zwei ältere Personen sehen sich an

Selbstbestimmt leben und altern

«Altern» beginnt mit der Geburt. Es ist ein Prozess, der einen das ganze Leben begleitet. «Alter» hingegen bezeichnet die späteren Lebensphasen des Erwachsenenlebens. Je nach Definition beginnen diese mit 50, 60 Jahren, nach der Pensionierung oder noch später. Wichtiger als die chronologische Einordnung auf der Lebensspanne ist jedoch das individuelle biologische und soziale Altern und die damit einhergehenden körperlichen, psychischen und sozialen Erfahrungen. Sie sind für jeden Menschen einzigartig.

Längere Alter(n)sphase

Der demografische Wandel und pharmazeutisch-technische Fortschritt beschäftigen Gesellschaft und Gesundheitspolitik. Die Schweiz hat mittlerweile hinter Japan eine der höchsten Lebenserwartungen. Im Hinblick auf die Leitmaxime «ambulant vor stationär» bedarf diese Entwicklung neuer Formen partizipativer Lebensformen und häuslicher Gesundheitsversorgung.

Vermehrt werden Seniorinnen und Senioren von der Gesellschaft als wichtige Ressource (wieder-)entdeckt. Ihre Lebens- und Berufserfahrung werden wertgeschätzt und nachgefragt. Auch wird gerne auf ihren Tatendrang und ihre freien zeitlichen Kapazitäten zurückgegriffen, z. B. in der Quartierentwicklung, in Schulprojekten und in der Freiwilligenarbeit.

Gemeinsam sorgen, gemeinsam forschen

Das Forschungsprogramm «Ageing at home» nimmt sich eines breiten Spektrums an Fragen rund um das Thema «Älterwerden» an. Im Zentrum steht dabei immer der ältere oder hochaltrige Mensch, eingebettet in ein soziales, pflegerisches, medizinisches und wirtschaftliches Gefüge. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ist auch im hohen Alter für viele Menschen ein Herzensanliegen – selbst wenn der Bedarf an Unterstützung und Pflege zunimmt.

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Leben im Privathaushalt (oder in alternativen und innovativen Wohnformen) statt in Pflegeeinrichtungen oder Sonderwohnformen. Fragen des Wohlbefindens, der Alltagsbewältigung und der Gesundheitsversorgung werden interdisziplinär und aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Gesucht sind Antworten, wie selbstbestimmtes Leben zu Hause gelingen und wie die Lebensqualität erhalten oder gar verbessert werden kann – möglichst partizipativ mittendrin in Quartier und Gesellschaft.

Betreuende und pflegende Angehörige

Werden Menschen im Alter betreuungs- oder pflegebedürftig, erbringen meist Angehörige zentrale Pflege- und Betreuungsaufgaben. Die Sorge um (und für) unterstützungsbedürftige Menschen ist aber in der Regel eine Gemeinschaftsaufgabe. Im Rahmen einer Koproduktion bewältigen ältere Menschen und ihre Angehörige den Alltag aktiv gemeinsam mit Nachbarn, Freiwilligen, Gesundheitsfachpersonen und Leistungserbringern, z. B. Haus- und Fachärzten, Fachpersonen aus Pflege- und Sozialberufen und Seelsorgern.

Vom Erfahrungsschatz der Angehörigen und unterstützungsbedürftigen Personen profitiert jedoch nicht nur die Gesundheitsversorgung, sondern auch die bedarfs- und bedürfnisgerechte Forschung. Koproduktion findet deshalb auch in den Projekten von «Ageing at home» statt. Erkenntnisse werden zusammen mit Betroffenen gewonnen – statt lediglich über sie.

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