Grigory Gruzman

Grigory Gruzman

Grigory Gruzman wurde 1956 in Sankt Petersburg geboren. Als Fünfjähriger bekam er seinen ersten Klavierunterricht. Die spezielle Musikschule für hochbegabte Kinder der Sankt Petersburger Musikhochschule, in die er zwei Jahre später aufgrund seines herausragenden Talentes aufgenommen wurde, verliess Gruzman 1974 mit der allgemeinen und der musikalischen Hochschulreife. Wärend der Schulzeit trat er ca. 300 Mal in seiner Heimatstadt und in anderen Städten Russlands auf.

1974 wanderte Gruzman nach Israel aus, wo er sein Studium an der Academy of Music in Jerusalem begann. Zunächst studierte er unter der Leitung von Prof. Yali Wagman - ehemaliger Absolvent der New Yorker Juilliard School of Music als Schüler der legendären Rosina Lhevinne. Später wechselte er in die Klavierklasse von Prof. Gregory Haimowsky - ehemaliger Absolvent der Moskauer Tschaikowsky-Musikhochschule in der Klasse von Prof. Jakov zack (Gewinner des 3. Chopin-Wettbewerbes in Warschau). 1977 setzte Gruzman sein Studium ei Prof. Vitalij Margulis an der Musikhochschule Freiburg in Deutschland fort. Nach dem hervorragenden Bestehen der Diplom-Prüfung (Künstlerische Reifeprüfung) wird ihm 1979 ein Hochschullehrauftrag für Klavier erteilt. Etwas später hielt sich der Pianist für mehrere Monate in New-York auf, wo er ein Intensivkurs bei Diego Diez, einem Assistenten von Claudio Arrau, absolvierte. Wertvolle Anregungen erhielt er als aktiver Teilnehmer renommierter Meisterkurse von Claude Frank, Leon Fleisher und Alfred Brendel.

1980 wurde Gruzman, als bester Bewerber, zum Leiter der grössten Hauptfachklavierklasse an der Akademie für Tonkunst in Drmstadt berufen. Somit war er einer der jüngsten Dozenten an einem deutschen Musikinstitut. Gleichzeitig nahm er sein Studium beim Prof. Margulis in Freiburg wieder auf und schloss dieses 1982 mit dem Konzertexamen ab. Im selben Jahr wurde Gruzman Preisträger mit besonderer Auszeichnung beim internationalen Klavierwettbewerb in Monza (Italien) und 984 Finalist des internationalen Klavierwettbewerbes in Vercelli (Italien).

Die noch während des Studiums begonnene und immer breiter werdende internationale Konzerttätigkeit Gruzmans als Solist und Kammermusiker, erfuhr einen zusätzlichen Schub, als er 1985 zusammen mit zwei Kollegen das Schostakowitsch-Trio gründete. Die Musiker wurden auf den wichtigsten Bühen der Welt - Alte Oper Frankfurt, Concertgebouw Amsterdam, Tschaikowsky-Konzertsaal Moskau, Wigmor Hall London, Salle Gaveau Paris - um nur einige zu nennen, heimisch. Die internationale Kritik bezeichnete das Schostakowitsch-Trio immer wieder als eines der besten Ensembles der Gegenwart.

Als Solist, Kammermusiker (unter anderem als Mitglied des Schostakowitsch-Trios) und Leiter internationaler Meisterkurse trat er seit 1974 in fast allen europäischen Ländern, im Fernen Osten, in Australien, in Lateinamerika und in den USA über 1000 Mal auf. Überall wurden seine Konzerte von Publikumm, Presse und Fachkreisen mit grösster Begeisterung aufgenommen. "Auf so eine Interpretation der Rigoletto-Paraphrase habe ich mein Leben lang gewartet", urteilte einst Herbert von Karajan und lud Gruzan zu sich nach Salzburg ein.

Fernseh- und Runkfunkanstalten der ganzen Welt haben etwa 100 seiner Auftritte gesendet. Seine Bearbeitung der "Bilder einer Ausstelung" von Modest Mussorgsky für Klaviertrio fand weltweit besondere Beachtung. Ebenso seine CD mit den Etüden op. 10 und op. 25 von Frédéric Chopin (organo phon 90 112) und seine CD mit den Werken von Johann Sebastian Bach, George Gershwin und Friedrich Gulda (Play Piano Play, organo phon 90 126).

Etwa zur gleichten zeit konnte Gruzman seinen Jugendtraum in die Realität msetzen und die 24 Etüden von Chopin an einem Abend als einen geschlossenen Zyklus dem Publikum in mehreren Klavierabenden darbieten. Die zahlreichen Triobearbeitungen Gruzmans, die das Schostakowitsch-Trio in sein Stammrepertoire aufgenommen hat, fanden weltweit eine begeisterte Aufnahme seitens des Publikums und in den Pressebesprechungen.

1998 bis 2006 war Gruzman als Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig. 2006 wurde er zum Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar berufen. Dort obliegt es ihm auch, an dem angeschlossenen hochbegabtenzentrum "Musikgymnasium Schloss Belvedere" besonders talentierte Schüler zu unterrichten.

Als Pädagoge kann Gruzman auf Erfolge vieler seinen Schüler zurückblicken, die Preisträger und Finalisten verschidener nationaler und internationaler Wettbewerbe geworden sind (u. a. in Deutschland, Polen, Frankreich, England, Italien, Hong Kong, USA, Spanien, Schweiz; ca. 50 Preise). Als Leiter internationaler Meisterkurse für Klavier und Kammermusik war er in vielen Ländern Europas, im Übersee und im Fernen Osten tätig. Zu seinen erfolgreichsten Schülern zählen u. a. Prof. Dirk Mommertz (Faure-Quartett), Hélène Tysman, Alina Bercu, Mariam Batsashvili, Nadeshda Singer, Anna Tyshayeva, Aljosa Jurinic ....

2005-2014 war Gruzman Präsident der internationalen Rachmninov-Gesellschaft e. V. Gruzman war künstlerischer leiter und Jury-Vorsitzender von drei internationalen Rachmainov Klavierwettbewerben für Kinder und jugendliche in verschiedenen Alterskategorien. Er ist oft als Juror verschiedener internationale Wettbewerbe im Ausland tätig.
Seit 2006 ist er ständiger Leiter und Jury-Vorsitzender des internationalen Liszt-Wettbewerbes für junge Pianisten (alle drei jahre in Weimar).

Seit 2006 konzertiert Gruzman auch als Gründungsmitglied des Ensembles "Trialogue Musical" mit acht unterschiedlichen Darbietungsvarianten.

2013 wurde Gruzman einstimmig zum Leiter des Institutes für Tasteninstrumente innerhalb der Musikhochschule Weimar gewählt.

Grigory Gruzman spricht fliessend Deutsch, Russisch, Spanisch, Hebräisch, Englisch und Französisch, was ihm die Gestaltung der Gesprächskonzerte in den erwähnten Sprachen ermöglicht.