (24 Monate)

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